Die Schule lässt zu wünschen übrig

In den Gesprächen der TagesWoche mit der Quartierbevölkerung zeigte sich: Auf dem Bruderholz ist man mit dem Schulangebot nicht zufrieden. Kritisiert wird, dass es auf dem Hügel keine staatliche Tagesstrukturen gibt. Besserung ist in Sicht.

Mit dem Schulangebot ist man auf dem Bruderholz nicht zufrieden. Kritisiert wird, dass es auf dem Hügel keine staatliche Tagesstrukturen gibt. Besserung ist in Sicht.

Die Schulen sind derzeit eines der grossen Themen auf dem Hügel, wie unser Abstecher am Samstag auf das Bruderholz-Quartier gezeigt hat. Zum einen, weil 30 bis 50 Prozent der Kinder auf dem Bruderholz ab dem Schuljahr 2013/2014 ins Brunnmattschulhaus im Gundeli-Quartier gehen müssen und nicht mehr im Bruderholzschulhaus eingeschult werden können. Zum anderen, weil es im Quartier an Tagesstrukturen fehle.

Dass gewisse Eltern ihre Kinder wegen des grossen Ausländerausteils im Gundeli nicht ins Brunnmattschulhaus schicken wollen und deswegen einen Wegzug in Erwägung ziehen, sorgt im Quartier teilweise für Kopfschütteln. So sagt eine 55-jährige Frau, die seit 15 Jahren auf dem Hügel wohnt und Mutter zweier Kinder ist: «Das Bruderholz und Gundeli gehören doch praktisch zusammen. Es ist nur gut, wenn man die Kinder mischt. So sehen sie, dass es noch eine andere Welt gibt.»

Ein anderer Quartierbewohner findet zwar ebenfalls wie gewisse Eltern, dass der Schulweg ins Gundeli nicht der sicherste sei und man etwas dagegen unternehmen müsse, aber: «Ich verstehe, dass die Eltern das Beste für ihr Kind wollen, aber ihr Kind wird nicht leiden, wenn es ins Gundeli zur Schule gehen muss.» Die Eltern seien wohl die Einzigen, die nicht damit klar kommen würden.

Schulweg wird verbessert

Ein 40-jähriger Vater zweier Kinder im Primarschulalter, der vor ein drei Jahren vom Kleinbasel aufs Bruderholz zog, hätte keine Probleme, wenn seine Kinder ins Gundeli zur Schule gingen. Sie werden dies aber nicht tun müssen, weil die Familie auf der anderen Seite des Hügels wohnt. Zu schaffen macht ihm vielmehr, dass es im Quartier keine Tagesstrukturen gebe. «Ich kann nicht verstehen, dass wir das nicht haben, zumal immer mehr junge Familien hier leben. Das ist ein grosser Nachteil.»

Ein Nachteil, der jedoch bald behoben wird. Laut Pierre Felder, Leiter Volksschulen im Basler Erziehungsdepartement, wird der Kanton ab dem Schuljahr 2013/2014 auch auf dem Bruderholz Tagesstrukturen einführen – und zwar in der Nähe des Bruderholzschulhauses beim Brunnmeisterhaus am Jakobsbergholzweg 121. «Es hat so lange gedauert, weil wir wahnsinnig Mühe hatten, einen geeigneten Standort zu finden.» Zudem  gebe es bereits heute jeweils Dienstags und Donnerstags einen Mittagstisch in den Kirchen und die ganze Woche ein schulexternes Angebot auf dem Jakobsberg.

Nichts mehr zu rütteln gibt es daran, dass gewisse Bruderholz-Kinder künftig woanders zur Schule gehen müssen. «Das Brunnmattschulhaus, die zweite Primarschule für Kinder aus dem Bruderholz, gehört ebenfalls noch zum Bruderholzquartier, auch wenn es südlich liegt», sagt Felder. Punkto Schulweg gebe es jedoch Handlungsbedarf. Derzeit werden Massnahmen geprüft. So sei es denkbar, dass am Gundeldingerrain während gewissen Stunden künftig Tempo 30 gilt.
   

Konversation

Nächster Artikel