Bund bestraft Basler Museen – Sportmuseum vor dem Aus

Sport- und Architekturmuseum erhalten künftig keine Subventionen mehr vom Bund, das Haus für elektronische Künste bekommt nur noch stark reduzierte Beiträge. Das Sportmuseum spricht von einer «existenzbedrohenden Situation».

Auf der Abschussliste: Basler Museen sind durch gestrichene Bundesgelder in ihrer Existenz gefährdet. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Das Bundesamt für Kultur vergibt seine Subventionen an Museen in der ganzen Schweiz nach neuen Kriterien. Heute wurde bekannt, welche Museen Geld erhalten. Von 35 Einrichtungen, die Gelder beantragt haben, wurden 13 berücksichtigt.  Grosser Leidtragender ist der Kanton Basel-Stadt, mehr Geld erhält Augusta Raurica.

  • Das Sportmuseum auf dem Dreispitz erhielt bislang 150’000 Franken pro Jahr vom Bund – ab 2019 bekommt es nichts mehr.
  • Auch dem Schweizerischen Architekturmuseum bei der Kunsthalle werden die Mittel gestrichen. 2017 erhielt das Museum noch 300’000 Franken – ab 2019 bekommt es nichts mehr.
  • Finanzielle Einbussen beklagt auch das Haus der elektronischen Künste (Hek) auf dem Dreispitz. Von 420’000 Franken sinken die Bundessubventionen auf 250’000 Franken (2019 bis 2022).
  • Neu erhält Augusta Raurica Geld vom Bund. Die Römerstadt wird mit 400’000 Franken Subventionen bedacht, bislang gab es keine Bundesgelder.

Zukunftsängste beim Sportmuseum

Besonders bedrohlich ist die Lage für das Sport- und das Architekturmuseum. Lumir Kunovits, interimistischer Leiter des Sportmuseums, nennt die Lage «existenzbedrohend». Man wisse nicht, wie es weitergehe. Unklar ist beim Sportmuseum auch, ob und wie viel die beiden Basler Halbkantone künftig bezahlen.

Eine Stellungnahme des Architekturmuseums ist ausstehend, dort fällt fast ein Drittel des Gesamtbudgets weg. Jörn Strüker, kaufmännischer Leiter des Hek nennt den Entscheid «enttäuschend». Die Auswirkungen der Streichung würden nun intern diskutiert.

Konversation

  1. Jetzt sieht es so aus als wäre das Bundesamt für Kultur der Übeltäter und würde dem Sportmuseum, dem Schweizerischen Architekturmuseum und dem Haus der elektronischen Künste die Luft abdrehen wollen. Es könnte aber auch sein, dass die seit Jahren verschlammte Museumsstrategie ursächlich dafür verantwortlich ist, dass das Bundesamt sein Interesse an den genannten Institutionen verloren hat. Vielleicht hat sich die Regierung zu wenig engagiert? Vielleicht hätte Elisabeth Ackermann & Philipp Bischof mehr Engagement zeigen müssen? Die lasche Rückendeckung gegenüber dem Sportmuseum war seit geraumer Zeit evident. Auch der Grossrat hat sich in diesem Sinne nur mässig für die besagten Institutionen eingesetzt. Beiträge und Subventionen wurden nur zögerlich und mit wenig Enthusiasmus bewilligt. Solche Signale wurden vermutlich auch in Bern registriert. Diese Halbherzigkeit wird den drei Institutionen jetzt zum Verhängnis. Man lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern. Das ist unfair und muss als passiven Widerstand gewertet werden. Wenn man eine Institution und ihren kulturellen Stellenwert nicht mehr wertschätzt, könnte man dies offen kommunizieren und ein entsprechendes Ausstiegsszenarion partizipativ in die Wege leiten. Alles andere ist würdelos und in dieser Form nicht zu akzeptieren.

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  2. Jetzt sieht es so aus als wäre das Bundesamt für Kultur der Übeltäter und würde dem Sportmuseum, dem Schweizerischen Architekturmuseum und dem Haus der elektronischen Künste die Luft abdrehen wollen. Es könnte aber auch sein, dass die seit Jahren verschlammte Museumsstrategie ursächlich dafür verantwortlich ist, dass das Bundesamt sein Interesse an den genannten Institutionen verloren hat. Vielleicht hat sich die Regierung zu wenig engagiert? Vielleicht hätte Elisabeth Ackermann & Philipp Bischof mehr Engagement zeigen müssen? Die lasche Rückendeckung gegenüber dem Sportmuseum war seit geraumer Zeit evident. Auch der Grossrat hat sich in diesem Sinne nur mässig für die besagten Institutionen eingesetzt. Beiträge und Subventionen wurden nur zögerlich und mit wenig Enthusiasmus bewilligt. Solche Signale wurden vermutlich auch in Bern registriert. Diese Halbherzigkeit wird den drei Institutionen jetzt zum Verhängnis. Man lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern. Das ist unfair und muss als passiven Widerstand gewertet werden. Wenn man eine Institution und ihren kulturellen Stellenwert nicht mehr wertschätzt, könnte man dies offen kommunizieren und ein entsprechendes Ausstiegsszenarion partnerschaftlich in die Wege leiten. Alles andere ist würdelos und in dieser Form nicht zu akzeptieren.

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