Marc-Uwe Kling präsentiert den dritten Streich

Marc-Uwe Kling präsentiert die «Känguru-Offenbarung», den dritten Teil seines popliterarischen Bestsellers.

Der Autor mit den langen Ohren: Marc-Uwe Kling.

Marc-Uwe Kling präsentiert die «Känguru-Offenbarung», den dritten Teil seines popliterarischen Bestsellers.

Wer Ostern am Gotthard stand, hat sich mit Sicherheit über den Verkehr ärgert, aber vielleicht noch mehr über sich selber: Denn Stau könnte ja auch Spass machen, vorausgesetzt, man hat sich entsprechend darauf vorbereitet und mit lustiger Literatur eingedeckt. Mit neuen Geschichten, die helfen, die Zeit am Schleifpunkt leichtfüssig zu überbrücken.

Zum Beispiel die «Känguru-Offenbarung» von Marc-Uwe Kling, die Freunden des absurden Humors gerade recht kommen dürfte. Das Buch markiert den dritten Teil einer popliterarischen Erfolgsgeschichte, «die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung», wie der Berliner Autor selber schreibt.

Wer den Einstieg verpasst hat: Mit den «Känguru-Chroniken» stieg Marc-Uwe Kling zum Bestseller der Slamszene auf. Er schilderte darin seine Erlebnisse mit einem neuen Nachbarn, einem gebeutelten Schmarotzer, der sich von einem Tag auf den anderen in seinem Berliner Altbau eingenistet hatte. Ein Känguru, das Nirvana hört und Marx rezitiert. Gerade weil das anarchische, antiautoritäre Tier keiner Konfrontation aus dem Weg geht, liebt man es.

Nach der eher durchzogenen Fortsetzung, worin Kling den Cast um einen neoliberalen Pinguin erweiterte, hat er jetzt den dritten Teil veröffentlicht.

Und höre da: Noch lustiger ist das Känguru, wenn man es lost statt liest. Für die Hörbuch-Fassung wurde Kling 2013 auch schon mal ausgezeichnet. Jetzt legt er mit einer 7,5-Stunden-Version der «Känguru-Offenbarung» nach. Das schlägt den längsten Stau am Gotthard.

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Marc-Uwe Kling: «Die Känguru-Offenbarung», 300 Seiten, Ullstein Verlag, März 2014.

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