Sinfonie-Orchester ist im Exil erfolgreich – und buhlt mit «Indiana Jones» um noch mehr Publikum

Das Sinfonieorchester Basel muss ein Jahr länger als geplant auf die Rückkehr in den Musiksaal des Stadtcasinos warten. Es kann dies mit Gelassenheit tun, denn das Programm im Exil kommt beim Publikum sehr gut an.

Chefdirigent Ivor Bolton und das Sinfonieorchester Basel haben gut lachen: Ihre Auftritte im Exil kommen beim Publikum gut an.

«Im ersten Moment war es schon ein kleiner Schock», sagt Barbara Schneider, Präsidentin der Trägerstiftung des Sinfonieorchesters. Im Januar wurde bekannt, dass der Musiksaal des Stadtcasinos, also die Heimspielstätte des Orchesters, erst ab September 2020 wieder zur Verfügung stehen wird, statt wie geplant bereits 2019. Das Orchester muss nun gewisse Programme umstellen.

Doch ein Blick zurück auf die noch laufende Saison 2017/18 beruhigt die Gemüter der Orchesterverantwortlichen: Die durchschnittliche Auslastung der bisher gespielten Konzerte im Münster, im Theater Basel und im Musical Theater kann sich mit 87 Prozent durchaus sehen lassen. Kommt dazu, dass das Orchester die Abozahlen auch im Exil hat halten können. Rund 130 Menschen hätten sich sogar neu für ein Konzertabonnement entschieden, sagte Geschäftsleiter Franziskus Theurillat an der Jahresmedienkonferenz des Orchesters.

Damit bewältigt das Basler Orchester seine Zeit im Exil erfolgreicher als das Zürcher Tonhalle-Orchester, dessen Heimspielstätte ebenfalls saniert wird. Die Zürcher mussten in ihrer aufwendig eingerichteten Ausweichspielstätte in der Maag-Halle bei den Abos einen Rückgang um 20 Prozent hinnehmen. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 67 Prozent.

Chefdirigent Bolton verlängert

Und noch eine erfreuliche Nachricht kann das Sinfonieorchester Basel verkünden: An der Medienkonferenz am Montag setzte Chefdirigent Ivor Bolton vor vielen Zeugen seine Unterschrift unter die Vertragsverlängerung bis 2025.  Er wird unter anderem für eine Weiterführung des erfolgreichen Programmrasters im Exil sorgen: Bruckner und die grossen Romantiker im Münster, eine musikalische Weltreise im Theater Basel und Spektakel im Musical Theater.

Neben vielen weiteren originellen und attraktiven Programmschienen – unter anderem lädt der Chefdirigent im September 2018 und Juni 2019 zu zwei Gratis-Konzerten – wird das Orchester im Musical Theater eine neue Konzertreihe mit dem Titel «Concert & Cinema» lancieren. Zum Auftakt ertönen am 27. September die berühmten Fanfaren aus «Indiana Jones» – ein konzertanter Ausflug, den auch die Berliner Philharmoniker bereits unternommen haben.

Konversation

  1. Mit Verlaub, das ist ein bisschen fantasielos. Wenn man sich schon als Orchester mit dem Film beschäftigt, wäre ein Arthouse Sujet in Basel angebrachter als Popcornkino. John Williams ist sterbenslangweilig wollte ich eigentlich schreiben.

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    1. Ist zwar auch nicht wirklich Arthouse, aber auf dem Programm steht auch «An American in Paris» mit der Musik von George Gershwin. (Nun gut, auch «Drei Haselnüsse für Aschenputtel» mit der Musik von Karel Svoboda).

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten
    2. Wir haben schon in der Dorfmusik Williams gespielt am Jahresabend, wenn das SOB dreissig Jahre später immer noch mit dieser ollen Kamelle lockt, dann ist das einfach mutlos. Warum nicht mal etwas riskieren und einen Abend mit Musik des grossartigen Cliff Martinez einstudieren, einem Filmkomponisten, der klassische Scores mit elektronischer Musik kombiniert. Kennt man von Sex Lies and Videotapes, The Knick, Drive und vom Gässlifilm-Festival.

      Danke Empfehlen (0 ) Antworten

Nächster Artikel