Wenn Ya Tatchi spielt, ist die Trompete ein Teil seines Körpers

Der wirblige Trompeter Ya Tatchi ist in der hiesigen Jazzszene kein Unbekannter. Am Samstag feiert er im Stadtcasino sein 15-Jahr-Jubiläum als Profimusiker.

Der wirblige Trompeter Ya Tatchi ist in der Basler Afrojazz-Szene eine bekannte Grösse. Am Samstag (1.März, 20 Uhr) feiert er im Stadcasino sein 15-Jahr-Jubiläum als Profimusiker. (Bild: Livio Marc Stoeckli)

Der Trompeter Ya Tatchi spielt diesen Samstag sein erstes grosses Konzert in Basel. Etliche Musiker aus der Schweiz und Afrika werden ihn dabei unterstützen.

Wie einen alten Freund begrüsst uns Patrick Tatih, besser bekannt als Ya Tatchi. Handschlag, Fingerschnipser, Boxerfaust – seine Begrüssung ist so verspielt wie er selber. Tatchi hängt noch rasch ein Poster am Eingang des Unternehmens Mitte auf, dann ­beginnt er zu erzählen. Seine Vorfreude ist dem 39-Jährigen anzumerken. Am Samstag spielt er im Stadtcasino sein erstes grosses Konzert in Basel. Er f­eiert damit seine 15-jährige Karriere als Profimusiker.

Tatchi begann als Neunjähriger, Musik zu machen. Damals, 1984 in seiner Heimatstadt Pointe-Noire in der Republik Kongo, entdeckte er seine Leidenschaft, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. Er spielte Gitarre, Keyboard, Trommel – und fand schliesslich zu seinem Lieblingsinstrument, der Trompete. Wenn er spielt, fühlt es sich an, als wäre die Trompete Teil ­seines Körpers. Trompete spielen sei wie Singen, sagt Tatchi. Die Klänge sprudeln wie von selbst durch das Instrument, alle Sorgen verfliegen.

Nachdenklich ist er, auch wenn er verspielt wirkt. Sein Künstlername Ya Tatchi bedeutet auf Vili, seiner Muttersprache, «der Hoffnungsvolle». Er hoffe, dass sein Heimatkontinent Afrika die Kurve kriege und die Leute endlich zusammenfänden, anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen. Mit Afrika verbindet Tatchi vor allem die Musik. Seit er vor elf Jahren via Paris nach Basel gekommen ist, lebt er seine Wurzeln, indem er die Musik seiner Herkunft mit Harmonien des Jazz und Latin verschmilzt. Afrojazz nennt er diesen ­Fusionsstil. Afrojazz wird, getragen durch Grössen wie Ebo Taylor oder Mulatu Astatke, in Europa immer beliebter. Und in Basel heisst der Botschafter des Afrojazz Ya Tatchi.

Jeden Donnerstag steigt in der «Don’t Worry Be Happy»-Bar am Barfüsserplatz seine Jam-Session. Tatchi hat sie im Juli gestartet. Seine Freundin schmeisst den Laden, er lädt Musiker aus der ganzen Schweiz ein. Gespielt wird Jazz, Afro, Latin. Die Sessions sind legendär, Tatchi ist eine Bekanntheit in der Szene. Nun kommt der nächste Schritt.

Im Stadtcasino spielt Ya Tatchi sein Jubiläums­konzert. Die 15 Jahre als Musiker feiert er mit einem ­grossen Konzert im geschichtsträchtigen Konzertsaal mit einer ganzen Armada von Musikern. Diese kommen teils aus der Schweiz, teils aus verschiedenen Ländern Afrikas. Weitere Überraschungen wird es geben, sagt Tatchi verheissungsvoll. Mehr verrät er darüber aber nicht.

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Samstag, 1. März, 20 Uhr, Stadtcasino Basel, Festsaal, Steinenberg 14

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Erschienen in der Wochenausgabe der TagesWoche vom 28.02.14

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