Gesundheitsversorgung – das wird neu

Bis 2020 will der Bund die neue Gesundheitsversorgung für die Schweiz entworfen und zu Teilen umgesetzt haben. Neu werden auch die Apotheker stärker in die Pflicht genommen.

WUERZBURG, BAVARIA, GERMANY - 2014/12/02: A silver package with medicine suppositories, displayed on a white table. (Photo by Frank Bienewald/LightRocket via Getty Images)

(Bild: Frank Bienewald)

Bis 2020 will der Bund die neue Gesundheitsversorgung für die Schweiz entworfen und zu Teilen umgesetzt haben. Neu werden auch die Apotheker stärker in die Pflicht genommen.

Die Apotheker spielen in der neuen Grundversorgung der Schweiz eine stärkere Rolle als bisher. Seit Anfang 2016 ist die Apothekerschaft dazu verpflichtet, Impfungen durchführen zu können, um diese der breiten Bevölkerung anzubieten. Im September wird der Bundesrat voraussichtlich zusätzlich einen Kurzbericht vorlegen, in dem er laut Fabian Vaucher, Präsident des Apothekerverbandes pharmasuisse, aufzeigen soll, welche Rollen die Apotheken in der Grundversorgung wahrnehmen können. Beim Kurzbericht des Bundesrates handelt es sich um die Erfüllung eines Postulats der Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, Verwaltungsrätin von Concordia und Mitglied in weiteren Aufsichtsgremien von Institutionen des Gesundheitswesens.

Schranke gefallen

«Mit der gesetzlichen Regelung des Impfens in der Apotheke ist bereits eine erste psychologische Schranke gefallen», sagt Vaucher. Für den Verband geht es nun auch darum, dass die Apotheke «zur ersten Wahl für den Eintritt in die Gesundheitsversorgung werden kann», so Vaucher. 

Die neue Rolle wolle der Verband nicht in Abgrenzung zur Ärzteschaft verstehen, sondern als Ergänzung. Angesichts des Medizinermangels, speziell bei den Hausärzten, müsse die Grundversorgung neu ausgestaltet werden, so Vaucher. Damit komme der Apothekerschaft als medizinische Grundversorger eine zunehmend wichtige Rolle zu, auch weil der Bund laut Strategie eine «höhere Selbstkompetenz aller Bevölkerungsgruppen in Gesundheitsfragen» anstrebt.

Antwort auf den Kostendruck im Gesundheitssektor

Das Konzept «Gesundheit 2020» des Bundes sieht vor, dass die Gesundheitsberufsleute neu enger zusammenarbeiten, insbesondere in den Bereichen Diagnostik, Medikamentenabgabe und Therapie. Dafür ist seit Anfang 2016 eine Teilrevision des Medizinalberufegesetzes in Kraft, auf das Jahr 2017 hin soll die Revision des Heilmittelgesetzes in Kraft treten.

Insgesamt soll mit einer niederschwellig orientierten Versorgung – unter anderem über Dienstleister wie Apotheker – die nationale Versorgungssicherheit erhöht und die Qualität gesteigert werden. Der Bund erwartet mit der Umsetzung der Strategie «Gesundheit 2020» auch eine Entlastung der Kosten im Gesundheitssektor, die wegen einer wachsenden und alternden Bevölkerung und aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts weiter steigen würden.

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