Diese drei attraktiven Posten warten auf Ihre Bewerbung

Innert eines Monats wurden drei illustre Abgänge im Basler Gesundheitswesen bekannt: Erst musste Unispital-Chefarzt Victor Valderrabano gehen, dann kündigte UKBB-CEO Conrad Müller und jetzt geht auch UPK-Direktorin Rita Anton. Die drei Jobs im Überblick.

Drei Abgänge in einem Monat: Beim Unispital musste Chefarzt Victor Valderrabano gehen, beim Unikinderspital kündigte CEO Conrad Müller und bei den UPK ging Direktorin Rita Anton per sofort. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Innert eines Monats wurden drei illustre Abgänge im Basler Gesundheitswesen bekannt: Erst musste Unispital-Chefarzt Victor Valderrabano gehen, dann kündigte UKBB-CEO Conrad Müller und jetzt geht auch UPK-Direktorin Rita Anton. Die drei Jobs im Überblick.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger ist erst rund drei Monate im Amt und schon sind drei illustre Posten im Basler Gesundheitswesen vakant. Vom Chefarztposten im Unispital über den CEO des Kinderspitals bis zur Leiterin der Universitären Psychiatrischen Kliniken klaffen nun innerhalb eines Monats drei Lücken an Schlüsselstellen.

Obwohl die Spitäler mittlerweile verselbstständigt sind, ist der Kanton bei allen drei Institutionen als Eigner involviert. Insbesondere die Besetzung der Direktionsstellen ist allerdings Sache des jeweiligen Verwaltungsrats. Doch die Verwaltungsräte sind unter Druck: Eine rasche Nachfolgelösung muss in allen Betrieben für einen kontinuierlichen Betrieb sichergestellt sein. Die Ausnahme ist das Unispital: Dort muss ein Berufungsverfahren durchgeführt werden.

Eine Übersicht über die freien Spitzenjobs im Basler Gesundheitswesen.

1. Stelle: Chefarzt Orthopädie (vakant seit 13. Oktober)

Das Universitätsspital Basel sucht einen neuen Chefarzt.

Das Universitätsspital Basel sucht einen neuen Chefarzt. (Bild: Juri Weiss/bs.ch)

Arbeitsort: Universitätsspital Basel

Was passiert ist: Am 13. Oktober kündigte die Leitung des Universitätsspitals Basel dem Orthopädie-Chefarzt Victor Valderrabano und stellte ihn per sofort frei. Der Chefarzt soll Honorare und Spesen falsch abgerechnet haben, so die Begründung. Valderrabano war ein mehrfach ausgezeichneter Orthopäde, dessen sofortiger Abgang Klinikdirektor Werner Kübler «sehr bedauert». Valderrabano ficht derzeit mit seinem Anwalt die Kündigung an.

Interimslösung: Der Traumatologie-Chefarzt Marcel Jakob hat die Leitung zwischenzeitlich übernommen und führt nun beide Kliniken gemeinsam.

Dauer, bis Stelle besetzt wird: Ein bis zwei Jahre. Für die Chefarztposition muss das Unispital ein ordentliches Berufungsverfahren der Universität durchführen. Diese Verfahren beanspruchen Zeit, bis sie durch alle Instanzen durch sind.

Entlöhnung: Schätzungsweise bis Lohnklasse 25 des Kantons Basel-Stadt (ca. 20’000 Franken monatlich). Da qualifizierte Chefärzte begehrt sind, kann der Lohn aber auch höher ausfallen*.

 

2. Stelle: CEO eines Kinderspitals (Wechsel bekannt seit 4. November)



Das Universitätskinderspital beider Basel sucht einen neuen Direktor.

Das Universitätskinderspital beider Basel sucht einen neuen Direktor. (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Arbeitsort: Universitätskinderspital beider Basel (UKBB)

Was passiert ist: Der bisherige CEO Conrad Müller wurde von der Hirslanden-Klinik Zürich abgeworben. Der am 4. November angekündigte Wechsel ist für ihn ein Schritt «in die Champions League des Gesundheitswesen». Er wird die neue Stelle bereits per 1. Mai 2015 antreten. Zuletzt geriet Müller in Kritik, weil das Personal überlastet sei, insbesondere auf der Intensivstation. Auch wegen Überlastung der Notfallstation wurde er kurz nach Bezug des Neubaus an der Spitalstrasse von Gewerkschaftsseite angegriffen. Müller und der Verwaltungsratspräsident Manfred Manser bekräftigten allerdings, dass dies nichts mit dem Entscheid zum Wechsel zu tun habe. Die Personalsituation dürfte auch eine Herausforderung für den Nachfolger Müllers sein. Hinzu kommt, dass die Kindermedizin in der Szene als nicht sehr prestigeträchtig gilt.

Interimslösung: Bis jetzt keine nötig.

Dauer, bis Stelle besetzt wird: Der Verwaltungsrat will die Nachfolge nahtlos regeln. Der Zeithorizont ist allerdings sportlich: Der Nachfolger für Müller müsse seinen Posten ebenfalls ab 1. Mai 2015 antreten.

Entlöhung: Als Leitungsposten schätzungsweise bis Lohnklasse 27 des Kantons Basel-Stadt (rund 22’000 Franken monatlich)*.

 

3. Stelle: Direktor/-in von Universitären Psychiatrischen Kliniken (vakant seit 14. November)



Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel suchen einen neuen Direktor

Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel suchen einen neuen Direktor (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Arbeitsort: Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) Basel 

Was passiert ist: Am Dienstag, 19. November, trennten sich Verwaltungsrat und Rita Anton, Direktorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, in gegenseitigem Einvernehmen per sofort. Unterschiedliche Führungsauffassungen wurden als Grund aufgeführt. Details gibt der Verwaltungsrat keine bekannt. Anton hatte die Stelle erst seit Herbst 2012 inne. Erst im März 2012 geriet die UPK wegen des Ausbruchs eines Patienten in die Schlagzeilen, der als Amokfahrer von Basel bekannt wurde. Der neue Direktor oder die neue Direktorin muss nicht nur in einem medizinischen Umfeld mit einer geschlossenen Abteilung bestehen, sondern hat auch das Dossier des umstrittenen Neubaus der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Tisch.

Interimslösung: Der Verwaltungsratspräsident Konrad Widmer übernimmt die Direktion gleich selbst. 

Dauer, bis Stelle besetzt wird: Ziel des Verwaltungsrats ist es, die vakante Stelle bis Mitte 2015 besetzt zu haben. Die Zeit ist knapp: «Das ist sehr ambitioniert», sagt denn auch Verwaltungsratspräsident Konrad Widmer.

Entlöhnung: Ähnlich des UKBB. Als Leitungsposten schätzungsweise bis Lohnklasse 27 des Kantons Basel-Stadt (rund 22’000 Franken monatlich)*.

_

*Die Angaben der Lohnklasse sind ohne Gewähr und basieren auf Einschätzungen von Redaktion und Gewerkschaft.

Konversation

  1. Warum verwendet die Tageswoche für die Bebilderung dieses Artikels fast schon reflexhaft einen Zaun. Den gibt es zwar im forensischen Teil der UPK tatsächlich, doch das ist ein kleiner Bereich und nicht typisch für eine psychiatrische Klinik bzw. für den Ort in Basel, den Menschen, die psychisch in Schwierigkeiten bzw. erkrankt sind, für eine meist kurze Zeit zur stationären Behandlung aufsuchen. Kommt dazu, dass heute fast alle Abteilungen offen sind. Umso mehr stört mich diese, quasi im Subtext vermittelte Assoziation „Psychiatrie = Zaun und eingesperrt sein“. Es wird schwierig für Psychisch Kranke, wenn sie im Alltag umzingelt sind von Mitmenschen, die Zaunbilder im Kopf haben und ihnen deshalb mit Misstrauen und Angst begegnen. Hier erwarte ich von einer Zeitung wie der Tageswoche mehr Sensibilität, oder, wei das heute heisst, mehr politische Korrektheit.

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Interessant der Artikel, ob diese Posten wirklich so attraktiv sind? Ich würde sie mal nicht geschenkt bekommen.. Es scheint mir in den oberen Etagen schön eng zu werden.. Da sollte man noch Menschen heilen.., oder den Erwartungen entsprechen, unmöglich oder?

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Aber wissen Sie, Herr Westdijk – der Lohn ist höchst interessant und lukrativ. Mein höchster Lohn, den ich in meinem ganzen Leben hatte, war etwa neun mal tiefer.

      Ich könnte damit z.B. zum Schwarzen Peter gehen und mit ihm Projekte aushecken für die Menschen ganz unten, um ihnen das Leben erträglicher zu machen. Z.B. Häuser bauen mit Wohnungen, deren Mieten auch Menschen mit sehr bescheidenem Auskommen bezahlen können.

      Oder ich könnte dann Land für Zwischennutzungen erwerben und es für wirklich freie Zwischennutzung offenhalten.

      Oh, es gäbe noch so viel…..!!!

      Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel