UFO an Kleinbasel, bitte melden

Die Stadtteilsekretariate Basel haben eine neue Arbeitsstätte. Das mobile Büro an der Erlenstrasse dient als Stimmungsbarometer.

Sieht aus wie ein UFO, soll aber alles andere als ein Fremdkörper sein: Das mobile Büro der Stadtteilsekretariate. (Bild: Daniel Faulhaber)

Die Stadtteilsekretariate Basel haben eine neue Arbeitsstätte. Das mobile Büro ist seit Freitag zum ersten Mal im Einsatz und dient an der Erlenstrasse als Stimmungsbarometer.

Von weitem sieht es aus wie ein Ufo, das mitten in der Erlenstrasse gelandet ist. Dabei will das gelbe Shuttle hier kein Fremdkörper sein, im Gegenteil: Mit den Anwohnern verbunden und mittendrin präsent – das ist die zentrale Mission dieses ungewöhnlichen Vehikels.

Es handelt sich dabei um das mobile Büro des Stadtteilsekretariats Kleinbasel, das an der Erlenstrasse zum ersten Mal in Einsatz ist. Bevor es nach Basel kam, gehörte das verschiebbare Arbeitszimmer der Stadt Zürich. In Basel tragen und teilen sich die Stadtteilsekretariate Kleinbasel, Basel-West, die Quartierkoordination Gundeli, Präsidialdepartement und das Amt für Umwelt und Energie das mobile Büro.

Vermittlungsstelle zwischen Stadt und Bevölkerung

Die Stadtteilsekretariate werden als Trägervereine von der Stadtverwaltung teilsubventioniert, sind aber der Stadt gegenüber unabhängig. 45 Vereine sind dem Stadtteilsekretariat Kleinbasel angegliedert, darunter beispielsweise der Verein Matthäusmarkt, die Neutralen Quartiervereine auf Kleinbasler Seite, Mobile Jugendarbeit oder auch Quartiertreffpunkte.

In regelmässigen Sitzungen tragen die Vereine ihre Anliegen zusammen, beschliessen über Mitwirkungsanträge und verhandeln Lösungsvorschläge. Das Stadtteilsekretariat vermittelt Hilfesuchende an die verantwortlichen Fachstellen, oder ergreift auch selbst die Initiative, wenn die Bedürfnisse der Bevölkerung es verlangen.




Stadtteilsekretariat Kleinbasel «bi de Lüüt». Das mobile Büro sondiert zur Zeit die Stimmungslage in der Erlenstrasse. (Bild: Daniel Faulhaber)

Wie hier an der Erlenstrasse, die in der Medienmitteilung als «Verbindung zwischen altem und neuem Teil des Rosentalquartiers» beschrieben wird. «Unser Büro steht ja an der Klybeckstrasse, da sind wir relativ weit weg vom Rosentalquartier», sagt Heike Oldörp vom Stadtteilsekretariat. «Umso schöner ist es, dass wir mit dem mobilen Büro jetzt auch die vom Büro entfernteren Quartiere Kleinbasels erreichen.»

Dabei sei das «Erreichen» hier im doppelten Sinn verstanden. Das neue Büro soll nicht einfach irgendwo geparkt werden, das Stadtteilsekretariat sucht auch gezielt den Austausch mit der Bevölkerung. Heike Oldörp und ihre Mitstreiterinnen haben zu diesem Zweck einen Fragebogen ausgearbeitet, mit dessen Hilfe sie die Stimmung am betreffenden Ort sondieren.

Darauf stehen Fragen zum nachbarschaftlichen Zusammenleben, zu Problemzonen im Quartier sowie zu Einrichtungen oder Plätzen, die die Befragten als besonders positiv wahrnehmen. «An der Erlenstrasse scheint bisher vor allem der Verkehrslärm ein Problem zu sein», sagt Oldörp, über die Grossbaustelle auf dem NT-Areal habe sich bisher noch niemand beklagt.




Auch wenn es nicht so aussieht: Hier befinden Sie sich in einer Begegnungszone. Die Überbauung der Erlenmatte geht voran – ohne dass die Bevölkerung davon gross Notiz nimmt. (Bild: Daniel Faulhaber)

Die Erlenstrasse präsentiert sich als bunt durchmischte Quartierschneise, wenig erinnert daran, dass hier unlängst noch der Stadtrand ins offene Feld überging. Ein Töpferatelier steht neben einem Kindergarten. Die International School steht gegenüber eines Stundenhotels, das wiederum in Nachbarschaft zu einer Kneipe und zum Musicaltheater steht.

Bei dieser Vielfalt an Lebensräumen kann es immer wieder vorkommen, dass die Bedürfnisse der Anwohner und des Gewerbes auseinandergehen. Oldörp und ihr Team haben sich diesen Schmelztiegel zwischen altem und neuen Kleinbasel bewusst ausgesucht, in der Hoffnung, durch ihre Arbeit dem einen oder anderen Konflikt vorbeugen zu können.




Für einmal wird Heike Oldörp selbst um Auskunft gebeten. Normalerweise fühlt sie in dem Shuttle der Quartierbeförderung auf den Zahn. (Bild: Daniel Faulhaber)

Das mobile Büro wird noch bis zum 21. Oktober in der Erlenstrasse plaziert sein, dann macht sich das UFO, das keines sein will, wieder auf die Reise durch die Kleinbasler Galaxie.

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