Ein Drama im Schweizer Hip-Hop-Milieu

Der Spielfilm «Off Beat» kommt ins Kino. Rasant die Raps, pikant die Dreiecksgeschichte: Ein Musikproduzent fühlt sich auch physisch zu seinen Protégés hingezogen. Jan Gassmann thematisiert damit die Homoerotik, die in der Rapszene oft tabuisiert oder gar diskriminiert wird. Mit «Chrigu», seinem ergreifenden Dokfilm über einen todkranken Freund, gelang dem jungen Schweizer Filmemacher Jan Gassmann 2007 […]

Starker Auftritt: Hans-Jakob Mühlethaler überzeugt bei seinem Spielfilmdebüt.

Der Spielfilm «Off Beat» kommt ins Kino. Rasant die Raps, pikant die Dreiecksgeschichte: Ein Musikproduzent fühlt sich auch physisch zu seinen Protégés hingezogen. Jan Gassmann thematisiert damit die Homoerotik, die in der Rapszene oft tabuisiert oder gar diskriminiert wird.

Mit «Chrigu», seinem ergreifenden Dokfilm über einen todkranken Freund, gelang dem jungen Schweizer Filmemacher Jan Gassmann 2007 der Durchbruch. Jetzt kommt sein erster Spielfilm ins Kino: «Off Beat». Im Zentrum dieses Dramas, das im Hip-Hop-Milieu angesiedelt ist, stehen drei (Musik-)Liebhaber: Lukas (26) erkennt, dass er vom Rap nicht leben kann (bestechendes Filmdebüt: der Langenthaler Mundartist Hans-Jakob Mühlethaler). Er gibt sich zunehmend die Kante und fällt bei seinem Produzenten und heimlichen Liebhaber Mischa (gespielt vom Basler Domenico Pecoraio) in Ungnade. Während Lukas taumelt, setzt der um 20 Jahre ältere Mischa auf einen neuen Protegé: Lukas’ jüngeren Bruder Sämi – bis diese Dreieckssituation eskaliert.

Die Stärken von «Off Beat» liegen nicht zuletzt in den starken Mundart-Raps, die elegant ins Drehbuch eingewoben wurden – sowie in der Tatsache, dass Hip-Hop darin nicht nur verherrlicht, sondern auch Tabuthemen wie etwa Homosexualität angesprochen werden. Die Schwächen von «Off Beat» liegen in der Dramaturgie, den Entwicklungssprüngen gegen Ende. Dennoch musste sich der stimmungsvolle Milieufilm an den diesjährigen Berliner Filmfestspielen nicht vor der Konkurrenz in der «Panorama»-Kategorie verstecken.

An der Basler Premiere werden der Beatboxer Ciaccolo sowie Hauptdarsteller Hans-Jakob Mühle­thaler (Chocolococolo) auch vor der Leinwand für Stimmung sorgen.

 

Premiere: Donnerstag, 1. Dezember, 21 Uhr. Kult.Kino Atelier, Basel.

Artikelgeschichte

Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 25/11/11

Konversation

Nächster Artikel