Anwohner reichen Einsprache gegen neue Abendshows von Basel Tattoo ein

Der Streit zwischen Anwohnern und dem Basel Tattoo geht in die nächste Runde: Der Verein «Heb Sorg zum Glaibasel» geht erneut gegen das Militärmusikfestival vor und reicht Einsprache gegen eine Erweiterung der Abendveranstaltungen ein.

Das Militärmusikfestival Basel Tattoo sorgt erneut für Ärger. Auf dem Bild ist die «New Zealand Army Band» zu sehen, die vergangenes Jahr einen Auftritt am Basel Tattoo hatte.

(Bild: Keystone/PATRICK STRAUB)

Der Streit zwischen Anwohnern und dem Basel Tattoo geht in die nächste Runde: Der Verein «Heb Sorg zum Glaibasel» geht erneut gegen das Militärmusikfestival vor und reicht Einsprache gegen eine Erweiterung der Abendveranstaltungen ein.

Thomas Mächler zeigt sich auch nach jahrelangem Kampf gegen das Basel Tattoo kein bisschen müde. Noch immer gehen die Emotionen hoch bei ihm, wenn es um das Militärmusikfestival geht. Der Präsident des Vereins «Heb Sorg zum Glaibasel» wird gemeinsam mit 28 Anwohnern Einsprache gegen das Militärmusikfestival einreichen, wie er gegenüber der TagesWoche bestätigt.

Streitpunkt ist dieses Mal, dass Basel Tattoo künftig weniger Nachmittags- und dafür mehr Abendvorstellungen durchführen will. Dafür hat die Basler Regierung letzten September den Organisatoren für die Jahre 2016 und 2017 je zwei zusätzliche Veranstaltungstage bewilligt. Statt wie bisher neun, kann das Basel Tattoo damit in den nächsten zwei Jahren auf dem Kasernenareal insgesamt elf Abendshows durchführen.

Das passt den Anwohnern allerdings nicht. Sie wehren sich mit einer Einsprache gegen die am 23. Januar im Kantonsblatt publizierten Belegungsdaten des Kasernenareals vom 6. Juli bis 5. August 2016. «Wir sind ganz klar gegen noch mehr Abendveranstaltungen. Bereits jetzt dauert das Basel Tattoo mit allem Drum und Dran bis 3 Uhr früh – und zwischen 5 und 6 Uhr kommt bereits die Stadtreinigung. Unsere Nachtruhe wird massiv gestört», sagt Mächler.

Runder Tisch erfolglos

Der Verein kämpft jedoch nicht nur per Einsprache gegen mehr Abendveranstaltungen des Basel Tattoo, sondern geht auch gerichtlich dagegen vor. «Wir haben die Bewilligung der Regierung beim Verwaltungsgericht angefochten. Es ist schon fraglich, ob die Regierung das einfach so bestimmen kann», sagt Mächler. Er rechnet in den nächsten Wochen mit einem Entscheid. 

Für Mächler ist nicht nachvollziehbar, wieso das Basel Tattoo mehr Abendveranstaltungen brauche – zumal die letztjährige Ausgabe nicht ausverkauft war. Eine 31-tägige Belegung des Kasernenareals sei zu lange.

Die Verantwortlichen des Basel Tattoo hatten noch mit einem runden Tisch versucht, die Anwohner zu beruhigen. Aussen vor blieb allerdings der Verein selber. «Wir haben keine Einladung erhalten – uns wollte man am Tisch offensichtlich nicht mal dabei haben», sagt Mächler, der bereits 2012 und 2013 mit Anita Lachenmeier (Grossrätin der Grünen) Widerstand gegen das Tattoo geleistet hat. Damals ging es um Toiletten-Häuschen. Mächler lässt durchblicken, dass er noch lange nicht aufgeben will. «Wir haben Ausdauer und immer mehr Anwohner auf unserer Seite.»

Von Basel Tattoo gibt es momentan keine Stellungnahme zum erneuten Widerstand des Vereins «Heb Sorg zum Glaibasel». Tattoo-Chef Erik Julliard ist im Ausland und will sich nach seiner Rückkehr am Mittwoch dazu äussern.

Konversation

  1. Dann müssten alle Mitbewohner der Basler Innenstadt, welche Anti-Fasnächtler sind, auch aus demokratischen Gründen verlangen, die 72 Stunden dauernde Fasnacht, wohl gemerkt rund um die Uhr, in einem kleineren Umfang abzuhalten. Ich hoffe Herr Mächler bekommt vom Verwaltungsgericht eine Abfuhr, da es sich hier nur um ‚ z leid läbe ‚ handelt.

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  2. schon wieder? wo bleibt der Verein * heb Sorg zum Glaibasel* wenn es nicht ums Tattoo geht?? Claramatte und die Drahtzugstrasse , Strassenstrich sowie Dealer und Junkis vor den Augen spielender Kinder? Littering und illegale Abfallentsorgung in und um die Claramatte und vor den Liegenschaften? irgend wann sollte es mal gut sein , ausser dem werden diese Herrschaften immer nur aktiv wenns ums Tattoo geht , denke die Absicht ist klar. Es gibt viele andere Veranstaltungen auf der Kaserne unter anderem das Openair welches mit Schallgeschwindigkeit durch das Quartier jagt und die Wände erzittern lässt, von den Nebengeräuschen wie kiffende und alkoholisierte * jung gebliebene* in den Hauseingängen und Vorgärten der Anwohner will ich gar nicht reden. Lasst es doch bitte einmal gut sein , die Stadt ist schon tot genug und da die Daten ja bekannt sind kann jeder dem es nicht passt in die Ferien dann ist allen gedient

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  3. @fisch

    U can say U 2me 😉
    jaja, ein schlimmes übel, diese unmöglich komplizierte schreibe, die sich am schluss im dickicht verläuft. nun, vielleicht lerne ich’s ja noch, wie die grossbuchstaben.

    Sie sagen’s: das wollte ich eigentlich sagen.
    und vielleicht noch: das «braune lumpenpack» im dunstkreis des begeisterten publikums ist mir ein dorn mit haken im auge.

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  4. @chröttli – Du (Sie?) schreibst viel zu kompliziert! Wie sölle die N.G und Gompany nochekoh?

    Es heisst: Ab aufs Joggeli, da kann man die Mörder-Armeen und ihre Blechinstrumente tanzen lassen und die Besucher kommen via S-Bahn direkt zum Ort des Geschehens

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  5. @n.g.

    uff, Sie haben’s bemerkt? ja, mein aussehen ist schon mein grösstes problem. sind zwar zum glück keine warzen – aber ein schild, das längt vorig.

    ach, ich hab doch garnix gegen diese veranstaltungen (war sogar mal in edinbourgh dabei – no biz imposanter, sowohl das angebot wie die kulisse).

    ich möchte doch nur zu gerne an eine ältere tradition anknüpfen: im st. jakob, beim siechehuus, gab’s schinz mal eine schlacht – da darf man bis heute getrost auch im uniformierten stechschritt rumhampeln.

    ansonsten bin ich schon eher froh, dass die stadtkaserne nicht mehr ihrer ursprünglichen bestimmung dient – hab sogar gehofft, diese zeiten wären endgültig vorbei.

    musikalische aufrüstung?
    ein groteskes zeitzeichen.

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  6. In welcher Form setzt sich der Verein „Heb Sorg zum Glaibasel“ sonst noch für diesen Stadtteil ein ausser in seiner traditionellen Gegnerschaft zum Tattoo? Oder sollte es sich etwa um eine monothematische Veranstaltung einer Einzelmaske handeln. Wer regelmässig mit solchem Geklapper gegen diesen Anlass vorgeht, müsste eigentlich mit Wonne kundtun, was man sonst so alles an Segensreichem hervorbringt und wer dabei mitgeholfen hat und vor allem wer alles dafür dankbar zu sein hat.

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  7. Warum nimmt man diesen Verein „Heb Sorg zum Glaibasel“ nur dann wahr, wenn es darum geht dem Basel Tattoo Steine in den Weg zu legen? Warum unternimmt der Verein nichts gegen den sich ausbreiteten Strassenstrich im Gebiet der Claramatte? Warum unternimmt dieser Verein nichts gegen den illgealen Abfall bei den Altglasmulden? warum unternimmt dieser Verein nichts gegen die Velorowdies im Kleinbasel? Vielmehr sollte ich der Verein umbenennen in „Verhindert das Basel Tattoo“ Das wäre ehrlicher!

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    1. Velorowdies? Eher Autofahrer mit Telefon am Ohr, am Brettern durch 30er Zonen oder sonst mit Auspuffverstärker, Blinken fakultativ und immer voll Rücksicht auf Fussgänger und Velos.

      Das passt zu den Armee-Lastwagen, die während dem Tattoo-Auf- und Abbau einen Feuchten auf die Verkehrsregeln geben

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