Bergung der gekenterten «Merlin» angelaufen

Das im August gekenterte Kiesschiff «Merlin» wird ab heute geborgen. Die Grossaktion dauert voraussichtlich rund zehn Tage. Der Sachschaden kann erst danach beziffert werden.

Der Kran hob am vergangenen Mittwoch bereits die ersten Einzelteile der «Merlin» aus dem Rhein. (Bild: Felix Michel)

Das im August gekenterte Kiesschiff «Merlin» wird ab heute geborgen. Die Grossaktion dauert voraussichtlich rund zehn Tage. Der Sachschaden kann erst danach beziffert werden.

Seit Mittwochnachmittag ist die Bergung des  Kiesschiffs im Basler Rheinhafen in vollem Gang. Die am 4. August gekenterte «Merlin» liegt noch immer kieloben im Rhein. Am Mittwoch und Donnerstag machen sich erst noch Taucher daran zu schaffen und versuchen, das Wrack zugänglicher zu machen, wie Enrico Haltiner von der Akademie für Schiffahrt und Navigation am Mittwochnachmittag erklärte. Haltiner leitet die gross angelegte Bergungsaktion im Hafen.

Erst am Freitag soll der 100-Tonnen-Raupenkran zum Einsatz kommen, der die «Merlin» drehen und aufrichten wird. «Wenn alles gut läuft, dauern die kompletten Bergungsarbeiten rund zehn Tage», sagte Haltiner. Erst dann könne auch der Sachschaden ermittelt werden, der bei der Havarie von vor zwei Monaten entstanden ist.

Die Bergung sei eine Grossaktion, die grösstes Fingerspitzengefühl erfordere. In der Bergungskommission sind Vertreter des Schiffseigners, der Einsatzleitung, der Schweizerischen Rheinhäfen und weitere Havarie-Experten.

Fehlende Erfahrung bei derartigen Bergungen

Dass die Bergung erst jetzt erfolge, habe vor allem mit dem hohen Pegelstand des Rheins und der Strömung im Sommer zu tun, sagt Simon Oberbeck, Sprecher der Schweizerischen Rheinhäfen AG. Hinzu komme, dass die letzte derartige Havarie «lange her» sei und den Verantwortlichen die Erfahrung bei komplexen Bergungen fehle. Laut Oberbeck habe man zusätzlich externe Expertisen einholen müssen.

Noch immer ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei. Die Ermittlungen seien sehr umfangreich, sagt Staatsanwaltschafts-Sprecher Peter Gill. Zudem sei es für den Ermittlungsfortschritt erst auch wichtig, dass das Schiff endlich geborgen werde.

Unfälle auf dem Rhein gibt es aber immer wieder, wie die «bz Basel» in einer Auflistung zeigte. So rammte das Hotel-Schiff «Britannia» 2007 einen Pfeiler der Dreirosenbrücke; dabei wurden vier Passagiere verletzt. 2012 starben sogar zwei Menschen, als ein Forschungsboot der Hamburger City-Universität von einem Frachtschiff gerammt wurde und innert weniger Minuten sank.

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