Flughafen-Zug bekommt grünen Gegenwind

Ein Zug zum Flug ist umweltfreundlicher als der Bus? Das Argument sei Unsinn, sagt der Baselbieter Grünen-Chef Bálint Csontos. 

Schienen zum Flughafen: Sinnvoll oder nicht? Das kommt auf die Perspektive an.

Es wäre doch bequemer und vor allem umweltfreundlicher, mit dem Zug zum Flughafen zu reisen, sagen Befürworter einer Zuglinie zum EuroAirport. Doch der Baselbieter Grünen-Chef Bálint Csontos sieht das anders.

Gegenüber dem «Regionaljournal Basel» sagte er, zum einen würde der neue Zug durch ein Naturschutzgebiet führen, zum anderen würde er den Flughafen noch attraktiver machen. Dies führe zu noch mehr Flügen und somit auch zu mehr Emissionen und Fluglärm.

Der Präsident der Handelskammer beider Basel Martin Dätwyler hält dagegen: Die Leute wollten so oder so mehr reisen – egal, wie sie zum Flughafen kämen. Der Bus-Anschluss sei nicht mehr zeitgemäss. Und die geplante Ausbaustrecke sei Teil eines grösseren S-Bahn-Projektes, das die trinationale Region in den letzten Jahren entwickelt habe.

Bis zum 12. Oktober konnten im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens Argumente pro und kontra deponiert werden, nun entscheidet die Politik. (dor)

Details zum geplanten Projekt:

https://tageswoche.ch/allgemein/zug-zum-euroairport-der-fahrplan-steht-jetzt-fehlen-nur-noch-die-schienen/

«SRF Regionaljournal Basel»:  Grüner Widerstand gegen EAP-Bahnanschlulss

Konversation

  1. Natürlich braucht der EuroAirport einen Bahnanschluss. Nicht nur von Basel, sondern auch von Mulhouse aus um so von der ganzen Agglomeration schnell und einfach erreichbar zu sein. Das mit dem Tramanschluss halte ich für einen schlechten Witz.

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  2. Basels kümmerliches S-Bahn-Netz soll also nicht weiterentwickelt werden? Eine Agglomeration von 850’000 Einwohnern braucht also nur Bus und Trämli? Die Einwohner und Mitarbeitenden von Mulhouse sollen doch lieber mit dem Auto kommen? Gerade für eine grüne Zukunft brauchen wir dringend ein massiver Ausbau eines grossflächigen S-Bahn-Netzes mit Stationen, welche gut mit den restlichen Verkehrssystemen verknüpft sind. Wer es noch nicht gemerkt hat: Basel hinkt mit diesem zeitgemässen öffentlichen Verkehrsmittel der Zeit mindestens 40 Jahre hinterher …

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    1. Vermutlich endet hinter Kleinhüningen für Schweizer Vollpatrioten nicht nur die Schweiz, sondern auch die gute Welt, dahinter beginnt dann die böse Welt.
      So gesehen liegt Basel ja an der Grenze zum bösen EU-Land, daher wohl nicht so wichtig….

      Im Privaten sucht man sich dann meist neue Freunde, wenn man merkt, dass die alten Freunde so über einen denken.

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  3. Die Grünen machen den selben Fehler wie die Liberalen damals beim Erlenmatt-Tram: Sie betrachten das Projekt isoliert losgelöst vom Gesamtkonzept Ausbau-Regio-S-Bahn.
    Ein Gebiet mit 6’000 Arbeitsplätzen soll bahntechnisch nicht erschlossen werden.
    Ohne den Abzweiger zum Flughafen bringt der ganze Ausbau der S-Bahn auf schweizer Seite nichts.
    Auch die Liberalen lösten das Erlenmatt-Teilstück heraus und bekämpften dieses Einzelstück – dem Gesamtzuammenhang für die Tramnetzentwicklung negierten auch sie. Und das war ebenso töricht wie die grüne Opposition jetzt.

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