«Theater mit dem Herzen verstehen» – eine neue Schauspielschule für Basel

In einem kleinen Rahmen grosse Künstler hervorbringen: Das will die neue Schauspielschule «Les Arts Scéniques» im Basler Bachletten-Quartier.

In Aktion: «Les Arts Scéniques» mit Leiterin Martina Rick (links). (Bild: Lyle Eachus)

In einem kleinen Rahmen grosse Künstler hervorbringen: Das will die neue Schauspielschule «Les Arts Scéniques» im Basler Bachletten-Quartier.

Die Basler Theatergruppe «Les Arts Scéniques» existiert seit 2012. Nun bietet das Gründerpaar Cary und Martina Rick neben eigenen Produktionen und Theaterkursen für Laien auch noch eine einjährige Schauspielausbildung an.

«Das Theaterjahr will allen Auszubildenden ermöglichen, sich einen Werkzeugkasten zusammenzustellen mit den für die Umsetzung eigener Ideen nötigen Tools», erklärt Cary Rick. Im Vordergrund der Ausbildung steht demnach das individuelle Schaffen und die Umsetzung eigener Ideen. «Ich habe den Eindruck, dass ich hier die Möglichkeit habe, viel über mich selbst zu lernen», sagt Rania Bouzekri, eine Teilnehmerin am Schnuppertag.

Im August gehts los

Unterrichtet wird ab dem 10. August in vier Blöcken mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten: die handwerklichen Grundlagen, der Dialog, das Ensemblespiel und letztlich die Verwirklichung eines eigenen Projektes. Dieses bildet zugleich den Abschluss des Jahres und wird mit dem schuleigenen Diplom «Performer LAS» ausgezeichnet.

Neben den traditionellen Fächern wie Bewegung, Stimme, Regie und Schauspiel sollen auch wirtschaftliche Aspekte, wie Finanzierung und Marketing eines Theaterprojekts, unterrichtet werden. 

Die Finanzierung ihrer eigenen Ausbildung ist ein weiteres Thema, mit dem sich die zukünftigen Studentinnen und Studenten auseinandersetzen müssen. Da es sich bei «Les Arts Scéniques» um eine Privatschule handelt, wird eine Studiengebühr von 12’800 Franken für die insgesamt 640 Unterrichtseinheiten verlangt. 

«Als Abgänger einer privaten Schule hat man einfach weniger Chancen.»

Uwe Heinrich, Leiter Junges Theater Basel

Nicht nur der hohe finanzielle Aufwand ist ein heikler Punkt der Ausbildung. «Das Problem bei den privaten Schauspielschulen ist, dass sie nicht so viel Anerkennung bekommen», sagt Uwe Heinrich, Leiter des Jungen Theater Basel. Dieses hat sich insbesondere durch sein Kursangebot und die erfolgreichen Inszenierungen einen internationalen Namen gemacht. «Es ist nicht zwingend eine Frage der Qualität, aber eine Realität: Als Abgänger einer privaten Schule hat man einfach weniger Chancen.»

Das hängt laut Heinrich unter anderem damit zusammen, dass die Ausbildung an kleinen privaten Institutionen oftmals nicht allzu facettenreich ist. Die staatlich anerkannten Schauspielausbildungen an der Hochschule der Künste Bern oder Zürich bieten ein wesentlich grösseres Spektrum in Bezug auf Dozenten und Verbindungen zu anderen anerkannten in- und ausländischen Schulen.



Leiter von «Les Arts Scéniques» Cary Rick

Leiter von «Les Arts Scéniques» Cary Rick (Bild: Simon Bielander)

Die geplante Klasse von «Les Arts Scéniques» soll aus vier bis zehn Personen bestehen und von drei Dozenten unterrichtet werden. Das hat den Vorteil einer intensiveren und persönlichen Auseinandersetzung mit dem Stoff, lässt jedoch die Frage offen, ob man sich letztlich nicht zu sehr auf einen bestimmten Stil festlegt.

Es hat auch Vorteile, dass es solche alternative Strömungen in der Schauspielwelt gibt. Denn nicht jeder ist für die anspruchsvolle Vollzeitausbildung und den harten Konkurrenzkampf um die begehrten Ausbildungsplätze geeignet. «Wir sind weder an einen Stil noch an eine Disziplin gebunden», erklärt Rick. «Es geht uns um das einfache Handwerk und darum, Theater zu vermitteln, welches das Publikum mit dem Herzen verstehen kann.»
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Wer sich für die Ausbildung interessiert kann sich online für einen Schnuppertag oder direkt für die zweiteilige Audition am 7./8. Mai anmelden. 

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