Die Bauern – ein sehr schweizerischer Sonderfall

Der Agrarsektor steht in der Schweiz sogar über Sparzielen. Dabei würde manches für weniger Rücksicht gegenüber der Landwirtschaft sprechen.

Son of Agnes and Ernst Waser removes a cut up pine tree from the meadows of his family's alpine dairy "Unterste Huette" (Lowest Hut) near Emmetten in the canton of Nidwalden, Switzerland, with the help of a boy who spends his holidays helping out on the dairy, pictured on July 16, 2009. (KEYSTONE/Gatean Bally) Zusammen mit einem Ferienkind transportiert der Sohn von Ernst und Agnes Waser eine zerlegte Tanne ab von den Weiden der Alpsennerei "Unterste Huette" seiner Familie bei Emmetten im Kanton Nidwalden, aufgenommen am 16. Juli 2009. (KEYSTONE/Gatean Bally)

(Bild: GAETAN BALLY)

Der Agrarsektor steht in der Schweiz sogar über Sparzielen. Dabei würde manches für weniger Rücksicht gegenüber der Landwirtschaft sprechen.

Die Buure-Zmorge zum 1. August erinnerten wieder einmal daran, dass die Bauern ein wichtiger Pfeiler der schweizerischen Gesellschaft sind. Wichtig zum Teil aus Gründen der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, wichtig auch als Pfleger unserer Landschaft. Doch sind sie auch wichtig für unsere kollektive Identität?

Manches würde für eine Haltung gegenüber der schweizerischen Landwirtschaft sprechen, die von weniger Rücksicht geprägt ist als es traditionell der Fall ist: Die mengenmässig bescheidene Bedeutung des Agrarsektors – vier Prozent der Beschäftigten, ein Prozent des Bruttoinlandprodukts, das im Vergleich mit anderen Ländern moderate «Bauernhofsterben» im Kontext einer ohnehin unvermeidlichen Strukturbereinigung –, sodann das Gebot der Opfersymmetrie, wenn auch andere, ihrerseits wichtige Sektoren ebenfalls Abstriche hinnehmen müssen.

Warum wird all dem wenig bis gar nicht Rechnung getragen? Warum die Ausnahme, wenn ansonsten flächendeckend Sparübungen angesagt sind? Die vorgesehene Kürzung von 56 Millionen im Agrarbereich wurde kürzlich als einzige Ausnahme fallen gelassen, obwohl sie bei den Milliarden-Subventionen nicht übermässig wehgetan hätte.

Warum sieht das Alkoholgesetz eine komplizierte Regelung vor, die den Schnapsbrennern und ihren Obstlieferanten vorteilhafte Bedingungen bieten? Warum sollen Bauland-Bauern Steuerprivilegien erhalten, die den unter Spardruck stehenden Fiskus jährlich 200 Millionen Franken kosten? Warum ist in der Volkskammer eine Mehrheit für eine Erschwerung von Lebensmittelimporten (mit der Aufhebung des Cassis-de-Dijon-Prinzips) zustande gekommen?

Erklärungsbedürftiges Entgegenkommen

Das enorme und irgendwie erstaunliche und darum auch erklärungsbedürftige Entgegenkommen könnte man mit dem bäurischen Herkommen der schweizerischen Gesellschaft erklärten, mit der bereits jahrhundertealten Ideologie, dass die Schweiz im Unterschied zu Nachbarländern, ein Bauernstaat sei. Aber auch mit der jüngeren «nur» etwas mehr als 100 Jahre alten und noch immer lebendigen Ideologie, dass das Bauernmilieu ein Jungbrunnen sei und zugleich einen Damm bilde gegen die Zersetzungs- und Zerfallserscheinungen des modernen Lebens.

Diese in den Tiefenschichten des kollektiven Bewusstseins abgelagerten Auffassungen erleichtern den erfolgreichen Kampf für die Bauerninteressen. Die Haupterklärung liegt aber in der exzellenten und gut funktionierenden Organisation der Interessenvertretung.

Treuherzig beteuert CVP-Nationalrat Markus Ritter als Präsident des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) in der NZZ, dass man im Gegensatz zu anderen Branchen «keine bezahlten Lobbyisten habe, die in der Wandelhalle grosse Versprechungen und kleine Deals machen». Für die im «Landwirtschaftsclub» zusammengefassten Bundesparlamentarier, die sich in grosser Zahl und zuweilen mit nicht weniger grosser Vehemenz für die Landwirtschaft einsetzen, mag er die Bezeichnung des «Lobbyismus» nicht verwenden. Das sind allesamt einfach vom Volk gewählte Politiker.

Selbst SP-Präsident Levrat stimmte gegen Einschränkungen der Landwirtschaftsförderung.

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Wahlchancen und Unterstützung der Bauernsame. Darum hat auch der aus Bulle («Terre de Gruyère») stammende SP-Präsident und Jurist Christian Levrat, im Ständerat nicht für Einschränkungen der Landwirtschaftsförderung gestimmt, obwohl er dies gemäss Parteilinie eigentlich tun müsste. Die ansonsten stets lauthals gegen Subventionen und Bürokratie schimpfende SVP ist quasi durchwegs für die Unterstützung der Bauern. Einmal gab es einen halben Ausrutscher, als der Industrielle Blocher als Bundesrat 2004 an der Olma gegen die «Agrarbürokratie» polemisierte (schuld waren da aber nicht die Bauern, sondern die Beamten der Bundesverwaltung); er forderte eine Nahrungsmittelproduktion ganz ohne staatliche Lenkung und Unterstützung.

Einigermassen konsequent kritisiert wird die Agrarlobby von Avenir Suisse, Economie Suisse und FDP: Der Zürcher Nationalrat Ruedi Noser, Präsident der Wirtschaftskommission, geht sogar so weit, den Bauern vorzuwerfen, sie würden die Bundeskasse als Selbstbedienungsladen betrachten. Abweichend positioniert sich innerhalb der FDP, Nationalrat Jacques Bourgeois (Freiburger wie Levrat), was seiner Funktion als Direktor des SBV geschuldet ist.

Unter dem Radar der Reform-Allianz

Selbst gutbürgerliche Zeitungen bringen ihre Unzufriedenheit mit der Bauernpolitik deutlich zum Ausdruck. So schrieb die NZZ, Bauernvertreter würden die politische Grosswetterlage geschickt nutzen, um mehr Subvention und Marktabschottung herauszuholen. Und: Das Parlament erfülle den Bauern fast jeden Wunsch. Die Vorstösse der Landwirtschaftsvertreter würden scheibchenweise vorgebracht und so unter dem Radar der Reform-Allianz hindurchlaufen.

Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass es der Bauernlobby gelingt, Nichtbauern in ihre Interessenmaschinerie einzubauen, beispielsweise den Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann, ehemaliger Lehrer, Betriebsökonom, Finanzfachmann. Als Präsident des Gemüsebauern-Verbands wache er jetzt auch über die Tomaten- und Blumenkohlproduktion, so die «NZZ am Sonntag».

Das eben zitierte Blatt schlägt harsche Töne an: Die Bauern hätten es geschafft, ihre Industrie (!) abzuschotten und jährlich Milliarden von Franken an Subventionen zu erhalten; ihren Erfolg würden sie einem verklärten Landwirtschaftsbild, einer hervorragenden Organisation und harten Einschüchterungsmethoden verdanken.

Die aus Eigeninteressen agierenden Kräfte stützen sich auf Autarkiemodelle, die nie der Wirklichkeit entsprochen haben.

Städter mögen wegen ihrer urbanen Lebenswelt wenig Verständnis für die Nöte der Landwirtschaft und als Konsumenten nur ihre eigenen engen Interessen im Kopf haben. Oder sie verbinden mit Bauerntum das Bild des einsamen Landmanns mit seinem 17-Stunden-Tag, möglicherweise an steilen Berghängen. Es gibt die schutzbedürftigen Kleinbetriebe, tonangebend dürften aber die Grossen sein.

Der vom Bund zusammengestellte und in echtem Bauerndeutsch betitelte «Swiss Agriculture Outlook» prognostiziert, dass es, ausgehend vom jetzigen Bestand von 55’000 Bauernbetrieben in den Jahren 2014 bis 2024 eine Aufgaberate von rund zwei Prozent geben werde, ein wichtiger Teil der aufgegebenen Betriebe aber von bestehenden Höfen absorbiert werde, so dass die überlebenden Höfe grössere Flächen bearbeiten und über ein weiter ansteigendes Einkommen verfügen würden. Diese Konzentration wird von der Kleinbauern-Vereinigung beklagt, sie wünschte sich, dass die kleinen Betriebe in «junge Hände» gingen, die es durchaus gebe.

Ohne hochprofessionelle Organisation wären nicht innert drei Monaten 150’000 Unterschriften zusammen gekommen für eine Initiative, die sich in einer Schweiz, in der Versorgungsüberfluss herrscht, für «Ernährungssicherheit» stark macht. Die aus engen Eigeninteressen agierenden Kräfte brandmarken freien Agrarhandel als nationale Gefahr und stützen sich indirekt auf alte Autarkiemodelle, die nie der Wirklichkeit entsprochen haben – auch nicht während des Aktivdienstes 1939–1945. Moderne Landwirtschaft war schon früher und ist auch heute stark abhängig von importierten Dünge- und Futtermitteln, Saatgut und Treibstoff – und nicht zuletzt auch von importierten Arbeitskräften.

Der Anpassungsschock wird kommen

Zum Interessenkonglomerat gehören nicht nur die Landarbeiter auf der Scholle, sondern auch die Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen, die Lieferanten von Pflanzenschutzmittel, das Baugewerbe, das Ställe und Silos baut, in bescheidenem Ausmass wohl auch die Banken, die Investitionskredite zur Verfügung stellen.

Gordana Mijuk und Michael Furger von der «NZZ am Sonntag» machen die Durchschnittsinformierten (zu denen sich in diesem Fall auch der Schreibende zählt) im bereits erwähnten Artikel darauf aufmerksam, dass hinter den Bauern der Milliarden-Konzern Fenaco steht (eine der 40 grössten Schweizer Firmen). Er ist als Genossenschaft im Besitz von 43’000 Anteilhabern, die in den Genuss von sechs Prozent Zinsen kommen. Fenaco ist in Schlüsselbereichen sowohl für den Einkauf wie den Verkauf tätig und nimmt eine starke Machtstellung ein.

Der Bauernlobby gelingt es im Moment noch, ihre Interessen durchzusetzen. So muss man damit rechnen, dass Öffnungsschritte leider erst möglich sind, wenn einmal mehr Druck von aussen kommt. Wenn sich EU und USA auf ein Freihandelsabkommen einigen, wird sich die Schweiz im Interesse ihrer Gesamtwirtschaft um eine Beteiligung bemühen müssen. Dies könnte dann mit grosser Wahrscheinlichkeit für die Bauern zu einem heftigen Anpassungsschock führen.

Konversation

  1. Mit vielem, was Georg Kreis über die Agrarlobby schreibt, bin ich einverstanden. Doch die Schweizer Agrarpolitik ist nicht bloss eine reine Preisdiskussion. In den letzten zehn Jahren sind viele andere Fragen diskutiert worden – Umweltschutz, Nachhaltigkeit, gesunde Lebensmittel oder Raumplanung, die eng mit der Landwirtschaft zusammenhängen.

    Die Landwirtschaft ist weltweit für 40 Prozent aller Klimagase verantwortlich sowie für den Verschleiss von riesigen Mengen endlicher Ressourcen. Das ist ein Problem. Immer mehr Experten und Expertinnen sind überzeugt, dass ein radikaler Strategiewechsel vonnöten ist, dass die heute vorherrschende Art der industriellen Landwirtschaft mit ihren exorbitanten Monokulturen, ihrem hohem Verbrauch an Agrargiften, synthetischem Dünger und Energie ein Konzept von gestern ist. Ein System, das wir uns schlicht nicht mehr leisten können.

    Die Schweiz steht im Vergleich zu der EU relativ gut da: kleinräumig, relativ vielfältig, ein ziemlich hoher Anteil an Biobetrieben – ein Schritt in die richtige Richtung, denn viele Studien zeigen, dass mit einer artenreichen und biologischen Landwirtschaft CO2 im Boden gebunden und die Bodenfruchtbarkeit aufgebaut werden kann. Und interessante Beispiel zeigen, wie auch auf aus Südamerika importiertes Kraftfutter verzichtet werden kann…

    Ich bin deshalb heilfroh, dass Agrarsubventionen auch in die Ökologisierung der Landwirtschaft fliessen. Es könnte auch mehr sein.

    Georg Kreis scheint auf das Freihandelsabkommen TTIP von USA und EU zu hoffen, um die Macht der Agrarlobby zu brechen. Eine schlechte Idee! Die Verhandlungen sind (noch) geheim, doch geht’s vor allem drum, die ‚nichttarifären Handelshemmnisse’ zu beseitigen. Zu befürchten ist also, dass zB die EU die viel strengeren Umweltvorschriften fallen lassen muss – das sind ‚nichttarifäre Handelshemmnisse’. Oder gedoptes Hormonfleisch und genmanipulierte Lebensmittel akzeptieren muss sowie viele Pestizide, die wegen ihrer Toxidität in der EU verboten, in den USA aber zugelassen sind. Etcetc. Also ein Schritt in exakt die falsche Richtung. Darum auch ist der Widerstand gegen ein solches Abkommen in der EU gross und nimmt laufend zu.

    Es geht also nicht drum, ob die Schweizer Landwirtschaft als folkloristisches Heidiland subventioniert und abgeschottet werden soll. Und angesichts der Tatsache, dass ein Schweizer Haushalt im Durchschnitt bloss 6,4 Prozent für Lebensmittel (2013) ausgibt, ist die Preis-und Subventionsfrage auch nicht die zentrale Auseinandersetzung. Sondern: wie schaffen wir es, dass die Landwirtschaft vom Problem zur Lösung wird?

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  2. Lieber Daniel.
    Ich ess grad Calamari und riesen Crevetten. Können wir es einfach ruhen lassen und abwarten, bis sich vielleicht in ein pasr Jahren etwas tut?

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    1. Et voilà das ist genau die Taktik, welche die Bauernvertreter auch in all den parlamentarischen Kommissionen anwenden, wenn ihnen etwas nicht passt. Möglichst lange Usestüüdele, um den Geldhahn so lange wie möglich offen zu halten.

      Natürlich können wir hier und jetzt in der TaWo das ganze nicht ändern, aber wenn die Bevölkerung erst einmal begreift, welches Spiel die Bauern mit ihr spielt, bestünde vielleicht die Möglichkeit bei den kommenden eidgenössichen Wahlen entsprechend Einfluss zu nehmen und die Übervertretung etwas auszumerzen.

      Wenn die Baselbieter Personen wie Maya Graf, Caspar Bader oder Elisabeth Schneider-Schneiter wählen, müssen sie immer damit rechnen, dass diese trotz all ihrem freiheitlichen, liberalen oder grünen Ansinnen im Sinne der Bauerlobby stimmen werden.

      https://www.schweizerbauer.ch/artikel_3406.html

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    2. Hallo Dänny,
      es tut mir Leid. Ich bin in den Ferien, und wollte eigentlich etwas Abstand nehmen, und in Ruhe im Ausland andere Kulturen geniessen. Ich hätte eigentlich gar nicht kommentieren sollen.
      Ich bin wieder Bauernvertreter, noch politisch Tätig. Ich habe kein Ahnung, wie in den Kommissionen taktiert wird. Wissen Sie das so genau? Sind Sie in einer parlamentarischen Kommission tätig?

      Ich wende nur den gesunden Menschenverstand an, und muss feststellen, dass wie immer mit Zahlen taktiert wird, die nicht volle Transparenz enthalten. Auch wenn nur 1-2% der Bevölkerung Bauern sind, so liefern diese 1-2% den fast wichtigsten Teil der gesamten Grundbedarfes der Bevölkerung, nämlich Nahrung. 90% aller Lebensmittel enthalten von Bauern hergestellte Produkte oder Nebenprodukte. Ohne Nahrung können Sie den Rest der Maslow Pyramide vergessen. Deshalb haben die Bauern eine relativ grosse Lobby.

      Natürlich müssen Verbesserungen bei Umweltschutz, Ökologie etc. erzielt werden, und ich bin der letzte, der nicht für ist. Die biologische Anbau hat auch grosse Fortschritte erzielt, und die Anzahl der Anteil nimmt ständig zu. Es ist seit langer Zeit ein hartes Ringen im Gange, und ich bin davon überzeugt, dass aufgrund der Nachfrage im Markt, immer mehr biologische Betriebe entstehen werden. Migros und Coop haben den Anteil an biologischen Produkten im Sortiment stark erhöht, über die letzten Jahre. Dieser Trend wird vermutlich weiter anhalten.

      Ich kann daher nicht gegen die Agrarsubventionen sein, in dieser Höhe, aber natürlich könnte man sie zielgerichteter in den biologischen Anbei fliessen lassen. Diese Debatte wird sicherlich immer wieder geführt. (Ich verfolge sie nicht, aber ich es ist logisch, dass das so abläuft).

      Bei der Armee kann man jedoch sparen. Neue Kampfflugzeuge sind nicht nötig, und die Armee kann weiter verkleinert werden. Sie muss jedoch in ein Bündnis eingebunden sein, sodass die Sicherheit weiterhin bestehen bleibt.

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  3. Noch zum Artikel:
    Das Freihandelsabkommen USA EU wird in der EU stark kritisiert. In DE und FR gibt es grosse Kreise aus der eher linken Ecke, die strickte dagegen sind. Die Gründe sind bekannt und es würde mich wundern, wenn das Abkommen tatsächlich zu Stande käme!

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  4. @Hr. Dänny

    Ja, ich kann ihre Argumente verstehen. Leider ist die Nahrungsmittelproduktion keine wellness Geschichte, die alle nur glücklich macht. Wir wollen und müssen alle genug und gesund essen, und müssen dazu auf die bäuerliche Produktion zurückgreifen. Die Produkte müssen aber erschwinglich und gesund sein. Dies Leistung wird von den Bauern erbracht, und wenn sogar 8% Bioproduktion existiert, ist das ganz erfreulich. Übrigens ist Bio heute nicht mehr viel teurer als IP.
    Ohne Subventionen wären alle Landw. Produkte viel teurer oder 95% der Höfe gingen bankrott. Man kann es drehen und w. wie man will. Es gibt im Moment keine Alternative, ausser man importiert halt alle Produkte aus der EU. Das wollen jedoch weder die rechten, mitte oder linken Parteien. Also nicht mal die SP und sowieso nicht die Grünen. Also alles wie gehabt, und so schlecht geht es der CH ja so nicht.
    So lange die CH eine Hochpreisinsel ist, wird sich das auch nicht so schnell ändern.
    Alles andere ist Wundchdenken und vergeudete Zeit!

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    1. Erstaunlich nur, dass z.B. die selben Bio-Produkte aus Deutschland in Deutschland weniger als die Hälfte kosten als in der Schweiz! Auch die Mär, dass Schweizer Nahrung gesünder ist, als ausländische ist genau das, eine Mär, sonst müsste ja all unsere Nachbarländer schon längst ausgestorben sein.

      Es kann schlicht nicht die Aufgabe des (Staates) Steuerzahlers sein, Betriebe die sich weigern marktwirtschaftlich zu arbeiten, mit Subventionen künstlich am Leben zu erhalten. Da könnte ja jeder Spengler oder Schreiner kommen und Unterstützung beantragen, wenn er es verpasst hat, rechtzeitig die nötigen Schritte zu unternehmen, dass sein Geschäft nicht pleite geht!!!

      Oder wie war das mit dem Buntmetallhersteller im Jura, der es verpasste sich rechtzeitig dem Markt anzupassen, Pleite ging und auf einen Platsch hunderte Arbeitnehmer entliess. Hat da Bern auch 6 Milliarden eingeschossen, um diese Arbeitsplätze zu sichern?!?

      Aber Sie haben recht, bevor ein Umdenken stattfindet, müssen wohl mindestens 95% aller Höfe bankrott gehen. Das wäre dann die Chance für jene, welche sich die Mühe machen und ökonomisch arbeiten, denn sie würden nicht nur überleben, sondern geradezu florieren.

      Und selbst wenn nicht, wo genau liegt das Problem, wenn wir 100% aller Lebensmittel aus dem Ausland importieren? Ohne massivste Importe der Zutaten (Saatgut, Futtermittel, Dünger, Pestizide, Betriebsstoffe) konnten und können uns unsere Bauern eh nie/nicht ernähren.

      Es ist an der Zeit umzudenken, statt unser sauer verdientes Geld für die bäuerlichen Wünsche zu vergeuden.

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  5. Wenn die Landwirtschaft eines reichen Ministaates in gemässigter Klimazone nicht kostendeckend qualitativ akzeptable Nahrungsmittel produzieren kann und mit fast 5 Mia. CHF zweckentfremdetem Volksvermögen subventioniert werden muss, läuft in der Landwirtschaftspolitik einiges schief. Analysiert man wie unsere Bauern produzieren, wird schnell klar, dass schlicht zuviel Kapital vorhanden ist und deshalb Geld, Maschinen, Pflanzenschutzmittel und Dünger verschwenderisch, fachlich fragwürdig und ineffizient eingesetzt werden.

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  6. Ja, es werden ökologische Produkte hergestellt aber beispielsweise im Bereich Biodiversität gibt es noch sehr viel zu tun. Und gerade in diesem Bereich möchte das BLW weniger investieren. Meiner Meinung nach gibt es eine grosse Diskrepanz zwischen der Realität und der Selbstdarstellung des Bauernverbands (z.B. in den Plakatkampagnen).

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