So einfach kommen Sie zu einem Lebensbonus von fünf Jahren!

Zu Zeiten, als der Mensch noch das Fegefeuer fürchtete, glaubte er: Tue Gutes, und du wirst schneller in den Himmel kommen. Das stimmt so nicht unbedingt. Fakt ist wenn schon: Wer Gutes tut, muss länger darauf warten.

Blödeln für Enkel kann das Leben verlängern.

Zu Zeiten, als der Mensch noch das Fegefeuer fürchtete, glaubte er: Tue Gutes, und du wirst schneller in den Himmel kommen. Das stimmt so nicht unbedingt. Fakt ist wenn schon: Wer Gutes tut, muss länger darauf warten.

Ältere Menschen, die sich um andere kümmern, leben länger. Das hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Basel nachweisen können.

Wie sich ein gutes Karma auf die Lebensdauer genau auswirkt, hat das Team anhand von über 500 Menschen im Alter zwischen 70 und 103 Jahren analysiert. Alles Menschen, die nun nicht gerade am Helfersyndrom leiden, sondern lediglich verhältnismässig bequeme Hilfe leisten.

Die Studie verglich gemäss Mitteilung der Universität Basel Grosseltern, die ihre Enkelkinder betreuten, mit Grosseltern, die dies nicht taten. Und weil nicht jeder das Glück hat, Enkelkinder zu haben, berücksichtigte die Studie ausserdem ältere Menschen, die sich stattdessen um andere Menschen in ihrem sozialen Umfeld kümmerten.

Was also ist der Deal, wenn Sie sich im Alter auf das Gute einlassen? Die Ergebnisse der Forscher sind vielversprechend. Aus ihnen lässt sich Folgendes ablesen:

  • Kümmern Sie sich, sofern vorhanden, regelmässig um Ihre Enkelkinder! Das bringt Ihnen bei einer Chance von rund 50 Prozent mindestens fünf Jahre mehr Leben.
     
  • Sie haben keine Enkel? Macht nichts! Dieselbe Chance auf gleich viele Bonusjahre haben Sie, wenn Sie Ihre eigenen Kinder unterstützen, zum Beispiel im Haushalt.
     
  • Mit wenigstens drei Jahren extra dürfen Sie bei gleicher Wahrscheinlichkeit rechnen, wenn Sie sich ein Hilfsobjekt ausserhalb der Familie besorgen. Seien Sie eine gute Freundin oder ein guter Freund und leisten Sie emotionalen Beistand für einen Menschen Ihrer Wahl.

Nicht übertreiben!

Das klingt alles in allem ziemlich easy. Und easy soll es auch bleiben, weiss Professor Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, das ebenfalls an der Studie beteiligt war. Er warnt, man sollte das Sorgen für andere «nicht als Patentrezept für ein längeres Leben verstehen». Äpfel in den Abfall, Cholesterinpegel durch die Decke treiben und «Come on baby, light my fire» – solche Lebensmaximen liegen demnach auch bei einem ansonsten astreinen Karma nicht drin.

Aber Hertwig meint mit seiner Aussage noch etwas anderes. Nämlich, dass nur «bei einem moderaten Mass von Engagement tatsächlich positive Effekte auf die Gesundheit zu erwarten sind». Wird das Kümmern stressig, müsste man sogar noch mehr Äpfel essen, um die Gesundheitsbelastung wieder auszugleichen.

Vermutlich ist auch das viel zu einfach gedacht. «Das wäre schön, wenn wir in der psychologischen Forschung so eindeutige Beziehungen herstellen könnten», sagt Hertwig weiter. «Hinweise» auf eine verlängerte Lebenszeit für gute Grosseltern gebe es aber allemal. Wie aus dem Interview hervorgeht, wäre es allerdings durchaus möglich, dass es für sie nur deshalb Bonusjahre gibt, weil sich gute Grosseltern zwangsläufig mehr bewegen und geistig fitter bleiben.

Trotzdem ist das natürlich noch lange kein Grund, im nächsten Jahr ein Arsch zu sein. Oder?

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