Tanja Grandits ist «Koch des Jahres 2014»

Sie schwingt ihre Kochlöffel auf dem Bruderholz – und schwingt jetzt auch bei den Feinschmeckern obenaus: Tanja Grandits (43) vom Restaurant Stucki wird zum Schweizer «Koch des Jahres» gekrönt.

Kann sich freuen: Tanja Grandits (43) ist «Köchin des Jahres 2014». (Bild: Michael Wissing/zVg)

Sie schwingt ihre Kochlöffel auf dem Bruderholz – und schwingt jetzt auch bei den Feinschmeckern obenaus: Tanja Grandits (43) vom Restaurant Stucki wird zum Schweizer «Koch des Jahres» gekrönt.

Erstmals steht eine Frau alleine an der Spitze der Restaurantbewertung durch Gault-Millau Schweiz: Tanja Grandits (43), die im «Stucki» auf dem Basler Bruderholz die Kochkellen schwingt, wird zum «Koch des Jahres 2014» ernannt. «Sie ist eine aussergewöhnliche Chefin: ehrgeizig, durchsetzungskräftig, unbeirrbar», lobt sie Urs Heller, Chefredaktor von Gault-Millau Schweiz. «Ihre Kreationen haben eine eigene, unverwechselbare und unkopierbare Handschrift», begründet der Restauranttester weiter (PDF auf der Rückseite dieses Artikels).

1000 Schweizer Restaurants wurden in den vergangenen Monaten getestet, Grandits erhält für ihre Küche neu 18 Punkte und rückt damit zu Peter Knogl (Cheval Blanc, im Basler Hotel Trois Rois) auf, der ebenfalls 18 von maximal 19 Punkten erhält. Aus Nordwestschweizer Sicht ist noch ein drittes Restaurant zu erwähnen: das Wirtshaus zur Säge in Flüh, unter der kulinarischen Leitung von Felix Suter (17 Punkte).

«Stucki»: der Name verpflichtet

Tanja Grandits arbeitet an bedeutender Adresse: Patron Hans Stucki begeisterte auf dem Bruderholz jahrzehntelang Feinschmecker, zusammen mit Frédy Girardet revolutionierte er die Küche in der Schweiz. Die 43-Jährige tritt mit dieser Auszeichnung endgültig in die grossen Fussstapfen. Sie gehört einer neuen, innovativen Generation an, die raffiniert kombiniert. Und die gerne und unbedingt im Team arbeitet, wie sie unlängst in einem Videointerview erzählte.

An der Spitze des Gault-Millau-Ratings veränderte sich nichts: Sechs Küchenchefs erarbeiteten sich erneut die Höchstnote 19. «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz» ist Christian Kuchler vom Gasthof Hirschen in Eglisau im Kanton Zürich.

Die Hauben von Gault-Millau, dem Restaurantführer französischen Ursprungs, gehören neben Michelins Sternen zur begehrtesten Auszeichnung der Haute Cuisine.

Artikelgeschichte

In der ersten Fassung stand, Tanja Grandits sei «Köchin des Jahres» 2014. Das ist falsch: Sie ist «Koch des Jahres». Der Titel «Köchin des Jahres» ist eine Auszeichnung nur für Frauen, «Koch des Jahres» gilt für beide Geschlechter. Allerdings ist Grandits die erste Frau in der Schweiz, die jemals diesen Titel holte.

Konversation

  1. Stunk bei Stucki’s
    Am letzten Tag unserer Sommerferien besuchten wir vor kurzem das Basler Tattoo und wollten den Abschluss vorgängig mit einem Businesslunch bei Stucki’s krönen.
    Das Tattoo erlebten wir in der frühabendlichen Vorstellung mit ein paar vernach-lässigbare Regentropfen; das Essen im Garten bei Stucki’s bescherte uns hinge-gen eine veritable durchregnete Hose. Die Servicefachfrau stiess ein Wasserglas um, entschuldigte sich für ihr Malheur fünfmal hintereinander und reichte uns eine frische Serviette. Auf die Idee, dass auch das Tischtuch völlig durchtränkt war, kam sie nicht, geschwiege denn, es auszutauschen. Und nur auf unser Intervenieren hin, wurde der Zweiertisch um eine Vierteldrehung bewegt. Das erst brachte we-nigstens eine gewisse Linderung und förderte dem Abtrocknen der Hose, einer weissen übrigens. Das Rotweinglas stand übrigens direkt daneben…
    Aufgrund dieses Vorfalls gingen wir davon aus, dass das verschüttete Wasser durch eine neue Flasche ersetzt oder wenigstens der abschliessende Espresso vom Hause übernommen wird. Aber da geschah nichts! Ausser der erwähnten re-petitiven Entschuldigung gleich nach dem Vorfall, wurde kein Wort mehr darüber verloren. Auch nicht bei der Verabschiedung.
    Offen gesagt, Tanja Grandits Stucki’s überzeugte nicht. Nebst dem teilweise man-gelhaften Servicepersonal – Butterröllchen fielen zu Boden und schmachteten an der prallen Sonne, so wurde auch mal über die rechte und dann wieder über die linke Gastschulter serviert und das durch ganz verschiedene Personen – hatten wir auch an den Gerichten keinen vollen Gaumengenuss. Mintaroma und Grünton überwogen, und zwar dominant.
    Zum Schluss: Selbstverständlich teilen wir René Graf und seiner Frau unsere Ein-drücke schriftlich mit – ohne eine Antwort zu erhalten. Was uns, ehrlich gesagt, nicht erstaunt.
    So blasen wir – tattooerfüllt – zum Rückzug aus Basel und verlustieren uns künftig wieder im heimischen Gault-Millau-Dreieck zwischen André Jaegers Fischerzunft in Schaffhausen, Heiko Nieders The Restaurant in Zürich und Vreni Gigers Jäger-hof in St. Gallen. He nu so de!

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. Abgesehen davon, dass die Dame die Kochlöffel schwingen lässt, gab es dazwischen ja noch die Episode mit dem Buess-Fertigen.

    Trotzdem. Der alte Stucki hat früh erkannt, dass er mit der Cordon-Bleu-Beiz auf dem Bruderholz zu nichts kommt. Was Vico Torriani im Tal beschwingt erreicht hatte, wollte er auch da oben für sich selbst möglich machen.

    Deshalb hat er schnell angefangen, Gula anzubieten. Mit grossem Erfolg bei der Zielkundschaft.

    So steht die SAC-Berghütte für Erfolgreiche noch immer und hat heute: Grandizza. Die Kandidatin hat 18 Punkte.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. Lieber Herr Schäublin. Die Kelle habe ich mir heut morgen an die Stirn geklatscht – und den Kochlöffel in den Lead des Textes. Danke für Ihren Hinweis und Ihre Ergänzungen.

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (4)

Nächster Artikel