Basel half dem Crowdfunding auf die Sprünge, nun zieht sich der Kanton zurück

2012 startete die Abteilung Kultur Basel-Stadt eine Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform «We Make It». Das Pilotprojekt hat sich ausgezahlt, in der Region wird heute erfolgreicher Geld eingeworben als im Schweizer Schnitt. 

4000 Franken sollte das Crowdfunding für die Skater-Anlage Port Land bringen – über 10’000 sind zusammengekommen.  

Wenn binnen x Tagen y Personen eine Spende über den Betrag z zusagen, kann ich mein Projekt realisieren. Alle, die sich beteiligen, erhalten zum Dank eine CD/einen Gratiseintritt/einen signierten Druck. 

So in etwa funktioniert Crowdfunding. 

Was heute klingt wie ein alter Hut, war vor einigen Jahren neu und noch wenig bekannt. Um bei den Basler Kulturschaffenden das Interesse am niederschwelligen Finanzierungs-Instrument zu wecken, richtete die Abteilung Kultur Basel-Stadt im Jahr 2012 eine Teilzeitstelle für Beratung und Scouting ein. Ende 2017 läuft dieses Pilotprojekt nun aus.

Erste Frucht der Kooperation mit der Plattform «We Make It» war die Subdomain basel.wemakeit.ch. (Auch sie verschwindet Ende Jahr, der regionale Channel soll aber in anderer Form weiterbestehen.) Schon bald kamen erste öffentlichkeitswirksame Projekte zustande wie die Skater-Bowl am Hafen oder die Finanzierung des Polizeieinsatzes am Jungle-Street-Groove.

Erfolgsquote von 76 Prozent

Bis am 19. Dezember 2017 sagten auf dem Basler Channel knapp 17’000 Personen fast 2,5 Millionen Franken für Projekte aus dem Kultur- und Kunstbereich zu, wie die Abteilung Kultur mitteilt. Mit einer Erfolgsquote von 76 Prozent konnten deutlich mehr Projekte finanziert werden als im nationalen Wemakeit-Durchschnitt (63 Prozent). 112 von 273 erfolgreichen Projekten konnten sogar mehr als 110 Prozent der anvisierten Summe anwerben. Damit erreicht die Region Basel einen Spitzenplatz in der Statistik.

Für das Pilotprojekt finanzierte der Kanton ein geringes Pensum von zuletzt 20 Prozent. Hinzu kamen jährliche Webhosting-Kosten für den Channel, die sich unterhalb einer Marke von 5000 Franken bewegten, wie Christoph Gaiser, Beauftragter für Kulturprojekte, auf Anfrage der TagesWoche sagt. «Die mit dem Pilotprojekt verbundene Stelle war von Anfang an befristet und ist nun ausgelaufen.»  

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