Wir müssen nicht mit Faschos reden!

Rechtsaussen-Politiker sagen Unsägliches und bekommen dafür auch noch eine Plattform. Damit muss Schluss sein.

Sagt Populisten die Meinung! Leute, die die Demokratie untergraben, verdienen keinen Schutz.
  • Januar 2017: AfD-Politiker Björn Höcke ereifert sich darüber, dass Deutschland ein «Denkmal der Schande» in der Hauptstadt stehen habe. Er meint das Holocaust-Denkmal.
  • Januar 2018: Der österreichische Innenminister Herbert Kickl rät, Asylsuchende «konzentriert an einem Ort zu halten».
  • Juni 2018: AfD-Politiker Alexander Gauland sagt, Hitler und die Nazis seien «nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte».

Die Populisten überbieten sich im Sagen des Unsäglichen. Auch die Schweiz macht mit beim Trend. Fast kein Monat vergeht, in dem nicht ein SVP-Mitglied einen rassistischen oder sexistischen Rant auf den Social Media, im Parlament oder gar in der hauseigenen Zeitung loslässt.

Ein tragischer Höhepunkt war Roger Köppels irrer Text über den Nazi und Kriegsverbrecher Herman Göring in seiner eigenen Zeitung «Die Weltwoche», in dem unter anderem Sachen standen wie: «Irgendetwas muss der noch kaum arrivierte, blauäugige Göring gehabt haben.» Köppel ist Verleger, Chefideologe der SVP, Nationalrat und regelmässig in deutsche Talkshows eingeladene Reizfigur, wenn die deutschen Populisten langweilig werden und zur Abwechslung mal einem Schweizer Hitzkopf eine Plattform geboten werden soll; eine auch von ausländischen Hetzern bewunderte Koryphäe des Tabusbruchs.

Eine kalkulierte Expansion

Vor noch nicht achtzig Jahren wurden Millionen Menschen Opfer einer mörderischen Ideologie. Heute überbieten sich die genannten Herren darin, die Schreckenszeit des Zweiten Weltkriegs zu verniedlichen, zu relativieren oder gar zu romantisieren. Immer wenn eine solche Äusserung fällt, geht ein Zwitschern durch die medialen Mengen und die Zeitungen sprechen von gezielter Provokation, also Holocaust-Verharmlosung zu Promozwecken à la Kollegah und Farid Bang. Aber ist es das wirklich?

Ich glaube, es geht eher um kalkulierte Expansion. Man sagt das Unsägliche so lange, bis es normal wird. Immer ein bisschen hemmungsloser – bis irgendeiner sagt, man müsse auf Gruppe soundso schiessen, und niemand mehr empört ist.

Ich finde den Begriff der Provokation auch deswegen nicht ganz zutreffend, weil ein Mensch, der provozieren will, meistens bewusst etwas überzeichnet und extremer ausdrückt, als er es selbst denkt. Bei den rechten und Rechtsaussen-Parteien geschieht wohl eher das Gegenteil. Diese grenzwertigen Äusserungen sind nur eine Andeutung des hässlichen Gedankengutes, das hinter Namen wie AfD, Identitäre Bewegung usw. steckt.

Auf dem wutbürgerlichen Nährboden gedeiht ein neues verrücktes Weltbild.

Der Wutbürger versteht die Codes. Man ist sich längst einig, was man mit den Flüchtlingen und Muslimen am liebsten machen würde, man «weiss», wie die jüdischen Banker ihre Strippen ziehen, und man weiss, wo diese linken Träumer und über-emanzipierten Frauen eigentlich hingehören.

Dass nur wenige verblendete Bürger wirklich glaubten, das «christliche Abendland» werde vom Islam bedroht oder dass eine verschworene Elite den einfachen Bürger mit Chemtrails, Impfungen und inszenierten Terroranschlägen unterjoche und wir uns an Russland und Putins Weisheiten orientieren sollten, halte ich für falsch. Die Realität sagt etwas anderes: Front National, AfD, SVP, FPÖ, Lega, um nur mal die naheliegendsten Abgründe zu nennen und den braunen Schlamassel in Polen, Ungarn und  Slowenien auszublenden.

Die schweigende Mitte

Sehen wir es ein: Die europäischen Parlamente werden infiltriert von Rassisten, Putin-Verehrern, Verschwörungstheoretikern, religiösen Fanatikern und Holocaustleugnern. Gewählt werden diese Populisten zum einen von einem aktiven Mob von Wutbürgern, zum anderen, grösseren Teil von den Passiven, den Anständigen, den Schweigenden, von der Mitte. Auf diesem wutbürgerlichen Nährboden gedeiht ein neues verrücktes Weltbild. Fast hätte ich Wertesystem geschrieben, aber im Zusammenhang mit diesem Konstrukt ist der Begriff für den Allerwertesten.

Die angeblichen Werte sind inzwischen so weit ins Rechte und Absurde gedriftet, dass man seine Nazi-Gesinnung offen zur Schau tragen kann und dafür auch noch gewählt oder in TV-Sendungen eingeladen wird. Als Diskussionspartner auf Augenhöhe versteht sich. Dieser Zustand ist für mich unerträglich. Deshalb lege ich mich mit den Populisten und deren Zudienern an, deshalb ist mein Twitter-Account eine wütende Bestie, die höchstens mal mittels schwarzem Humor ein wenig besänftigt wird.

Und genau diese Wut wünschte ich mir von der Mitte, die uns eigentlich aus dem Populisten-Schlund retten sollte. Wir müssen alle aktiv werden. Wir müssen mit unserem Kumpel reden, der Ganser-Vorträge besucht, Ken Jebsen verehrt und Code-Wörter für die jüdische Weltverschwörung kennt. Wir müssen mit unseren Eltern streiten, die SVP wählen. Wir müssen unsere gläubigen Freunde wachrütteln, die im Islam die grösste Gefahr für Europa sehen.

Der Zweite Weltkrieg ist keine 80 Jahre her, die letzten Zeitzeugen sterben. Die Profiteure des Vergessens wüten schon.

Die Konsequenz davon werden unbequeme Situationen sein, Streit unter Freunden, vielleicht Zerwürfnis. Die Konsequenz eines Siegeszuges des Populismus im 21. Jahrhundert wären Tod und Verwesung. Der fucking Weltuntergang. Der Zweite Weltkrieg, der von genau jenem Gedankengut angetrieben wurde, das jetzt als wieder vertretbar verkauft werden soll, kostete Abermillionen von Menschen in Europa das Leben. In einer Zeitspanne von sechs Jahren. Das ist keine 80 Jahre her, die letzten Zeitzeugen sterben gerade. Die Profiteure des Vergessens wüten schon.

Ich will nicht mehr zuschauen. Holocaustleugner, Rassisten, Sexisten, Fundamentalisten und Verschwörungstheoretiker haben in politischen Positionen, in Fernsehsendungen und auf sozialen Plattformen nichts zu suchen. Das ist nicht undemokratisch. Die Demokratie muss Leute, die sie untergraben wollen, nicht schützen. Wir müssen nicht mit Faschos reden. Wir müssen die irrationalen Ängste des Bürgers nicht ernst nehmen. Wir müssen die moderne Gesellschaft und den Frieden bewahren.

Konversation

  1. Niemand muss Knackeboul lesen! Er bekommt auf TagesWoche sogar eine Plattform. Damit muss nun Schluss sein! Zurück nach Watson!

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  2. ich versuche sehr viel engagiert zu sein und aufzukären, man muss schon etwas mut fassen, viel zu oft sitze ich dann doch feige auf der Zunge, aber einmal kam ich in der Umkleidekabine mit zwei pubertierenden Typen ins Gespräch, die sich ganz ergriffen über einen anstehenden Ganser-Vortrag unterhielten, einer begeisterter als der andere. Der eine versuchte mich zu überzeugen, wie böse die Amerikaner seien. Er sagte, „die Anthraxbriefe seien gar nicht von Muslimen gekommen blabla sondern angeblich aus Fort Detrix gekommen“. Ich sagte ihm, nur weil in Wikipedia steht, dass die Anthrax-Stämme aus diesem Fort Detrix kamen, muss das noch nichts heissen. Ausserdem hat Amerika mit dem Kriegseintritt in Afghanistan immerhin fast einen Monat gewartet. Aber in dem Alter sind gewisse Sektoren im Hirn kurzgeschaltet, der Rest des Hirns ist mit Pinnup Frauen belegt & das ist ja bekanntlich auch das Alter, wo man gerne mal die eine oder andere kifft. Das dankbare Ganserpublikum

    Danke Empfehlen (3 ) Antworten
  3. Das Problem ist, wer schon zu Ganser, Verschwörungs-Predigern und Endzeit-Pseudo-Propheten wallfahrtet, gibt ja dafür schon Geld aus und muss wohl schon als entsprechend vorprogrammiert gelten, wenn er den Mund aufmacht, wenn solch geistiger Fast-Food ihm angeboten wird.
    Da kann man seine eigen Gegenevangelisation ziemlich reduzieren, weil Ratio stets etwas komplexer ist, als die einfachen Antworten jedwelcher Gurus („Omo wäscht weisser alss Ariel“ oder „Ausländer schuld, dass mein Auto kaputt ist“).

    Vielleicht spielen da auch die Medien eine kleine aber üble Rolle: Wo nur noch Dünnbier gratis ist, wird halt Dünnbier konsumiert, weil das Komplexere hinter der Zahlmauer verschwindet und so für den einfacheren Geist nicht mehr erreichbar ist. Leider ist eben die Ideologiepresse im Internet leichter zu erreichen als die Vernunft, was dann zum Abkippen der öffentlichen Meinung zu eben diesen schrägen Ideen führt.
    Vielleicht wäre es eine Staatsaufgabe, ein gutes kulturelles Niveau auch in den Medien im Internet zu verlangen und steuerlich zu unterhalten, wie man ja auch jährlich die Autobahnen reparieren darf.
    Vielleicht ist aber der Staat eher an der Blödheit seiner Bürger intressiert und damit ein heimlicher Komplize all dieser selbsternannten Angstmacher-Propheten.

    (Das Abstimmungsbüchlein lässt mich manchmal auf diese wüste Idee kommen.)

    Danke Empfehlen (2 ) Antworten
    1. Wer von Staatsaufgaben redet, der hat in seiner Erwartungshaltung eigentlich schon verloren. Wer beklagt, dass Ideologiepresse heute leichter zu erreichen sei, der sieht sehenden Auges darüber hinweg, dass Medien immer schon Herrschaftsinstrumente waren. Wer diejenigen vorverurteilt, die unbotmässige Fragen stellen, der will eigentlich nichts geändert wissen, auch wenn er die Angstmacher als Wurzel des grassierenden Populismus ausmacht. Wer wüste Ideen nicht zu Ende denkt, der wird das Ende der (politischen) Selbstbestimmung nicht kommen sehen. Wer Prediger und Propheten als Abfall des Zeitgeists deklassiert, der will einerseits zum dialektischen Denken anhalten, hält aber dann die entstehende Spannung nicht aus, um dann wieder auf die sogenannte Einfachheit zurückzukommen. Ja, Erziehung tut not, aber welche?

      Danke Empfehlen (2 ) Antworten
  4. Da lässt ein echter Wutbürger seinen Frust los. Vielleicht sollte er mal seine Echokammer verlassen und mit den sogenannten ‚Faschos‘ aka SVP reden. Fahre ich ins geliebte Berner Oberland, dann sehe ich nur SVP-Plakate. Für den Autor ist das höchstwahrscheinlich ein Ding der Unmöglichkeit. Diskutiere ich mit den Einheimischen dort, dann kann ich beim besten Willen keine ‚Faschos‘ erkennen. Auch keine Nazis, Sexisten usw.
    „Auf dem wutbürgerlichen Nährboden gedeiht ein neues verrücktes Weltbild.“ Das hat der Autor mit seiner ziemlich limitierten Sicht der Dinge gerade bewiesen.
    Die vielzitierten „Zeitzeugen“ könnten dem Autor erzählen, dass z.B. vor 80 Jahren Flüchtlinge nicht auf die soziale Hängematte gebettet wurden. Dass viele Familien unten durch mussten, weil der Vater im Aktivdienst war. Dass nicht alles so selbstverständlich war wie es heute ist. Dazu müsste man, wie erwähnt, die liebgewordene Filterblase verlassen und mit diesen „SVP-Wählern“ (?) reden. Nur einfach mit dem Zweihänder auf alles losdreschen, was man vom Hörensagen zu kennen meint, reicht nicht.

    Danke Empfehlen (2 ) Antworten
  5. „Fast kein Monat vergeht, in dem nicht ein SVP-Mitglied einen rassistischen oder sexistischen Rant auf den Social Media, im Parlament oder gar in der hauseigenen Zeitung loslässt“. Schreibt Knackeboul.

    Wenn ICH solche SVPler als Rassisten bezeichne und sie mit Namen erwähne, dann wird mein Kommentar gelöscht.

    Wird hier mit unterschiedlichen Ellen gemessen???

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  6. Es gibt auch noch Medien, die sich mit solchen Fragen ernsthaft und differenziert auseinandersetzen und den öffentlichen Raum nicht mit den modischen Ergüssen linksgestriegelter Köppels vollstopfen.

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-06/politische-werte-moral-afd-wuerde-menschen-schuld-linke

    Dazu noch ein Wort Milo Raus in einem aktuellen Aufsatz. „Denn demokratische Kultur ist ein Ort der Debatte, nicht des Konsenses.“

    Genau das will Kackeboul nicht. Details gehören aus seinem Debattenbild weg, rein gehören nur Labels.

    Hat er nicht gestockt, als er das Wort „Fundamentalisten“ schrieb? Wohl kaum, bei soviel Selbstgerechtigkeit.

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    1. Danke für diesen Link. Er beleuchtet anschaluch das Links und Rechts sich halt doch in vielem ähnlicher sind als sie es gerne darstellen. „Les extrêmes se touchent“ heute genau so wahr und zutreffend wie schon in der Antike. Und beispiele aus der zeitgenössischen Politik und Medienlandschaft gibt es mehr als einem auf den ersten Blick gewahr wird. Aber am Schluss sei dann wieder die Mitte schuld… 1933 reloaded!

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  7. Und was wenn die Mehrheit einen Fascho in ein Amt wählt? Darfst du dann bestimmen wer stattdessen gehen darf? Wie funktioniert das eigentlich in deiner Vision einer Demokratie? Und wer sagt eigentlich wer alles ein Fascho ist? Weisst du, zuerst, da holten sie die Kommunisten, dann holten sie die Juden, dann holten sie die Sozialdemokraten usw. bis keiner mehr übrig war, der sich hätte beschweren können. Du schlägst nun vor, dass wir zuerst die Holocaustleugner, dann die Rassisten, die Sexisten, die Fundamentalisten holen usw. Gleichzeitig scheinst du aber fundamental davon überzeugt, dass all diese Leute Unrecht haben und du ihnen noch nicht einmal zuhören solltest. Macht das nicht dich zum Fundamentalisten? Müssten wir dann nicht dir verbieten in den Medien zu schreiben? Was du nicht willst, dass man dir antut, das tue auch keinem anderen an. Also lassen wir sie reden, hören wir ihnen zu. Wir sind alles Menschen!

    Danke Empfehlen (3 ) Antworten
  8. Lieber Knackeboul, ich teile Ihren Zorn (ich schreibe hier absichtlich nicht Wut) über das Erstarken der braunen Rechten. Aber wir sollten deswegen nicht zu Gegen-Wutbürgern werden, sondern auch mit heissem Herz einen kühlen Kopf bewahren, denn zum einen gehört diese Rechte zur modernen Gesellschaft, ob es uns nun passt oder nicht, und zum anderen beinhaltet die Bewahrung des Friedens die Debatte, auch mit Leuten, die uns nicht sympathisch sind und aus irgendwelchen Gründen eine ganz andere Meinung haben als wir und unter denen es viele gibt, die (noch) nicht Faschos sind, sprich imstande sind, ihre Meinung zu ändern. Zudem schlage ich vor, nicht bei jeder Gelegenheit Vergleiche und Parallelen zur Entwicklung im Deutschland der Dreissigerjahre herzustellen, denn bei allen vordergründigen Ähnlichkeiten der Gedankengänge der heutigen Rechten sind die demokratischen Strukturen und Gegenkräfte heute unvergleichlich stärker und resistenter und die Distanz vom hasserfüllten Geschrei zum totalitären Stimmungsumschwung unvergleichlich grösser als damals. Trotzdem: Ich danke Ihnen für Ihren Mut, Widerliches widerlich zu nennen und hoffe, Sie bleiben weiterhin ein Mutbürger und werden nicht zum Gegen-Wutbürger.

    Danke Empfehlen (1 ) Antworten
    1. Naja, ist halt schon eine Verführung, einfacher zu denken, was schon andere vorgedacht haben.
      Das erspart einem selber das Nachdenken.
      Auch wird so die Welt viel einfacher, wenn auch totalitärer, schwarz-weisser und blöder.

      Danke Empfehlen (1 ) Antworten
  9. Zunächst einmal und der fairness halber : ich bin kein Fan von Knackeboul. Der Artikel ist nichts anderes als ein populistischer Versuch die bürgerliche Mitte dazu zu bewegen mittels Meinungsäusserungsverbot die „Demokratie“ zu verteidigen. Grund hierzu sieht er in dem Erstarken der Rechtsaussen-Parteien und Promis, mit ihren fremdenfeindlichen, sexistischen, faschistischen usw. Äusserungen. Zu diesen zählt er auch noch die Putinversteher oder -verehrer, die Impf- und Geoengineeringkritiker, die Zweifler an Terroranschlägen und die Verschwörungstheoretiker. Die oben erwähnte Lösung soll die moderne Gesellschaft und den Frieden bewahren. Die moderne Gesellschaft? Welche den? Der globale Kapitalismus oder Neoliberalismus? Könnte es nicht sein, dass das Erstarken des braunen Gedankenguts mit dem zu tun hat? Investiert mensch Zeit in der geschichtlichen Aufarbeitung der Weltkriege, so geht es da nicht nur um Gedankengut sondern auch um internationale Wirtschafts- und Finanzinteressen. Aber um beim Gedankengut zu bleiben, weiss Knackeboul, woher dieses Gedankengut stammt. Waren nicht da Eugeniker in den VSA Vorreiter? Zählen eigentlich nur die Toten in Europa? Was ist mit den Millionen, welche an Hunger ermordet werden jedes Jahr? Ist das die Folge des braunen Schlamassels oder der modernen Gesellschaft. Könnte es sein, dass der gesellschaftliche Rechtsruck eine Folge des Abbaus der Mittelschicht durch die ach so „moderne“ Gesellschaft. Ist es nicht die moderne NATO Gesellschaft, welche Fundamentalisten mit Waffen und Geld unterstützt. In der Ukranie sogar direkt offen Faschisten unterstützt gegen den bösen bösen Russen? Der sogenannte Frieden den du und ich hier frönen, ist nur möglich dank dem Export von Kriegen im Ausland. Hast du dir nicht vielleicht Mal gefragt ob nicht genau diese Mittelschicht diejenige ist, welche in ihren rechtschaffenen Glauben den braunen Schlamassel ermöglichte. Ausser deiner Empörung über dem Erstarken der Rechtsaussenpositionen teile ich weder deinen Lösungsweg noch deine Diffamierung von Menschen, welche sich für den Frieden einsetzen. Wer sich für den Frieden einsetzt und es nicht fertig bringt NATO und Kapitalismus mit auch nur einen Wort zu kritisieren ist ein Populist, welcher sich und die Mitte als die Guten sieht und alle anderen die Bösen. Zwar widersprüchlich aber sehr unterstützungswürdig ist dein Aufruf zu reden. Vielleicht nicht nur mit dem Kumpel?

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
  10. „…Wir müssen mit unseren Eltern streiten, die SVP wählen…“
    Ist das so? Müssen wir uns mit unseren Eltern anlegen, weil sie ein anderes Weltbild haben als wir? Müssen wir sie als Nazis und Verschwöhrungstheoretiker abstempeln, weil sie nicht SP oder Grüne wählen? Muss eine demokratisch gewählte Partei aus der politischen Diskussion ausgeschlossen werden, weil sie in der aktuellen Zuwanderungsphase auch Gefahren und nicht nur Chancen sieht?
    Sorry, aber so funktioniert eine Demokratie nicht. Der Grundgedanke einer Demokratie ist der, dass das Volk seine Vertreter selbst wählen kann und so seinen Sorgen und Ängsten Gehör verschaffen kann. Dann setzen sich diese Vertreter zusammen und suchen eine für alle vertretbare Lösung für diese Ängste und Sorgen. So sollte eine Demokratie funktionieren, nur wird das von sehr vielen Personen ignoriert.
    Klar kann man AfD-/SVP-/Front Nationale-Wähler als Nazis, Verschwöhrungstheoretiker und wirre Wutbürger beleidigen. Man könnte aber ihre Meinung auch einfach akzeptieren. Man muss nicht mit ihnen übereinstimmen. Aber ein bisschen mehr Akzeptanz anstelle der momentan herrschenden Ignoranz wäre sicherlich nicht schlecht.

    Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    1. Akzeptanz wovon? Den menschenverachtenden, rassistischen Phrasen darf keine Toleranz entgegengebracht werden. Hier hat Knackeboul Recht. Den SVP, AFD, ÖVP, …-Vertretern, Vertreterinnen, die auch nachdenken können – und ich kenne solche – soll dieselbe Toleranz entgegengebracht werden, wie denjenigen auf der anderen Seite des Spektrums. ABER: Nulltoleranz gegenüber Rassisten, HolocaustverharmloserInnen, menschenverachtenden Fundamentalisten und Fundamentalistinnen.
      Und die eine Seite hat zur Zeit Oberwasser, siehe obigen Artikel.

      Danke Empfehlen (5 ) Antworten
    2. Ich bin absolut auf ihrer Seite, keine Frage. Mir geht es nur um die momentan allgegewärtige Schubladisierung. AfD-/SVP-Wähler = Nazi. Nur ist das eben nicht ganz so einfach, auch wenn es gewissen Menschen so ganz bequem wäre.

      Danke Empfehlen (4 ) Antworten
    3. Auch wenn es Ihnen vielleicht schwer fällt, die eigenen Eltern können in anderen Beziehungen und beruflich durchaus Schweinehunde sein, Kinder grossziehen und schweinisch tun woanders schliesst sich durchaus überhaupt nicht aus.
      Nach der Erziehung, wenn man sich noch so kennt, kann man sich durchaus auch neu orientieren. Da können Menschen, deren Weltbild menschenausschliessend ist, auch durchaus von der Liste der engeren Beziehungen gestrichen werden. … sogar die eigenen Eltern.

      Wer hat da doch noch seine eigenen Kinder wegen der eigenen untergehenden Ideologie allesamt vergiftet vor über 70 Jahren?

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
  11. Nunja die Mitte wird aber nicht mehr gewählt von den Bürgern. Man wählt Links oder Bürgerlich – es ist genau diese Polarisierung welche den linken, wie den rechten Populisten in die Hände spielt und ihre menschenverachtenden Idologien unter die Leute bringen lässt.
    Eine Frage stellt Knack aber nicht. Wieso haben die Populisten derart viel zulauf? Was hat sich in Europa seit dem Fall der Mauer den deart verändert sodass die Pole dermassen Zulauf haben. Die Mitte hat den kalten Krieg mit Vernunft gewonnen nur um den Frieden dannach wieder an die linken und rechten Scharfmacher und Hetzer zu verlieren!

    Danke Empfehlen (6 ) Antworten
    1. Der Erfolg der Aussen-Positionen ist Folge des Versagens der Mitte-Parteien.

      Die Liberalen und Freisinnigen haben ihr ehemaliges Alleinstellungsmerkmal „Bürgerrechte“ an Banken und Gross-Industrie verscherbelt…

      …und die Spezialdemokraten scheren sich einen Kehricht um die Belange des einfachen Arbeitnehmers, dafür wenden sie sich an ein Nischenpublikum in Sachen „staatliche Anerkennung von muslimischen Religionsgemeinschaften“; treten das allgemeine und freie Wahlrecht mit den Füssen, in dem sie die Kandidatenlisten der Parteien mit Zwangsquoten manipulieren wollen; und wollen allen Ernstes – so der geehrte Genosse Beat Jans – die Steuerschlupflöcher der Reichen nicht stopfen, sondern nur „mindern“.

      Danke Empfehlen (2 ) Antworten
    2. „Tja und sie haben das gefühl…“

      Latürnich nicht. Jedoch habe ich „das Gefühl“, wir sollten mit den Vertretern der Mitte-Parteien ein ernstes Wort reden.

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
Alle Kommentare anzeigen (25)

Nächster Artikel