Tsipras will von Novartis «auch den letzten Euro» zurück

Sein Land werde alles Geld einfordern, das «dem griechischen Volk gestohlen worden ist», sagt Griechenlands Regierungschef. Novartis soll über Jahre hinweg Amtsträger bestochen haben, um Medikamente zu überhöhten Preisen verkaufen zu  können.

Alexis Tsipras will der Korruption den Marsch blasen.

Der Basler Pharmakonzern habe einen Schaden von rund drei Milliarden Euro angerichtet und das griechische Sozialsystem in den Ruin getrieben, so Tsipras. Dem Staat sei dadurch ein Schaden in der Höhe von zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts entstanden. Am Montag hat die griechische Regierung deshalb einen Antrag für die Einrichtung eines Ermittlungsausschusses im Parlament eingereicht, berichtet die «bz Basel».

Die griechische Justiz hat seit Ende 2016 gegen Novartis ermittelt. Diese soll von 2000 bis 2015 rund 50 Millionen Euro an Schmiergeldern gezahlt haben, um Zulassungsverfahren zu beschleunigen und ihre Medikamente zu überteuerten Preisen verkaufen zu können. Mehrere ehemalige Minister und zwei frühere Regierungschefs sollen in die Korruptionsaffäre verwickelt sein.

Die Staatsanwaltschaft stützt sich auf die Aussagen von drei Kronzeugen, bei denen es sich um «glaubwürdige Insider» handeln soll. Novartis teilt in Griechenland mit, es liege dem Konzern «keine offizielle Anklage vor». Man wolle die «Gerüchte und Anschuldigungen» nicht kommentieren, solange die Ermittlungen laufen.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/die-novartis-affaere-kommt-der-griechischen-regierung-gerade-recht/

«bz Basel»: Tsipras will Schadenersatz von Novartis

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