Neue Bar: Ein Abend im Theater-Affenkäfig am Klosterberg 6

Das Theater Basel hat seinen lange Zeit verwaisten Club am Klosterberg 6 als Monkey Bar neu belebt. Unter anderem mit Livemusik, einer ausschankfreudigen Toilettenfrau und merkwürdigen Piadina-Bäckern.

Piadina aus der Hand merkwürdiger Gestalten.

(Bild: Dominique Spirgi)

Das Theater Basel hat seinen lange Zeit verwaisten Club am Klosterberg 6 als Monkey Bar neu belebt. Unter anderem mit Livemusik, einer ausschankfreudigen Toilettenfrau und merkwürdigen Piadina-Bäckern.

Wenn man einen Club besucht, kann man etwas erleben. Erst recht, wenn man im Club des Theater Basel landet. Als Monkey Bar hat die neue Theater-Crew die einst legendäre Late-Night-Lokalität am Klosterberg 6 wiederbelebt. Ohne eigentliches, letztlich aber mit viel Theater.

Grundsätzlich ist die Monkey Bar, wie der Name sagt, erst einmal vor allem Bar (warum von Affen die Rede ist, erschliesst sich indes nicht wirklich). Und in dieser Bar treffen Theaterinsider – vom gut gelaunten Direktor bis zum fröhlichen Beleuchter – auf erwartungsfrohe Gäste. Beide Seiten kamen in Strömen, obwohl das Theater kaum, eigentlich gar keine Werbung für diesen Anlass gemacht hat.

Ort der Begegnung

Der Club am Klosterberg 6, der sich einst K6 nannte, ist vielen Theaterfreunden noch in bester Erinnerung. Vor über zehn Jahren wurde er von Regisseur Rafael Sanchez als öffentliches Wohnzimmer und später als szenisches Motel belebt: mit Parties, aber auch mit intimen Theaterstücken.

Theater wurde am Wiedereröffnungstag nicht gespielt. Oder nur am Rande. Denn hinter einer Theke fertigte Piadina-Bäcker Andrea Bettini assistiert von Nicola Mastroberardino und Myriam Schröder im grotesken Outfit aus der «Sparschwein»-Inszenierung gefüllte Fladenbrote. Diese Piadinas waren übrigens vorzüglich.

Gastfreundliche Toilettenfrau

Ebenfalls vorzüglich war die Betreuung der WC-Gänger durch die Toilettenfrau. Sie, also die Schauspielerin Carina Braunschmidt, versüsste die Wartezeit vor den zwei Kabinen mit Champagner und schwärmte von den Proben zu «Der Menschen Feind» von Peter Licht nach Molière (Premiere am 14. April). Kaffee hätte sie ebenfalls im Angebot gehabt, nur war niemandem danach.

Auch der Ananaskuchen fand erst Absatz, als sie ihn von den Toiletten weg und in den eigentlichen Bar-Raum trug. Gebacken worden war er, so ist zu erfahren, vom Ensemblemitglied Martin Hug – «ein versierter Kuchen-Bäcker», wie sein Kollege Thomas Reisinger betonte.

Musik von innen und aussen

Wer wollte, konnte in der Monkey Bar unkompliziert ins Gepräch mit den Mitgliedern des Ensembles kommen und viel an interessanten Hintergründen und über spannende Pläne erfahren. Am Wiedereröffnungsabend gab es aber auch Live-Musik: zuerst leicht holprigen Neobarock’n’Roll einer theaterinternen Ad-hoc-Formation (mit Hausregisseurin Julia Hölscher sowie den Ensemblemitgliedern Elias Eilinghoff, Mario Fuchs, Steffen Höld, Max Rothbart und Michael Wächter), gefolgt von einer hinreissend aufspielenden Indie-Rockband (noch) ohne Namen. Der Bandleader sei Barkeeper in der Fass-Bar, war zu erfahren. Die Namenlosigkeit wird wohl bald ein Ende haben.



Neo-Barock'n'Roll von der Theaterband

Neo-Barock’n’Roll von der Theaterband (Bild: Dominique Spirgi)

Der Einstand des wiederbelebten Theaterclubs ist bestens geglückt. Stammpublikum wäre sicher bereits zur Genüge vorhanden. Aber dieses muss sich etwas gedulden, bis es wieder am Kosterberg 6 wird einkehren können. «Keine Ahnung», flunkert Theaterdirektor Andreas Beck auf die Frage, wann die Monkey Bar ihre Tore wieder öffnen wird.

Eine freundliche junge Frau in seiner Nähe rückt dann doch noch mit dem nächsten Datum raus: am 18. März werde es wieder soweit sein. Dann wird es wieder heissen: «See you at the Monkey Bar. I have to show you something very important.»

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