Die FDP umgarnt Thomas Kessler

Die Basler FDP will ihren Nationalratssitz zurück. Ihr Wunsch-Kandidat für den Spitzenplatz: der ehemalige Stadtentwickler Thomas Kessler.

Prangt das Foto von Thomas Kessler bald auf der Nationalratsliste der Basler FDP? (Bild: Alexander Preobrajenski)

2015 musste sich Daniel Stolz geschlagen geben. Der FDP-Mann flog aus dem Nationalrat, der damalige LDP-Regierungsrat Christoph Eymann rückte nach. Diese Schmach will die Basler FDP nicht auf sich sitzen lassen und bläst zum Gegenangriff: 2019 soll die FDP wieder in die grosse Kammer einziehen.

Dafür sorgen soll niemand Geringeres als der ehemalige Basler Stadtentwickler Thomas Kessler, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Partei-intern seien alle von der Idee angetan, und auch Kessler könne es sich gut vorstellen, für die Basler FDP zu kandidieren. Allerdings unter gewissen Bedingungen. Zum Beispiel: Die Partei müsse sich an ihn anpassen.

Es liegt also an der Basler FDP, wie sehr sie sich für den Erfolg verbiegen möchte. Für Thomas Kessler wäre es nicht das erste politische Mandat, allerdings zum ersten Mal für die Stadt Basel. Von 1987 bis 1991 war er bereits für die Grünen im Zürcher Kantonsrat.

«Basler Zeitung»: Mit Thomas Kessler in den Nationalrat

Konversation

  1. Kessler hat einmal eindrücklich Arbeit in Basel geleistet als Drogen- und Integrationsbeauftragter! Seine FDP Haltung ist modern und zukunftsgerichtet. Tolle Sache!

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  2. Was will die FDP Basel eigentlich?
    Sie ist als Wirtschaftspartei bekannt, ergo sollte auch jemand von der Wirtschaft da drin sein. Das wäre jemand, der mit den Grossfirmen von Basel Roche, Novartis und dem Daigg gute Verbindungen hat.
    Herr Kessler ist dafür so, wie wenn man mit einem Wagenheber für einen Fiat Panda die Ketten eines Leo-II-Panzers wechseln wollte: Hoffnungslos überfordert.
    Das Basler Gewicht in Bern ist die Basler Wirtschaftskraft.
    Nein, nicht die der Läckerli-Produktion, sondern die der weltmarkttätigen Konzerne.
    Dazu würde aus meiner Sicht auch die Basler Universität gehören.

    Gut, diese Leute sind nicht ganz für ein zukünftiges „Heidiland“ geeignet. Aber diese isolationistische Ideologie hat auf die Schweiz etwa die Wirkung, wie ein Herr Erdogan mit seinen Zukunftsvorstellungen auf die Türkei: Gute Nacht!

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  3. Die FDP zeigt mit der angekündigten optionalen Nomination von Thomas Kessler als Nationalrat ziemlich viel Courage. Vorallem parteiintern wird Thomas Kessler schnell für Zündstoff sorgen. Die Partei dürfte sich eines Tages verwundert die Augen reiben und ihren Mut (möglicherweise) bereuen. Die FDP hat sich ja bis anhin nicht mit innovativen Ideen und entsprechenden politischen Projekten profiliert und ob sich Thomas Kessler jetzt für Verkehrs- und Parkplatzfragen, für weitere Sparübungen, usw. einspannen lässt, ist fraglich.

    Gut, die FDP-Taktiker werden sich denken, dass sie den Bekanntheitsgrad von Kessler für sich nutzen und damit zusätzliche Stimmen mobilisieren können. Würde Kessler dann aber gewählt müssten sie mit ihm kutschieren. Da müsste die FDP aber inhaltlich ziemlich Gas geben. Die FDP als Turbopartei kann ich mir schlicht nicht vorstellen.

    Vorteil der Übungsanlage: Basel hätte in Bern endlich eine nicht überhörbare Stimme. Nach all den bisherigen Leisetretern könnte dies tatsächlich eine Option sein. Die bisherige Basler Lobbyistin in Bern wäre damit hinfällig (Spareffekt!) und könnte diskret entsorgt werden. Allerdings! Mit Kessler wäre jemand auf der Matte, der seine eigene Agenda verfolgt (und sie auch PR-mässig vermarktet).
    Mit seiner Stimme könnten in Bern aber ein paar relevante (und seit einiger Zeit hängige) Basler Projekte neuen Schub bekommen. Das kann man als Plus in die Wageschale werfen. Ob die FDP eines Tages den Geist den man gerufen hat aber wieder in die Flasche bekommt, dürfte fraglich sein (da sind die Flaschen einfach zu klein…).

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