Fümoar lanciert neue Volksinitiative

Nach dem negativen Bundesgerichts-Entscheid hat der Raucherverein Fümoar beschlossen, eine neue Initiative zu lancieren. Das strenge Basler Gesetz soll zu Gunsten des liberaleren Bundesgesetzes aufgehoben werden.

Das Bundesgericht will mit dem Basler Fümoar-Modell aufräumen und sagt jetzt auch warum. (Bild: Nils Fisch)

Nach dem negativen Bundesgerichts-Entscheid hat der Raucherverein Fümoar beschlossen, eine neue Initiative zu lancieren. Das strenge Basler Gesetz soll zu Gunsten des liberaleren Bundesgesetzes aufgehoben werden.

«Wir haben eine Schlacht verloren, nicht aber den Krieg!», sagte Fümoar-Präsident Mario Nanni im vollen Stübchen des Hotels Alexander. Das Publikum bestand aus 70 der insgesamt 170 Fümoar-Wirten, einigen Gäste-Mitgliedern – und Medienvertretern. Der «Schlacht-Ruf» zu Beginn der ausserordentlichen Versammlung liess erahnen: Die geben nicht auf! Die machen weiter! Bloss: Wie?

Bis vor knapp drei Wochen sah alles ganz anders aus. Das Bundesgericht war dem Entscheid des Verwaltungsgerichts gefolgt und lehnte die Beschwerden des Vereins ab. Es sah aus, als wäre der Kampf um das Rauchen in Basler Beizen nach drei Jahren und drei Monaten verloren. Kurz nach dem Entscheid riet Fümoar seinen Mitgliedern, das Rauchen einzustellen – vorerst. Das «vorerst» wiederum liess bereits damals erahnen: Die geben nicht auf.

Liberales Bundesgesetz erwünscht

Fümoar-Sekrtetär und Anwalt Thierry Julliard machte klar: «Noch liegt uns die schriftliche Begründung des Gerichts nicht vor, wir wissen also nicht, weshalb es unsere Beschwerden abgelehnt hat.» Mit anderen Worten: Noch sei unklar, ob das Bundesgericht ebenfalls der Auffassung sei, dass Basler Beizen als öffentlich zugänglich gelten und somit rauchfrei sein müssen. Julliard räumte dennoch ein: «Es ist relativ unwahrscheinlich, dass das Rauchen in Beizen zum jetzigen Zeitpunkt wieder erlaubt wird.»

Was also tun, wenn nicht aufgeben? Die Lösung wurde bereits an der Generalversammlung vor zwei Monaten ins Feld geführt: Man könnte bei einem negativen Gerichtsentscheid eine Volksinitiative lancieren, deren Ziel die Aufhebung des Basler Gesetzes zu Gunsten des liberaleren Bundesgesetztes wäre. Konkret: Auch in Basel sollen kleine Beizen selber entscheiden dürfen, ob ihre Gäste rauchen dürfen. Ausserdem sollen grössere Lokale die Möglichkeit haben, ein bedientes Fumoir anzubieten. In Basel gilt ein striktes Rauchverbot, das es vielen Wirten nicht erlaubt, Gäste rauchen zu lassen – und wenn, dann unter grossen Auflagen in einem unbedienten Raum.

Wirte-Präsident würde abwarten

Nun liegt dieser negative Entscheid also vor – und die Initiative ist spruchreif: Sämtliche Anwesende haben sich für deren Lancierung ausgesprochen. Ausserdem haben sie sich bereit erklärt, diese mit Unterschriftensammeln und einem aktivem Abstimmungskampf zu unterstützen. Plötzlich herrschte Aufbruchstimmung in einer Situation, die zwei Stunden zuvor noch hoffnungslos schien. Mario Nanni betonte dann auch, der im Saal nicht anwesende Basler Wirteverband habe ihm die Unterstützung zugesagt.

Deren Präsident Josef Schüpfer stritt dies auf Anfrage nicht ab, er sagte jedoch: «Es wäre meiner Meinung nach verfrüht, die Initiative jetzt zu lancieren, denn die Bevölkerung könnte es als Zwängerei betrachten.» Er sei ein liberaler Mensch, aber auch Demokrat. «Wir sollten abwarten und das Rauchverbot eine Weile durchsetzen.» Danach könne man sich immer noch für diesen Weg entscheiden.

Abwarten wird Fümoar sowieso müssen, zumindest bis das Urteil vorliegt. Wenn dieses beinhaltet, was der Vorstand befürchtet, geht es los mit der Unterschriftensammlung. Geld liegt genug in der Vereinskasse. Und auch der Kampfgeist ist noch da.

Konversation

  1. Spassig, was hier alte Leute über Bar-Kultur glauben zu wissen. Einerseits gehen bestimmt nur Raucher in eine „Beiz“ (schon klar in der Spielunke in der du anscheinend steckst). Andererseits ist dann natürlich der Alkohol aber genau so gefährlich (hää??!? also wie, es gehen doch nur Raucher in eine Bar, jetzt saufen die sich also auch noch tod beim Rauchen, oder was!?). Kuckt euch mal nette Plätze wie den Salon an(mit Fümuar) oder das Francescas oder den Alpenblick usw. aber wenn ihr dafür zu wenig Hip seit, dann stirbt mit dem Rauchen hoffentlich auch die „ICH-BLEIB-STEHEN“ Generation aus. Freundlich grüsst gesunde Lunge

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  2. Freiheit ist grosses Wort wenn die Gesundheit anderer tangiert wird.
    Wenn es Ihnen wert ist, dass Raucher in Raucherbeizen rauchen, dann möchte ich im Gegenzug aber auch Rauchfreiheit in den Gartenbeizen von Nichtraucherbeizen, denn als Nichtraucher empfinde die Raucherei da draussen als äusserst unangenehm.
    Nichtraucher können vor lauter Rauchern die nur noch draussen rauchen, nur noch drinnen nichtrauchen!
    Alles klar?

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  3. Ich möchte keine Gassenzimmer für Nichtraucher eröffnen. Ich möchte nur von staatlicher Seite sicherstellen, dass die Lungenligamitglieder, die Sofaabstimmer, die Grünkernkeksesser die sich die Limo sowieso von zuhause mitbringen etc. GARANTIERT eine rauchfreie Sitzgelegenheit finden. Wer sagt denn, dass 800 Beizen sofort wieder zu Raucherstuben verkommen würden?
    Es könnte doch sein, dass 400 Beizen rauchfrei bleiben, weil der Wirt es so möchte….
    Mit meiner Überspitzung wollte ich nur aufzeigen, dass man den strikten Nichtrauchern eine staatl. geschützte Heimat bieten könnte und es absurd ist, dass ein Beizer nicht selbst entscheiden kann, ob er ein Raucher- oder Nichtraucherlokal betreibt.

    (Ich bin übrigens nun schon 9 Jahre Nichtraucher und habe 30 Jahre 20-30 Ziggis geraucht)

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  4. es ist doch fast schon lächerlich, dass der Wirt nicht mehr selber entscheiden kann, ob in seinem Wirtshaus geraucht werden darf oder nicht.. genauso sollte man es auch den Angestellten überlassen, ob sie in einem Raucherlokal arbeiten wollen oder nicht… und zuletzt dem Bürger, ob er ein Raucherlokal besuchen möchte oder nicht… wohin soll diese sinnfreie Bevormundung erwachsener und „freier“ Menschen denn führen?

    Alles ist schädlich für den Körper in ungesundem Masse.. es liegt an der Dosierung…

    laut gewissen Leuten sollten auch alle benzinbetriebenen Fahrzeuge (Abgase), sowie Bauarbeiten (Staub) und vieles mehr verboten werden, da andere Menschen passiv zu Schaden kommen könnten…

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  5. Da haben Sie mit Ihrem „Vorschlag“ das System Gassenzimmer ganz schön verdreht. Die nichtsüchtige Mehrheit soll sich also gefälligst auf zwei rauchfreie Beizen beschränken, während sich die Süchtigen in den restlichen ca. 800 BS-Beizen tummeln dürfen?

    Wir hatten in Basel dank diesem elenden Fümoar-Beschiss eine neue, aber unerwünschte Tourismusattraktion – aus der ganzen Region kamen die Nikotinsüchtigen (im Namen der Freiheit) in die Stadt, angeblich 180’000 Fümoar-Mitglieder, weil hier in den Beizen immer noch hemmungslos gepafft werden durfte. Damit ist nun endlich Schluss und das ist auch gut so. Sollen diese Stinker doch in ihren eigenen Käffern, zu Hause oder draussen ihrer Sucht frönen.

    Diese Herrschaften können gerne in ihren Kantonen (CH), Bundesländern (D) oder Departementen (F) Raucher-Initiativen starten, damit vielleicht die Stinkerei in ihren lokalen Beizen wieder zugelassen wird. In unserem Kanton haben die meisten dieser Leute gottlob kein Wahlrecht.

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  6. der AHV und des fehlenden Geldes kann man bei weniger Raucher ruhig in Kauf nehmen, denn anteilsmässig spoelen die nicht so eine grosse Rolle, wie sie es gerne hätten, diese selbstlosen Raucher, welche sich für das Volk ach so tapfer opfern..

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  7. Immernoch ein Unterschied, ob Raucher / Alkoholtrinker: Der Raucher schadet nicht nur sich selber, sondern auch seiner Umgebung mit seinem Stinkqualm. Es gibt genug Studien, die das beweisen. Der Alkoholiker schadet in erster Linie seinem eigenem Körper. Das ist ein gewichtuger Unterschied.

    Wir haben genug oft abgestummen, die Jommerbeizer sollen die gesetzlichen Realitäten endlich akzeptieren!

    Die Cargobar beweist bestens, dass man auch ohne Rauch gut wirtschaften kann.

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  8. Und was ist mit den alkoholabhängigen Nichtrauchern? Die schädigen das Gesundheitssytem nicht?

    Wenn jeder Raucher in der Schweiz von heute auf morgen seinen Tabakkonsum stoppen würde, entstünde ein riesiges Steuerloch.
    Warum werden denn die Zigaretten immer nur minim im Preis angehoben?
    Damit der Raucher bei der Stange bleibt! Ganz simpel.

    Für alle Regelwütigen ein Vorschlag zur Güte:

    Im Klein- u. Grossbasel je eine staatliche, rauchfreie Trinkhalle mit Alkoholabgabe. So ist gesetzlich gesichert, dass jeder Nichtraucher sein dunstfreies Plätzchen in der Beitz findet und dort auch rauchfrei essen kann.

    Die restlichen Beizer in Basel können ihr Angebot lancieren wie sie möchten, rauchfrei oder rauchschwanger.

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