Baselland streicht Gelder für die Fondation Beyeler und das Kunstmuseum

Basler Museen erhalten nur noch Gelder aus dem Baselbieter Swisslos-Fonds, wenn sich ein «relevanter Bezug» zum Kanton Baselland herstellen lässt. Für die Fondation Beyeler und das Kunstmuseum Basel kommt dies einem Aus der Unterstützung gleich.

Nicht baselbieterisch genug: Die Fondation Beyeler muss auf Gelder aus Liestal verzichten. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Die Fondation Beyeler ist ein Besuchermagnet. Im laufenden Jahr zeichnet sich mit einer vorsichtig hochgerechneten Zahl von 490’000 Besucherinnen und Besuchern ein neuer Rekord ab, wie die Museumsleitung an ihrer Jahresmedienkonferenz bekannt gab.

Diese hohen Besucherzahlen sorgen zusammen mit weiteren Erträgen aus dem Museum für einen beachtlichen Eigenfinanzierungsgrad von 56 Prozent. 18 Prozent der Ausgaben von insgesamt 32 Millionen Franken trägt die Museums-Stiftung, 17 Prozent holt das Haus über Fundraising herein, 7 Prozent stammen von staatlichen Subventionsgebern.

Der Kanton Basel-Stadt schwingt bei den staatlichen Geldgebern mit 1,96 Millionen Franken jährlich oben aus. Die Gemeinde Riehen lässt – alles zusammengerechnet – eine Million Franken springen. Und auch der Kanton Baselland unterstützte die Fondation über den Swisslos-Fonds seit 2003 mit Beiträgen zwischen 150’000 und 750’000 Franken. Unterstützte in Vergangenheitsform. Denn mit Beiträgen aus dem Baselbiet ist seit 2017 Schluss, war an der Jahresmedienkonferenz zu erfahren.

«Sie dürfen das nicht pauschalisieren», sagt Heidi Scholer, Verwalterin des Swisslos-Fonds Baselland dazu. «Wir haben uns lediglich auf den Grundsatz zurückbesonnen, dass wir subventionierte Institutionen aus Basel-Stadt nur dann unterstützen, wenn sich ein relevanter Bezug zum Kanton Baselland ergibt.» Das sei ein kulturpolitischer Entscheid, der nicht nur für die Fondation Beyeler gelte.

So gut wie gestrichen

Tatsächlich erhielt bisher auch das Kunstmuseum Basel in unregelmässigen Abständen Beiträge aus dem Swisslos-Fonds Baselland. In den Jahren 2012 und 2014 waren es jeweils 200’000 Franken. Auch damit ist nun Schluss, wenn sich der inhaltliche Bezug zum Baselbiet nicht herstellen lässt. Und weil sich dieser Bezug bei einem international ausgerichteten Ausstellungsprogramm nur schwer konstruieren lässt, müssen die Kunsthäuser künftig wohl ganz auf Gelder aus Liestal verzichten.

Die Rückbesinnung auf die kantonalen Grundsätze läuft parallel zu den rigorosen Sparmassnahmen, die der Kanton Basel-Landschaft im Bereich der Kulturförderung beschlossen hat. Zum Teil werden Projekte und Institutionen, die früher über das Kantonsbudget subventioniert wurden, neu mit Geldern aus dem Swisslos-Fonds unterstützt.

Scholer bestreitet aber einen direkten Zusammenhang mit den Sparmassnahmen. «Es ist einfach so, dass wir mehr Gesuche für Fördergelder erhalten», sagt sie. Dazu komme, dass die Beiträge für die Filmförderung kürzlich erst erhöht worden seien.

Konversation

  1. Es gibt nur einen noch grösseren Fluch in der Schweiz als der Kantönligeist: Der Halbkantönligeist!

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  2. Mantramässig darf man’s jetzt wiederholen: Es ist ungeheuerlich mit welcher Impertinenz und Dreistigkeit die Baselbieter ihre »Geiz ist geil«-Politik vorwärtstreiben. Immer neue Argumentationen werden in den Ämtern ausgetüftelt, um sich aus der Verantwortung zu schleichen.

    Ein »relevanter Bezug« zum Kanton Baselland sei Vorgabe für einen Baselbieter Swisslos-Beitrag.

    Sind die Baselbieter BesucherInnen kein relevanter Beitrag? Die Vorgabe der sogenannten Relevanz zum Kanton Baselland kann ja vermutlich nicht inhaltlicher Art gemeint sein. Oder muss die Fondation Beyeler oder das Kunstmuseum zukünftig Baselbieter KünstlerInnen ausstellen? Da lachen aber die Hühner!

    Nein, hier liefert die Politik für die Baselbieter BesucherInnen einen Schmarotzer-Freipass. Natürlich wird man den BaselbieterInnen den Besuch nicht verbieten können, aber wieso jetzt andere GeldgeberInnen/BesucherInnen die Differenz bezahlen müssen, dürfte schwer erklärbar sein. Man dreht offensichtlich munter und freihändig an der Sparschraube und strapaziert die Partnerschaft seit geraumer Zeit über Gebühr. Die bürgerlichen PolitikerInnen sind diesbezüglich skrupellos. Die Subventionen ans Theater Basel werden dabei mit Sicherheit als nächstes zurückgestutzt.

    Der Kanton Baselland ist in eine finanzielle Schieflage manövriert worden, weil FDP, CVP und SVP dies so wollen. Das gibt den bürgerlichen PolitikerInnen die gute Gelegenheit bei der Bildung, im Sozialen und bei der Kultur zu sparen. Alles unliebsame Nebensächlichkeiten. Firlefanz.

    Es wird Zeit, dass die Basler Regierung Tacheles redet.

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    1. Logisch: „Da lachen aber die Hühner!“
      Quiz Frage: wie viele Misthaufen hat die Stadt
      und wie viele BL wo der Güggel drauf Kräht?

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