«Ich habe Sousa gefeuert»

Ein thematisch breitgefächertes Programm bietet das zweite Filmfestival «Flutlicht» vom 16. bis 18. Januar in der Basler «Bar du Nord», unter anderem eine Dokumentation über den ersten Job von FCB-Trainer Paulo Sousa in London. Die TagesWoche verlost Festivalpässe und zwei DVDs.

Paulo Sousa, links neben ihm Vlavio Briatore, war Teil eines grossen Planes – zumindest ein paar Monate lang. Szene aus dem Film «The Four Year Plan», der während des «Flutlicht»-Festivals in Basel gezeigt wird.

Ein thematisch breitgefächertes Programm bietet das zweite Filmfestival «Flutlicht» vom 16. bis 18. Januar in der Basler «Bar du Nord», unter anderem eine Dokumentation über den ersten Job von FCB-Trainer Paulo Sousa in London. Die TagesWoche verlost Festivalpässe und zwei DVDs.

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Eine grosse Hürde für eine kleine Veranstaltung wie das Basler «Flutlicht»-Filmfestival sind die Rechte und die Gebühren an die Verleiher. Daran scheiterte vor der zweiten «Flutlicht»-Auflage vom 16. bis 18. Januar in der «Bar du Nord» die Beschaffung des Films «Landauer», der die Geschichte des jüdischen Präsidenten des FC Bayern München nachzeichnet.

Das Festival

Zum zweiten Mal findet das «Flutlicht»-Filmfestival von Freitag, 16. bis Sonntag, 18. Januar im «Gare du Nord» und der «Bar du Nord» (Sonntag) statt.
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Der Streifen wäre Bestandteil des Festival-Sonntags gewesen, bei dem es um Juden und Fussball geht. Im Mittelpunkt steht nun der Dokumentarfilm «Liga Terezin» über die fussballspielenden Ghetto-Bewohner von Theresienstadt und die Propaganda der Nazis. Umrahmt wird dieser Film von einer Lesung Wolfgang Bortliks und einer anschliessenden Podiumsdiskussion mit dem Roman- und Drehbuchautor Charles Lewinsky.

Paulo Sousas erste Trainerstation

Den Ausfall von «Landauer – der Präsident» haben die Festivalveranstalter um Dieter Bopp, Philipp Grünenfelder und Markus Schwark mit einem kurzfristig organisierten Beitrag aus einem anderen Bereich kompensiert. Am Festival-Samstag wird «The Four Year Plan» gezeigt (14.00 Uhr), ein temporeicher Dokumentarfilm über die Übernahme der bankrotten Queens Park Rangers (QPR) 2007 durch ein Konsortium um Flavio Briatore und Bernie Ecclestone.

Das Ziel: QPR innerhalb von vier Jahren zurück in die Premier League zu bringen. Einer der Trainer dieser Mission: Paulo Sousa. Von November 2008 bis April 2009 war der heutige Trainer des FC Basel im Westen von London am Ruder. Dann sagt Briatore während eines Heimspiels, die Kamera ständig auf sich gerichtet: «Wenn er verliert, schmeisse ich ihn raus.» Nach dem Spiel meldet er am Telefon lakonisch den Vollzug: «Ich habe Sousa gefeuert.»

Premiere von «Offside Istanbul»

Ist der Vierjahresplan ein unterhaltsamer Blick hinter die Kulissen eines traditionsreichen, damals zweitklassigen englischen Glitzerclubs, hat das «Flutlicht»-Programm viel Ernsthaftes zu bieten. «Das Angebot richtet sich explizit nicht nur an Fussballinteressierte, sondern an alle, die sich für soziale oder politische Aspekte rund um den Sport interessieren», erläutert Philipp Grünenfelder, Präsident des Trägervereins, der beim ersten Versuch 2014 über 300 Gäste in der «Bar du Nord» am Badischen Bahnhof begrüssen durfte.

Erstmals kann das Festival eine Premiere präsentieren, und «Offside Istanbul» über erwartungsvolle und meistens scheiternde afrikanische Fussballer in Istanbul ist erst noch ein Werk des jungen Filmemachers Jonas Schaffter aus Metzerlen. Während der Entstehungsgeschichte des Films hat die TagesWoche in einem Beitrag Schaffters über dessen Recherchen berichtet («Im Abseits»).

Preziosen und Geldsammlung

Eröffnet wird das Festival am Freitag, 16. Januar, um 20 Uhr mit dem Film «We must go», der die ägyptische Nationalmannschaft, darunter der Ex-FCB-Profi Mohamed Salah, und ihren US-amerikanischen Coach Bob Bradley während der politischen Umbrüche im Land begleitet.

Zu den Preziosen des Programms gehören ausserdem «L’arbitro», eine italienische Komödie (Samstag, 23 Uhr), der «Aufbauer der Nation» von 1998 mit Karl Odermatt und Heinz Hermann im Mittelpunkt wird wieder einmal ausgegraben, das Fussballmagazin «Zwölf» leistet einen Beitrag zu Pleiten, Pech und Pannen und aus dem Archiv des Museums des FC Zürich erreichte die Festival-Macher ein Ausbildungs-Video für angehende Schiedsrichter – aus dem Jahr 1974 und mit dem damaligen Nationalliga-A-Linienrichter Otto Furer.

Und wie erwähnt: Die Finanzierung eines Festivals ist keine einfache Aufgabe. Auf der Crowdfunding-Plattform «wemakeit» haben sich die Flutlicht-Macher vorgenommen, 2800 Franken einzusammeln. Am Sonntag, 11. Januar, zwei Tag vor Ende des Finanzierungsprojekts, waren 2680 Franken zusammengekommen. Das sollte reichen.

Die Verlosung der TagesWoche

Drei Festivalpässe und zwei DVDs verlost die TagesWoche im Zusammenhang mit dem «Flutlicht»-Filmfestival (16. bis 18. Januar, «Bar du Nord»). Der Festivalpass gewährt Einlass an allen drei Veranstaltungstagen, auf den DVDs ist Angelo Lüdins «Aufbauer der Nation» mit Karl Odermatt und Heinz Hermann zu sehen.

Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, hinterlässt bis Mittwoch, 14. Januar, 12.00 Uhr, einen Kommentar unter diesem Beitrag. Unter den Kommentatoren losen wir die fünf Gewinner aus. Die TagesWochen Festivalpässe werden an der Festivalkasse zurückgelegt, die DVDs schicken wir den Gewinnern zu. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen viel Glück und bei einem Festivalbesuch gute Unterhaltung.

Konversation

  1. I hätt au gärn Tickets 🙂 Dr Briatore als Financier, miessti doch sehr amüsant si zum luege…

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  2. Im Jahr vor seiner Rückkehr zum FCB war P. Degen übrigens beim damaligen Aufstiegskandidaten QPR im Gespräch. Hätte Degen diesen Schritt getan, wäre er wohl heute wie sein Bruder im verfrühten fussballerischen Ruhestand, habe ich so das Gefühl.

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  3. Eine kleine korrigierende Anmerkung zu ihrem interessanten Text, Herr Kieslich:
    QPR war/ist ganz bestimmt kein Glitzerclub. Wenn auch unweit von Chelsea, liegt das Stadion in einer postindustriellen Brachlandschaft. Toll, weil ein typisches altenglisches Rund, leicht heruntergekommen, ohne jeden Schnickschnack. Eine rauhe Gegend jedoch. Alles strahlt den morbiden Charme des Vergangenen aus.
    Dass Briatore und Konsorten QPR übernommen haben, hatte seinen Grund schlicht in der Tatsache, dass ein Londoner Stadtverein für ein Butterbrot (da am Rand der Insolvenz) zu haben war. Und wohl der Hoffnung auf ein Investment.

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  4. Klingt sehr spannend und wäre ein tolles Vor-Geburtstagsgeschenk 🙂 Zudem hat mich der Fernsehbeitrag zu Offside Istanbul sehr interessiert bzw. berührt. Danke im Voraus

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  5. Sechs Beiträge hats bereits für die hochgerechnet fünf Preise. Dann muss wohl das Los entscheiden … umso grösser meine Chancen, da mir grad gar kein schlauer Kommentar einfallen will 😉

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