Zwei weitere Buvetten am Rhein ausgeschrieben

Der Buvetten-Boom am Rhein geht weiter: Der Kanton sucht Betreiber für zwei neue Standorte am Schaffhauserrheinweg und am St. Alban-Rheinweg.

Übersicht verloren? Buvette à la Karte.

(Bild: Nils Fisch)

Der Buvetten-Boom am Rhein geht weiter: Der Kanton sucht Betreiber für zwei neue Standorte am Schaffhauserrheinweg und am St. Alban-Rheinweg.

Wie Perlen einer Kette sollen Buvetten das Kleinbasler Rheinufer säumen. Und auch im Grossbasel sollen temporäre Bars im Sommer für kulinarische Erfrischung und, so der Win-Win-Hintergedanke des Kantons, für sozial-kontrollierte Ordnung sorgen.

Zwischen der Mittleren Brücke und der Dreirosenbrücke existieren bereits vier Buvetten auf der Kleinbasler Seite; eine fünfte beim St. Johanns-Park wird im kommenden Jahr folgen. Nun sollen auch die Rheinufer oberhalb der Wettsteinbrücke zum Zuge kommen. Konkret sucht die Allmendverwaltung Betreiberinnen und Betreiber für zwei neue Buvetten am Schaffhauserrheinweg und direkt gegenüber im St. Alban-Tal.



Standort der Buvette St. Alban beim Letziturm.

Standort der Buvette St. Alban beim Letziturm. (Bild: BVD)

Die neue Kleinbasler Buvette soll auf einer Aussichtsplattform in unmittelbarer Nähe der St. Alban-Fähre eingerichtet werden. Von dort aus wird man mit der Fähre auf direktem Weg zur zweiten neuen Buvette gelangen können, für die ein Standort auf der Plattform beim Letziturm auserkoren wurde.

Bessere Verteilung erhofft

Wie beliebt und entsprechend stark frequentiert die bestehenden Buvetten sind, davon konnte man sich an den drei sonnigen Tagen um den 21. April herum ein Bild machen. Die beiden neuen Buvetten sollen nun dazu beitragen, dass sich der Ansturm der «Erholungssuchenden» besser verteilt, schreibt das Basler Tiefbauamt in einer Medienmitteilung.



Standort der Buvette Schaffhauserrheinweg auf der Höhe des Fischerwegs.

Standort der Buvette Schaffhauserrheinweg auf der Höhe des Fischerwegs. (Bild: BVD)

Ab Montag, 25. April, können sich Interessenten für einen der beiden neuen Standorte bewerben. Massgebende Kriterien im Auswahlverfahren sind die Wirtschaftlichkeit, die Gestaltung und die Fähigkeit, sich mit dem Standort zu identifizieren und damit für «eine gute Aufenthaltsqualität» zu sorgen, teilt das Tiefbauamt mit. Die Nutzungsdauer ist auf fünf Jahre festgelegt mit der Option einer Verlängerung der Bewilligung um maximal weitere fünf Jahre.

Einsprachen nach Planauflagen möglich

Mit der Vergabe des Standortes durch den Kanton werden die Bewerber aber noch nicht alle Hürden überwunden haben. Gegen die konkreten Pläne kann Einsprache erhoben werden. Bei der Buvette St. Johann verzögerten Einsprachen die Eröffnung um ein Jahr.

Im Buvetten-Konzept der Basler Regierung sind neben den beiden neu ausgeschriebenen auch noch weitere Standorte aufgeführt. So unter anderem zwischen der Mittleren Brücke und der Wettsteinbrücke auf der Höhe des Waisenhauses, bei der Theodorsgrabenanlage und auf dem Petersplatz.
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Die Bewerbungsunterlagen für die beiden neuen Buvette-Standorte stehen auf der Website des Tiefbauamts zum Download bereit. Bewerbungen werden bis zum 10. Juni entgegengenommen:

Konversation

  1. Ich stimme hier Christoph Meury zu. Der Gestaltung der Buvetten muss mehr Augenmerk geschenkt werden – wie auch dem Unterhalt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es Sinn machen würde, ob hier die Stadt die Bauwerke selber in die Hand nehmen soll oder nur die Betreiber in die Pflicht genommen werden sollen. Dies hängt sicher auch damit zusammen, welche Verträge geboten und ausgearbeitet werden und was die Stadt bereit ist an Unterhalt- und Erneuerungsleistungen aufzubringen.

    Investitionen in Bauwerke von Privaten bergen die Realität, dass nach getätigter Investition die betrieblichen Ergebnisse nur für die Abzahlung der getätigten Schulden und nicht mehr in das Bauwerk sprich in die Gestaltung und in die Werterhaltung fliessen (können). Anders ist ein Betrieb nicht möglich, da sonst bald das Aus droht. Auch sollte am Rhein ein Konzept für einen ganzjahresbetrieb überprüft werden und in die Ausschreibung einfliessen.

    Das Errichten einer Buvette muss als Neubau bewertet werden – hier stossen die Betreiber eines Sommerbetriebes aber an ihre Grenzen, da es sich um Risikobetriebe handelt. Neue Finanzierungs- und Vertragsmodelle müssen daher gefunden werden um die Attraktivität der Bauwerke zu steigern und über die Betriebsjahre auch zu erhalten.

    Eine Ausschreibung einer Buvette muss mit einem grossen Augenmerk betreffend der Nachhaltigkeit der Gestaltung und mit der Refinanzierung einhergehen.

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  2. Was bei Buvetten geht, geht sonst eigentlich fast nirgends in dieser Stadt. Ein Foodtruck, eine Zwischennutzung, etwas längere Öffnungszeiten oder ein kleiner Event und schon erstickt man im Regel- und Bewilligungsdschungel. Zahlreiche Ämter müssen begrüsst, Formulare ausgefüllt und die Hosen runter gelassen werden. Die meisten geben schon vor dem Ende der Verfahren auf und trinken dann in einer staatlich verordneten und orchestrierten Buvette ein Bier….

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  3. Die Stadt wird zu Tode entwickelt. Was da abgeht ist ein Sell-Out des öffentlichen Raums und hat mit Nachhaltigkeit und Lebensqualitätssteigerung überhaupt nichts mehr zu tun. Ein weiterer Beleg dafür, dass niemand besser weiss, wie man die urbane Welt durchneoliberalisiert als sogenannt rotgrüne Regierungen und ihre übereifrigen Chefbeamten.

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  4. Und und und… St. Alban Rheinweg? Endlich wird der schönste „nach Hause Weg“ in Basel mit einer Container Büvette verstellt… Und erst noch ein wunderbarer unkontrollierter Picknick Platz vernichtet… Scheisse finde ich das…

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  5. buvetten VIII-IX
    der kreativität der stadtentwickler scheint keine grenze gesetzt
    konsum gekoppelt mit „sozialer kontrolle“ ist das einheitsbreirezept im öffentlichen raum.
    obs die fkk szene freut, oder ob die gar weggesäubert werden soll?

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    1. Dem Schützenmattpark wurde ja das Unterholz ( Hecken )beraubt, auf kosten der Vögel. Nun Frage ich mich was da bei der Toilette vorgeht, wo schon um 09.00 komische Männer rumstehen und da plötzlich wie vom Pfeil getroffen Pipi machen müssen. Fällt dies auch unter soziale Kontrolle nur von wegen FKK.

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    1. Ausserdem frage ich mich gerade, wer sich dorthin verirren wird, nachdem der unbetroffene Teil des Basler Volks die langersehnte direkte Fussgängerverbindung vom Breitequartier in die Stadt so grossartig verhindert hat.

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