Bob Dylan, Patti Smith und Lionel Richie: Stimmen-Festival bringt US-Klassiker auf die Bühne

Standen in den letzten beiden Jahren vor allem britische Grössen auf der Affiche des «Stimmen»-Programms, so ist eine transatlantische Verschiebung feststellbar: Mit Bob Dylan, Patti Smith, Lionel Richie und Melissa Etheridge werden gleich vier amerikanische Klassiker in Lörrach auftreten.

Der alte Mann kehrt nach Lörrach zurück: Bob Dylan.

Standen in den letzten beiden Jahren vor allem britische Grössen auf der Affiche des «Stimmen»-Programms, so ist eine transatlantische Verschiebung feststellbar: Mit Bob Dylan, Patti Smith, Lionel Richie und Melissa Etheridge werden gleich vier amerikanische Klassiker in Lörrach auftreten.

Das Stimmen-Festival erfährt im dritten Jahr unter der Leitung von Markus Muffler eine transkontinentale Verlagerung. Denn während der agile Festivalchef, der selber einige Jahre in London verbracht hatte, seine Liebe zu Grossbritannien im Programm kundtat, kommen die grössten Schwergewichte für einmal wieder aus den USA. Muffler und Konzertagent Dieter Bös konnten ganz grosse Klassiker verpflichten: Bob Dylan! Lionel Richie! Patti Smith!

Diese Namen überstrahlen die anderen auf der diesjährigen Affiche (welche visuell übrigens leicht modifiziert wurde).

Der harte Kampf um Exklusivität

Bei der Präsentation im Festivalzentrum, dem Lörracher Burghof, liess Muffler durchblicken, dass er noch andere, jüngere Stars im Auge hatte. Aber die «horrenden Gagen und Exklusivitäten», die heutzutage verlangt würden, machen «Stimmen» das Veranstalten schwer. «Da werden manche Künstler, die sehr hot sind, von anderen Festivals exklusiv blockiert und ein Engagement unsererseits verunmöglicht», klagt Muffler.

Programm und Vorverkauf
Das komplette Programm sowie den Ticketvorverkauf finden
Sie auf der Website des Stimmen-Festivals.

Wenn man aber mit so klingenden Namen wie Smith oder Dylan aufwarten kann, ist das halb so schlimm, mag man tröstend nachschieben. Auf jeden Fall sind diese lebenden Legenden auf ihren never ending Tourneen ein Ereignis. Und vielleicht auch ein kleineres Risiko als die Verpflichtung einer einst gehypten Band.

Sophie Hunger auf der grossen Bühne

Der Versuch im letzten Jahr, mit den Hives und den Babyshambles den Indierock der Nuller-Jahre auf dem Lörracher Marktplatz zu etablieren, sorgte jedenfalls nicht für ausverkaufte Konzerte. Elton John hingegen zog wie immer und hatte die 5000 Besucher sofort in der Tasche.

Für britische Evergreens sorgen heuer Status Quo, deren Name Programm ist. Abgerundet werden die Marktplatz-Konzerte Mitte Juli durch zwei ebenso kämpferische Sängerinnen wie Patti Smith: Melissa Etheridge und Sophie Hunger. Die Schweizer Singer-Songwriterin hat es nun auch in Lörrach auf die ganz grosse Bühne geschafft. Respekt!

Die Kelten zu Gast bei den Römern

Überhaupt sind Frauen stark vertreten im «Stimmen»-Programm 2015. Da singt etwa die vielgelobte Britin Julia Biel in der «Coupole» von Saint-Louis. Mit dem Sprung über die Grenze will «Stimmen» wieder in Frankreich Fuss fassen und hofft auf eine engere Kooperation, nach der bisherigen Satellitenbespielung von «Les Dominicains» in Guébwiller.

Die Kooperationen mit Riehen und Augst werden fortgeführt. Das römische Augusta Raurica wird Anfang Juli von den Kelten besetzt: Unter dem Motto «Irish Vibes & Waves» treten unter anderem Cara Dillon, Mick Flannery und Sinéad O’Connor auf.  

Sinéad O’Connor trat vor vier Jahren auf der Summerstage in Basel auf, war auch schon 1997 bei «Stimmen» zu erleben. Und gilt noch immer als unberechenbare, skandalträchtige Künstlerin, die privat und künstlerisch grosse Schwankungen durchgemacht hat. In welcher Verfassung sie sich 2015 präsentiert, ist eine der Fragen, auf die nur der Konzertbesuch Antwort geben kann.

Überraschungsmomente, sie gehören zu «Stimmen» – und prägen manchmal nachhaltig den Eindruck eines Jahrgangs. So strahlte Markus Muffler, als er sich an den letztjährigen Auftritt von La caravane passe erinnerte. Manchmal sind es die unbekannten Namen, die die grössten Aha-Erlebnisse bescheren. Perlen, die es hoffentlich zu entdecken gibt, wie Muffler es nennt. So dürfte heuer wieder entfesselnde Partystimmung im Lörracher Rosenfelspark aufkommen – etwa bei den Konzerten der französischen Gruppe Boulevard des Airs oder dem Londoner Yiddish Twist Orchestra.

Als vielversprechende jüngere Stimmen gelten zudem Nadine Shah und William Fitzsimmons, die man ebenso auf dem Radar haben sollte wie den Basler Singer-Songwriter Baum. Er wird am 26. Juli den letzten «Stimmen»-Abend 2015 eröffnen – und garantiert in einer 80er-Party enden: Bilden doch die amerikanischen The Hooters (Johnny B) den Abschluss.

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Stimmen Festival, 2. bis 26. Juli, in Lörrach, Riehen, Augst und Saint-Louis.

Konversation

  1. Ja, Lörrach ist eine gute Adresse!
    Allerdings mit Bob Dylan ist kein „Staat“ mehr zu machen. Er hat definitiv den „Absprung aufs Altenteil“ verpasst. Es ist schade, seine vielen Konzerte, seine tolle Musik aus den 60/70/80-ziger Jahre – er ist nur noch ein Schatten seiner selbst!

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  2. Sollen die Dauermotzer dauermotzen und zuhause Lokalradio hören.

    Ich finde es beachtlich, was Lörrach da jedes Jahr wieder auf den Marktplatz zu stellen vermag…

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