Herzlicher Empfang für Asylsuchende im Wettsteinquartier

Der Wohnraum für Asylsuchende in Basel ist knapp, die Asylunterkünfte der Sozialhilfe sind überbelegt. Nun gibt es eine Übergangslösung: Die leer stehenden Wohnungen am Burgweg können als Unterkünfte genutzt werden. Die Idee kommt im Quartier aussergewöhnlich gut an.

In die leerstehenden Liegenschaften am Burgweg kommt bald wieder neues Leben. (Bild: Karen N. Gerig)

Der Wohnraum für Asylsuchende in Basel ist knapp, die Asylunterkünfte der Sozialhilfe sind überbelegt. Nun gibt es eine Übergangslösung: Die leer stehenden Wohnungen am Burgweg können als Unterkünfte genutzt werden. Die Idee kommt im Quartier aussergewöhnlich gut an.

Eine kurzfristige Lösung bei der Unterbringung von Asylsuchenden in Basel-Stadt hat sich aufgetan: Mehrere Liegenschaften am Burgweg sollen umgebaut werden, momentan stehen rund die Hälfte der Wohnungen leer. Bevor der Umbau realisiert werden soll, können dort Flüchtlinge unterkommen. Die Sozialhilfe hat am Freitag einen entsprechenden Mietvertrag unterzeichnet. Dies gab das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt am Donnerstag bekannt.

Insgesamt werden 50 Plätze frei, einige Wohnungen können noch diese Woche bezogen werden. Die Sozialhilfe ist für die technische Wartung der Wohnungen und die Betreuung der Bewohner zuständig. Der Mietvertrag sei auf sechs Monate befristet. Was danach geschehe, sei noch ungewiss, wie Renata Gäumann von der kantonalen Asylkoordination sagt. «Es werden primär Asylsuchende in der neuen Unterkunft wohnen, die nicht ganz neu ein der Stadt sind und sich in Basel bereits etwas auskennen», sagt sie.

Mit «Wiehnachtsguetzli» willkommen geheissen

«Es hat uns natürlich besonders gefreut, dass sich so kurz vor Weihnachten diese tolle Möglichkeit ergab», sagt Gäumann. Das Angebot sei unerwartet und sehr kurzfristig eingetroffen. Um die Anwohner über die befristete Zwischennutzung zu informieren, wurden Flugblätter verteilt. Die Nachbarn hätten überraschend positiv darauf reagiert. «Bisher gab es keine negativen Reaktionen. Im Gegenteil, die neuen Bewohner scheinen willkommen zu sein.» Die Bestätigung dieser Einschätzung lieferte der Verein «Lebendiger Burgweg» am Donnerstag umgehend nach. Die neuen Nachbarinnen und Nachbarn seien herzlich willkommen, schreibt die Gruppierung in einer Mitteilung (auf der Rückseite dieses Artikels).

Diese Haltung sei eher selten. «Leider stossen unsere Einrichtungen oft auf Widerstand in den Quartieren.» Nicht so am Burgweg. Eine Frau habe sogar nachgefragt, wie viele Wohnungen bereits belegt würden, sie möchte wissen, wie viele «Wiehnachtsguetzlis» sie als Willkommensgruss parat machen könne. «Vielleicht hat die Stimmung der Anwohner auch etwas mit Weihnachten im ursprünglichen Sinn zu tun», mutmasst Gäumann.

Konversation

  1. Danke, ich werds den anderen ca. 13’000 Schweizerinnen und Schweizern ausrichten, die hier im Gundeli wohnen. Wie gesagt, es geht auch nebeneinander. Dazu müssen geschürte Aengste aber erst mal abgebaut werden.

    PS: Im Gundeli gibts sogar Orthografiekurse, für Schweizer und Nicht-Schweizer….

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  2. Einer der Gründe, warum ich stolz bin auf mein Basel! Ennet des Jura gibts geschürte Volksaufstände wegen der Asylbewerber, hier in Basel regiert die gelebte Menschlichkeit.

    Im Gundeli habe ich jahrelang 50 Meter neben einem Asylantenheim gewohnt, und habs nicht mal gewusst!

    Mir ist schon klar, dass es auch bei den Asylbewerbern negative Erscheinugen gibt, aber die Mehrheit dürfte froh sein, überhaupt hier zu sein. Diese Leute sind keine Bedrohung für uns.

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  3. Naja, damals in der Feldbergstrasse waren aber auch nicht alle von Beginn an pro Flüchtlingsheim…
    Evtl. kommt auch erst mit der Zeit die Gelassenheit und nachdem alle verstanden haben, dass das auch nur Menschen sind die niemandem etwas zu Leide tun wollen

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