«Grosse Vorteile» – Darum will die Polizei sieben Teslas kaufen

Über eine Firma in Holland will die Kantonspolizei Basel-Stadt sieben Elektroautos der Marke Tesla anschaffen. Die SVP schlägt Alarm.

Feuchter Traum? Die Polizei von Los Angeles wollte 2016 auf Teslas des Modells S setzen, dann war es ihr aber zu teuer.

Die Basler Polizei soll sieben Teslas erhalten. Das hat das Justiz- und Sicherheitsdepartement Anfang März entschieden, wie dem «Kantonsblatt» zu entnehmen ist. Die trendigen Elektroautos mit umstrittener CO₂-Bilanz sollen als «Alarmpikett-Fahrzeuge» eingesetzt werden – eine Investition im Wert von rund einer Million Franken. Eingekauft wird bei der Firma Force Pro B.V. in den Niederlanden.

Bei der Basler SVP läuten sofort die Alarmglocken, gibt es doch noch überhaupt «keine eigentlichen Teslas in Polizeiausführung», wie die Partei in einer Mitteilung bemängelt. Und dann noch der «sehr hohe Preis» für eine Anschaffung, die noch nicht mal ausgeschrieben wurde!

Im Kantonsblatt heisst es dazu: «Die Anforderungen (Kriterien und Vorgaben), welche an ein Alarmpikett-Fahrzeug der Kantonspolizei gestellt werden, kann derzeit nur ein Anbieter auf dem Markt erfüllen.» Dass derzeit noch gar kein Tesla-Modell für Polizeieinsätze parat sei, sieht man laut SVP in Luxemburg. Dort habe die Polizei bereits 2017 zwei Teslas beschafft, müsse jedoch noch immer auf die Abnahme der zuständigen Technikkommission warten.

Die Regierung wird zur Kritik demnächst Stellung nehmen müssen. SVP-Grossrat Felix Wehrli reicht nämlich eine Interpellation ein. Darin will er unter anderem wissen, welche «derart wichtigen Anforderungen» an ein Alarmpikett-Fahrzeug der Kantonspolizei einzig ein Tesla erfüllen könne und ob es nicht auch günstigere Fahrzeuge anderer Anbieter gebe, «allenfalls ohne Elektro- oder Hybridantrieb».

Tesla soll günstiger sein als die alten Diesel-Kombis

Das JSD selbst gibt in einem am Freitag nachgereichten Kommuniqué weitere Details zur Bestellung bekannt. Demnach steht das Tesla-Modell X-100D auf der Einkaufsliste. Die Luxemburger Polizei hatte sich das Modell S zugelegt.

In Basel soll der Tesla X-100D die alten Diesel-Kombifahrzeuge ersetzen. Das Modell erfülle als «Alarmpikett-Fahrzeug» auch die Anforderungen, um die «im kantonalen Legislaturplan 2017-21 punkto Umweltschutz angestrebte Vorbildfunktion der Verwaltung» wahrzunehmen. Das hätten eine «gründliche Abklärung und Praxistests» gezeigt. «Grosse Vorteile» des Tesla X sieht das JSD zudem bei Stauraum, Nutzlast und Fahrleistung.

Die hohen Anschaffungskosten erachtet das JSD als gerechtfertigt, da Betrieb und Unterhalt viel tiefer seien und die Gesamtkosten darum im Vergleich zu den bisher eingesetzten Autos günstiger ausfalle. Für den Strom sorgen übrigens die IWB mit je zwei Ladestationen in den Polizeiwachen Kannenfeld und Clara sowie im Zeughaus.

Konversation

  1. Was mich am Meisten Muff macht ist dass Steinreiche immer noch in ihren Stickkarossen herumkurven. Das sagt ein seit 25 Jahre Abgas-und Rauchgeplagter am äusseren Ring. Bin dafür dass endlich Motorabschalt-Gesetz kommt. Abschalten an Ampeln. Hilft mehr als 7 Teslas.

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  2. Der Strom wird sicherlich billig in Fessenheim eingekauft.
    Denke der 1 Tesla ist in 6 Monaten Schrott.. ab hier schweigt
    der Sänger…..

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  3. Wichtig ist, dass die Teslas genau so daherkommen wie auf dem Foto: Schwarzweiss, mit Mad-Max-Zubehör und mit dem typischen Ami-Sirenen-Ton, evtl. noch mit elektr. erzeugtem Big-Block-Auspuff-Sound – das wär was. Dann steigen alle Kriminellen gerne mit in den Wagen. Auch Polizei-Anwärter kann man mit diesem Flügel-Türen-Schlitten so einfacher rekrutieren…….;-)

    Was aber vergessen wird: Das Alpenland Schweiz hat andere Temperaturen als LA o.ä.. Und wir wissen auch, dass tiefe Temperaturen Akku-Killer sind. Ich finde, es ist noch zu früh für reine E-Cars und man müsste Vergleichsstudien aus Oesterreich etc. abwarten und auswerten. Die bessere Wahle wäre zurzeit ein Hybrid mit Methanol- oder Benzinmotor (jedenfalls kein Diesel), wo bis 50 oder 80 km/h (Stadtverkehr) rein elektrisch gefahren wird.

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  4. Ob es sinnvoll ist, dass der Firma Tesla damit alle Einsatzdaten der Polizei frei ins Haus geliefert werden, ist eine andere Frage.

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  5. Warum Tesla? Unnötiger Luxus! Muss es unbedingt ein US-kapitalistisches Statussymbol sein? Es gibt auch noch andere Elektofahrzeuge. Das Geld lieber für die sozial Schwachen in Basel investieren. Und im Übrigen ein Velo ist gesünder, auch für Polizisten!

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    1. Früher gab es da bei der SBB ja auf jedem Bahnhof so Elektrowägelchen fürs Gepäck. Ob die noch sowas übrig haben?
      In Sachen Geschwindigkeit können die mit der Basler Üblichgeschwindigkeit sicher locker mithalten.

      …. und könnten deutlich billiger sein, da ja Occassionsware.
      … und mit dem Gabelstapler vorne liesse sich der Verbrecher ja tatsächlich „hochnehmen“, ja ganze Syndikate auch „auffliegen“.

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  6. Ich finde Teslas super, nur die Basler Regierung verlangt unverschämt viel Steuern wegen des starken E-Motors. Für sich selber das Beste, und für die Bürger das Tram. Ich sage einfach nur „retrograde peristalsis“.

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  7. Die Momente, in denen ich mit der SVP einig bin, oder zumindest deren Bedenken nachvollziehen kann, sind selten. Aber die CO2-Bilanz von Teslas ist momentan zu schlecht, so dass es – aus ökologischer Warte betrachtet – keine vernünftigen Argumente gibt, sich solche Fahrzeuge anzuschaffen. Und die Ratsrechte möchte ja ohnehin sparen. Da bietet sich doch schon die erste Gelegenheit dazu, dies zu tun.

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    1. Ah ja die Co2 Bilanz bon elektroauto gegnern…
      Ich habe diese Bilanzen gesehen und wissen Sie was ich dabei herausgefunden habe?

      Das Alles was bei der Herstellung des Fahrzeugs sowie deren unterhalt elektrischen strom verbraucht zu 100% auf Kohlekraftwerke abgebucht wurde ( was schonmal eine grosse Schumelei ist.)
      Aber das witzige ist selbst dann ist die Co2 bilanz des Tesla immer noch positiv!

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    2. Ja ich hatte bisher auch gedacht, dass Elektrofahrzeuge die Lösung für die Umweltprobleme sein könnten. Doch dann hab ich mir überlegt woher all die Energie kommt um die Akkumulatoren herzustellen, woher die Energie kommt umd diese zu laden und was mit den Akkumulatoren passiert wenn sie nicht mehr in den Fahrzeugen gebraucht werden können. Dabei habe ich einiges erfahren was mich ganz ordentlich zum stanen und dann zum Umdenken gebracht hat. So gibt es Studien die behaupten, dass bei der Herstellung eines Akkusatzes für einen Tesla mehr CO2 produziert würde, als ein Mittelklassewagen bei 200 000 km Fahrt je ausstossen würde. Und auch wenn davon nur die Hälfte stimmt ist das immer noch viel zu viel. Da staun ich einfach was denn da noch für andere optimistische Bilanzen rumgeistern.

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    3. Ach, hier sind ja alle so Mündig und Informiert (alles verlässliche Informationen aus ihrer eigenen Bubble) und plappern brav die Propaganda nach welche ihnen die Industrie und Politik vorgibt….

      Um euch das Thema jetzt noch etwas komplexer zu machen… Ihr müsst auch die Energie zur Herstellung von Benzin mitrechnen.

      Wenn man bei e-Autos den Verbrauch ab Stromherstellung rechnet, dann bitte so fair sein und die Energie zur Benzin-Herstellung berücksichtigen!

      Das DOE (Department Of Energy) wurde 2009 gefragt:
      „Wie viel Energie wird verwendet, um ein Liter Benzin herzustellen?“
      Antwort: „6 kWh pro Gallone“ (=1,585 kWh pro Liter)

      Ein Golf braucht demnach pro 100km:
      7,93 Liter + 12,5kWh Strom = 82 kWh Gesamtverbrauch.

      Nur mit dem Strom eingesparten Strom wegen „Nicht hergestelltem Benzin“
      –> fährt ein BMW i3 = 78km
      –> fährt ein Tesla Roadster = 66km

      Mit dem Gesamtverbrauch kommen diese so weit:
      –> BMW i3 = 512km
      –> Tesla Roadster = 431km

      Berechnungsgrundlagen:
      1 Liter Benzin = 8,76kWh Heizwert
      Verbrauch ab Steckdose pro 100km BMW i3 : ~16 kWh
      Verbrauch ab Steckdose pro 100km Tesla Roadster : ~19 kWh

      Und abgesehen davon,
      Wenn man realisiert wie viel für die „alte Automobilindustrie“ auf dem Spiel steht… dann versteht man auch die heftigen Reaktionen dieser Industrie… doch das war damals bei der Kutschenindustrie nicht anders

      wo schon Gottlieb Daimler sagte: „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird 1.000.000 nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren“

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    4. Danke, Sie haben mir einiges an Arbeit gespart.
      Ich erlaube mir, an Ihren Berechnungen anzuknüpfen:

      Wirkungsgrad Antriebsstrang eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel, Getriebe, Differential): 70%, meist >80%. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits sind die Wirkungsgrade von Motor und Umrichter (elektronische Ansteuerung des Motors) >90% (Motoren von E-Rennfahrzeugen setzen 97% der elektrischen Energie in mechanische Energie um), anderseits kann ein Elektromotor (genauer, bei E-Fahrzeugen fast ausschliesslich elektronisch kommutierter Gleichstrommotor (BLDC)) fast unabhängig von seiner Drehzahl optimal betrieben werden. Im Endeffekt interessiert nämlich nicht die Leistung, sondern das Drehmoment (das über die Räder eine Kraft auf die Strasse ausübt). Bei Verbrennungsmotoren liegt dieses Optimum irgendwo bei 70% der Nenndrehzahl, überall sonst ist er schlechter.

      Zu diesen rein energetischen Betrachtungen kommen noch weitere Aspekte dazu. Selbst aktuelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor benötigen alle 20-30000km einen Service. Betriebsmittel wie Öl müssen gewechselt werden und müssen als Sonderabfall entsorgt werden. Ein Verbrennungmotor muss, damit er wenigstens näherungsweise seinen Wirkungsgrad erreicht, eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht haben.
      Sieht man sich die üblichen Fahrtprofile an, dann dauern Fahrten selten mehr als eine halbe Stunde. Und weg ist der Wirkungsgrad.
      Teslas mit >200000km auf der Uhr ohne nennenswerte Probleme/Reparaturen nehmen zu.

      Problemfelder wie Feinstaub, Stickoxide, etc. lasse ich jetzt mal weg. Es dürfte relativ einfach zu verstehen sein, dass sie zu Ungunsten des Verbrennungsmotors stehen.

      Summa summarum sieht man also, dass selbst bei unlauteren Tricksereien (E-Mobilität ausschliesslich durch Kohlestrom, Benzingewinnung ausschliesslich durch Ökostrom, etc.) ein Faktor 2 im Wirkungsgrad übrig bleibt. Rechnet man diesen bei den von meinem Vorposter präsentierten Zahlen dazu, sieht es für die dinosauriergestützte Antriebstechnik noch schlechter aus.

      Noch viel entscheidender finde ich allerdings, dass Mobilität generell viel zu billig ist (also ohne 100% Umlagerung der effektiven Umweltkosten). Solange es nicht weh tut, statt zu Fuss, mit dem Velo (fast kostenlos) oder ÖV (günstig) mit dem Auto (egal it welchem Antriebk von A nach B zu kommen, werden wir weiter verstopfte Strassen, Unfälle etc. haben und müssen trickreich die effektiven Kosten verstecken oder schönreden.

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    5. Ups, da ist wieder mal etwas schiefgegangen (ich hasse diese Klicki-Bunti Foren Fenster, keine Ahnung, weshalb hier ein ganzer Abschnitt verschluckt wurde).

      Abschnitt 2 sollte heissen:
      Wirkungsgrad Antriebsstrang eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor (Benzin, Diesel, Getriebe, Differential): <30%. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass der Verbrennungsmotor als Wärme-Kraftmaschine (über Carnot-Prozesse spezifizierbar) physikalischen Grenzen unterworfen ist, die seinen Wirkungsgrad stark begrenzen. Sieht man sich die Entwicklung der Wärme-Kraftmaschinen der letzten Jahrzehnte an, sieht man, dass diese nahe bei der theoretischen Grenze angelangt sind. Mehr geht nur mit Betrug und in korrupten Staaten (aber das ist ein anderes Kapitel).
      Beim Verbrennungsmotor kommt dazu, dass sein Wirkungsgrad nur in sehr engen Grenzen erreicht wird. Bei niedrigen Drehzahlen oder Vollgas ist er noch wesentlich schlechter, als im optimalen Lastbereich, der selten zum Einsatz kommt.

      Abschnitt 3 sollte so anfangen:
      Wirkungsgrad Abstriebsstrang Elektrofahrzeug (Batterie, Umrichter, Motor, ev. Differential):

      ab dann passt er wieder.

      Sorry für diesen Fehler.

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    6. Der Tesla hat auf jeden Fall eine bessere CO2-Bilanz als ein gleich grosser Benziner. Ich weiss, es gibt viele Studien, die etwas anderes behaupten. Aber die haben alle methodische Fehler. So vergleichen sie etwa einen Tesla-SUV mit einem Beinzin-Kleinwagen (Äpfel und Birnen), sie behaupten es dauere 8 Jahre bis der Tesla sich lohnt (kann sein, der lebt aber länger), oder sie nehmen einen unrealistisch schlechten Strommix aus ausschliesslich Kohlekraftwerken, was für die Schweiz sicher absolut unrealistisch ist. Wir haben kein einziges Kohlekraftwerk. Aber den Tesla-Gegnern ist das CO2 sowieso egal, der Grund für die Nörgelei ist ihre ewiggestrige Einstellung, man ist generell gegen alles Neue und sucht sich Ausreden, um am Alten festzuhalten.

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  8. Man könnte die SVP sicher zufriedenstellen, sogar relaiv einfach: Man schafft sich einen grossen roten Traktor an.
    Das primäre Bauernfahrzeug wird von der Bauernpartei sofort verstanden, so mit Schneepflug oder grossem Heuladewagen für den Abtransport von Mitmachern bei unbewilligten Demonstrationen.
    Auch so ein Gülle-Anhänger würde zwecks Befriedigung und Wässerung der Strasse sicher sofort bewilligt.
    Mit einem zweiten repräsentativen Heuanhänger könnte man dann auch Staatsgäste statusgerecht vom Bahnhof abholen.

    Nur das mit dem Parkplatz könne etwas schwierig sein, aber vielleicht hat die Basler Feuerwehr ja noch eine Nische frei. Ansonsten könnte man auch den Hinterhof des Polizeipostens in der Spiegelgasse überdachen.

    Geschwindigkeitsproblem?
    In der Stadt kann man kaum je schneller als 35 fahren. Da kommt so ein grosser Traktor noch locker hinterher. Ein kurzes „Überholen“ des Flüchtenden, schon ergibt der sich von selber.
    Mit der Ladeschaufel lieese sich so das Fluchtauto auch bequem von der Strasse schaffen und bequem auf erwähntem Heu-Anhänger verstauen, um ihn in den Waaghof zu fahren.

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