Orchesterprobe in der Kirche? Vorzeigeprojekt mit Schönheitsfehlern

Das Präsidialdepartement feierte die Idee für einen Proberaum für sinfonische Orchester als Vorzeigeprojekt. Jetzt zeigt sich aber, dass sich die Realisierung in einer ehemaligen Kirche als weitaus komplizierter erweist als erwartet.

Der denkmalgeschützte Bau der First Church of Christ, Scientist, Basel. (Bild: Erwin Baumgartner, Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt)

Der neue Proberaum für Orchester werde voraussichtlich ab Frühjahr 2017 bezugsbereit sein, teilte die Regierung Ende August 2016 mit. Jetzt ist Herbst, aber der denkmalgeschützte Bau der First Church of Christ, Scientist beim Picassoplatz ist noch weit von einer Umnutzung entfernt. Wie das «Regionaljournal Basel» und die «bz Basel» berichten, erweist sich der Umbau als komplizierter als angenommen.

Der Proberaum kann frühestens in einem Jahr eröffnet werden. Und auch sonst gibt es noch viele Fragezeichen. Die Regierung ging davon aus, dass der Proberaum nach einer Anschubfinanzierung des Kantons unter der Verwaltung des Sinfonieorchesters Basel kostendeckend betrieben werden könnte. Der Geschäftsführer des Orchesters, Franziskus Theurillat, bezweifelt jedoch gegenüber den Medien, dass ein kostendeckender Betrieb machbar ist.

Eine Orchesterprobe ist eben nicht immer eine einfache Angelegenheit

SRF-«Regionaljournal»: «Viele Fragezeichen um geplanten Orchester-Proberaum in Basel»

Konversation

  1. Am 30. August 2016 konnte man in der Tawo lesen: »Eine von Immobilien Basel-Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie habe gezeigt, dass das Gebäude gut zu einem Proberaum umgebaut werden könne. Die notwendigen Massnahmen seien mit der Denkmalpflege abgesprochen«.

    Jetzt über ein Jahr später gibt man zu, dass der Umbau komplizierter als angenommen ist. Da fragt man sich ja schon, was der reale Nutzen einer solche Machbarkeitsstudie ist? Stellt sich dabei nicht auch die Haftungsfrage beim Verfasser dieses Papiers?

    Das Gebäude wurde jahrelang als Kirche genutzt, d.h. es war öffentlich zugänglich. Die Denkmalpflege hat sich mit dem schützenswerten Gebäude beschäftig. Immo BS musste sich wohl bereits vor dem Kauf mit der Qualität und dem Zustand der Liegenschaft auseinandersetzen. Aber plötzlich generiert der Gelegenheitskauf nur noch Probleme. Haben die Verantwortlichen nicht richtig hingeschaut? Geht man mit Staatsgeldern vielleicht etwas zu flapsig um?

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