Conradin Cramer soll nächster Regierungsrat der LDP werden

Die Liberalen schicken Conradin Cramer als Nachfolger von Christoph Eymann in die Regierungsratswahlen. Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein verzichtete auf eine Kandidatur.

(Bild: hansjoergwalter.com)

Die Liberalen schicken Conradin Cramer als Nachfolger von Christoph Eymann in die Regierungsratswahlen.

Conradin Cramer soll in die Fussstapfen von Christoph Eymann treten: Die Liberalen haben den 37-jährigen Grossrat am Dienstagabend im voll besetzten Restaurant Schlüssel per Akklamation zu ihrem Regierungsratskandidaten für die Wahlen vom 23. Oktober nominiert.

Cramer hatte intern keine Konkurrentin oder Konkurrenten: Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein, die in der Vergangenheit immer wieder Interesse am Amt gezeigt hatte, gab an der Nominationsversammlung überraschend ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekannt. Dies bedauerten einige Parteimitglieder. Sie habe sich aus zeitlichen Gründen dagegen entschieden, sagte von Falkenstein. Zudem bleibe sie gerne Parteipräsidentin. «Mein Entscheid fällt mir leichter, da mit Conradin Cramer ein ausgezeichneter LDP-Regierungsratskandidat zur Verfügung steht.» 

Für mehr hochwertigen Wohnraum

Cramer sitzt seit 2005 für die LDP im Grossen Rat und präsidiert die einflussreiche Bau- und Raumplanungskommission. 2013/2014 war er Grossratspräsident. Bekannt ist er im Parlament für seine rhetorische Brillanz und seine lösungsorientierte Politik. Cramer ist Rechtsanwalt der Kanzlei Vischer und Lehrbeauftragter für Privatrecht an der Universität Basel.

Der Entscheid zu kandidieren sei ihm nicht leicht gefallen, sagte Cramer. «Mein Beruf erfüllt mich und ich habe enormen Respekt vor dem Amt. Doch ich möchte die politische Herausforderung annehmen und noch mehr mitgestalten.» Einsetzen möchte er sich unter anderem für «die Verbesserung und Erhaltung der Bildungseinrichtungen (Vermächtnis von Christoph Eymann)», «hochwertigen Wohnraum und Flächen für das Gewerbe und internationale Unternehmen» sowie einen sorgsamen Umgang mit den Finanzen. Ob er fürs Regierungspräsidium kandidiert, lässt er offen. «So weit habe ich noch nicht überlegt.»

LDP für Ticket mit SVP

Die Bürgerlichen wollen diesen Herbst die rot-grüne Mehrheit in der Regierung zu Fall bringen. Gelingen soll dies mit einem Viererticket von LDP, FDP, CVP und SVP. Die LDP-Mitglieder segneten die Strategie der Parteileitung ab. «Wir möchten zeigen, dass Basel nicht BastA! ist und wir mit einer bürgerlichen Mehrheit eine bessere Politik für den Kanton machen können», so Cramer.

Die SVP entscheidet am 15. März, wen sie für die Regierung ins Rennen schicken wird. Offenbar will der Parteivorstand seinen Mitgliedern vier Kandidaten vorschlagen. Der ausgewählte SVP-Kandidat wird sich am 16. März den CVP-Mitgliedern präsentieren müssen, die einen Schulterschluss mit der SVP in der Vergangenheit immer wieder abgelehnt hatten.

Die Linken treten mit einem Fünferticket an und wollen den LDP-Sitz angreifen. Trotzdem stehen die Chancen gut für Cramer, am 23. Oktober den Sprung in die Exekutive zu schaffen. Wird Cramer gewählt, wäre er mit seinen beiden Freunden Baschi Dürr (FDP) und Lukas Engelberger (CVP) in der Exekutive. Auf die Frage, ob damit ein Bubentraum in Erfüllung gehen würde, lacht Cramer und sagt: «Das schon nicht. Aber wir verstehen uns gut, politisieren schon lange miteinander, und es ist eine Vertrauensbasis vorhanden, was wiederum gut fürs Regierungsgremium wäre.» 

FDP nominiert Dürr – Urgese neuer Parteipräsident

Die FDP will ihren Sitz in der Basler Regierung mit dem Bisherigen Baschi Dürr verteidigen. Der Parteitag nominierte am Dienstagabend den amtierenden Justiz- und Sicherheitsdirektor per Akklamation für die Regierungsratswahlen vom 23. Oktober. Zudem wählten die FDP-Mitglieder einen neuen Präsidenten: Luca Urgese tritt die Nachfolge von Daniel Stolz an. Der 29-jährige Urgese war seit 2013 Vizepräsident der FDP Basel-Stadt. Seit Oktober 2014 sitzt der Jurist im Grossen Rat. Von 2008 bis 2012 stand Urgese an der Spitze der Jungfreisinnigen Basel-Stadt. (sda)

Konversation

  1. Sehr gute Nomination der LDP. Jetzt noch ein valabler Kandidat der SVP und die linke Mehrheit in der Regierung wird ab 2017 der Vergangenheit angehören.

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