Krumme Knochen und spukende Geister

Ein kleines Büchlein, herausgegeben vom Naturhistorischen Museum, erzählt Geschichten rund um Skelette.

«Die krumme Marie» – im Buch drin geht sie zum Fest. (Bild: Karen N. Gerig)

«Wenn Knochen erzählen» titelt die aktuelle Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum. Statt Knochen kommt in einer Publikation Birgit Schmid zu Wort. Die Autorin erzählt fünf Geschichten, wie sie im historischen Basel stattgefunden haben könnten.

Die aktuelle Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum ist anders auf verschiedenen Ebenen. Für einmal geht es nicht um exotische Tiere, sondern steht der Mensch im Zentrum, das menschliche Skelett genaugenommen. So stapeln sich nun also im vierten Stock des Museums die Knochen: Oberschenkel und Fussknöchelchen, Ellen und Speichen, Rippchen und Schädel. Nun sind diese Stücke vielleicht nicht jedermanns Sache, manch ein Kind gruselt sich vielleicht gar vor den zusammengesetzten Knochenmenschen, und man wünschte sich, es täte ein bisschen mehr menscheln. Das tut die Ausstellung jedoch erst zum Schluss. Da ist wieder Fleisch am Knochen, sitzen wieder Augen in den Augenhöhlen.

Nicht, weil sie dachten, es fehle etwas, sondern weil sie Lust hatten, mal etwas anderes zu machen, haben die Leute vom Museum ein kleines Büchlein in Arbeit gegeben, das man nun erwerben kann. Es erzählt fünf Geschichten von Menschen, denen einige der ausgestellten Skelette gehört haben könnten. Da ist die Rede von der kleinen Agnes, die im Birsig ertrinkt, oder vom bettlägrigen Mönch Pius. Das kleine, von Lorenz Meier illustrierte und von Birgit Schmid verfasste Buch liest sich zwar schnell, und doch erfährt man einiges darin. Über den alten Spitalfriedhof im St. Johann, über den Barfüsserplatz, über das historische Basel. Es bildet eine wunderbare Ergänzung zu einer spannenden Ausstellung. Grusel hin oder her.

> «Die krumme Marie», von Birgit Schmid und Lorenz Meier (Radierungen), hrsg. vom Naturhistorischen Museum Basel, 48 S., 14.90 Fr.

Konversation

  1. Es ist schade, dass die Kritik die beiden andern Werke, Feuervogel von Igor Stravwnskiy und Espansioni von Rudolf Kelterborn nicht berücksichtigten. In beiden Werken konnte das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung seines Chefdirigenten Dennis Russel Davis zeigen, zu welchen Höchstleistungen es fähig ist. Sie taten es wirklich. Für mich waren diese Werke der Höhepunkt des Konzertes vom vergangenen Mittwoch.

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