Zwangsheiraten unter Flüchtlingen haben sich fast verdoppelt

Die Fachstelle Zwangsheirat hat 2016 deutlich mehr Opfer aus dem Asylbereich betreut als im Vorjahr. Offenbar steigt bei den Betroffenen die Bereitschaft, im Rechtsstaat Schweiz um die eigene Freiheit zu kämpfen.

Zwangsheirat ist in der Schweiz seit 2013 unter Strafe gestellt. Es drohen fünf Jahre Gefängnis. (Bild: SDA)

Meistens sind es junge, oft sogar minderjährige Frauen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran und Somalia, die gegen ihren Willen verheiratet werden. In vielen Fällen geschieht dies schon in der Heimat oder auf der Flucht. Das zeigt eine Auswertung der Fachstelle Zwangsheirat.

Und die Fachstelle stellt fest: Während sie zwischen 2005 und 2015 insgesamt «nur» 94 Fälle aus dem Asylbereich betreuen musste (rund ein Zehntel aller Beratungen), machen diese Opfer inzwischen einen Fünftel aus. 64 Fälle waren es im Jahr 2016.

Die Zunahme erklärt sich nur zum Teil aus der gestiegenen Zahl der Flüchtlinge in der Schweiz, wie die Präsidentin der Fachstelle, Anu Sivaganesan, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagt: «Personen, die neu in die Schweiz kommen, weil der Rechtsstaat hier gut funktioniert, wagen es entsprechend auch, einen Ausweg aus ihrer Leidensgeschichte zu suchen.»

Konversation

  1. Die Geschichte hat mehrere Aspekte:
    Der junge Mann wird so etwas zivilisiert, da er nun Eheverantwortung bekommt, bei Schwangerschaft auch fur das Kind.
    Da die Zukunft ja sehr unsicher ist, exisitert dann wenigstens in der alten Kultur noch etwas Sicherheit.
    Es wird bekannt sein, dass die hiesigen Behörden mit Einzelpersonen rabiater umgehen als mit Familien. Man denkt halt, dass man sie einfacher wieder wegschicken kann.
    In der hiesigen Gesellschaft werden wohl sowohl Frau als auch Mann kaum Chancen auf Partner haben, sodass das Problem nach alter Art noch gelost werden muss.
    …oder würde jemand von hier einen Flüchtling heiraten?
    Die Behörden werden dem hiesigen Heiratswilligen massenhaft Probleme bereiten…

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