Klimaaktivisten wollen an «Grossaktion» festhalten

Das Klimacamp in Pratteln steht, rund 100 Personen wohnen vor Ort. Die Rheinhäfen widersprechen derweil Medienberichten, wonach der gesamte Ölhafen als Reaktion auf angekündete Aktionen geschlossen werden soll.

Die Klimaaktivisten des Klimacamps in Pratteln gaben den Medien anlässlich einer Medienkonferenz Einblick auf das Gelände, zudem wurden Fragen beantwortet. Das Camp befindet sich unweit des Bahnhofs zwischen einem Wohnquartier und der ausgedienten Coop-Verteilzentrale, die heute als Zwischennutzung funktioniert.

Ein Thema der Orientierung war die offensiv angekündigte Grossaktion im Ölhafen. Wie die «bz Basel» berichtete, sollte der Betrieb des Ölhafens während der geplanten Aktionstage vom 10. bis 11. August eingestellt werden.

«Wir gehen davon aus, dass die Aktivisten friedliche Absichten haben.»

Jelena Dobric, Sprecherin Rheinhäfen

Nur: Die Information stimme so nicht, sagt Jelena Dobric von den Schweizerischen Rheinhäfen, der Betrieb werde nicht komplett eingestellt, es werde lediglich Einschränkungen geben. Man sei hinsichtlich der angekündigten Aktion mit der Polizei in Kontakt, erwarte aber keinen Konflikt. «Wir gehen davon aus, dass die Aktivisten friedliche Absichten haben.»

Rheinhäfen zeigen Verständnis

Man könne die Anliegen der Klimaaktivisten nachvollziehen, so Dobric weiter. Der Mineralölimport sei aber in den vergangenen Jahren ohnehin rückläufig. «70 Prozent unserer Importe werden ausserdem nachhaltig per Bahn weitertransportiert, die übrigen 30 Prozent per Lastwagen.»

Die Zeichen bei den Rheinhäfen stehen auf Beschwichtigung, eine gewisse Nervosität ist aber spürbar. Genauere Informationen bezüglich der Einschränkungen im Öltransport konnte Dobric nicht nennen.

Bei der Medienorientierung auf dem Klimacamp stand die Stellungsnahme der Rheinhäfen noch aus. Die Sperrung wurde seitens der Aktivisten als Tatsache aufgefasst: «Wir verbuchen das als Teilerfolg», sagt Roberto, ein Mediensprecher der Aktivisten. «Denn dass der Betrieb ausgesetzt wird, heisst, es fliesst kein Öl. Ob wir den Hahn blockieren oder die Polizei und die Rheinhäfen das tun, ist uns dabei einerlei.»

Aktion soll trotzdem stattfinden

An der Aktion will die Aktionsgruppe trotzdem festhalten und veranschlagt einen Treffpunkt für Freitagmorgen 08:00 Uhr.

Auf dem Camp wohnen aktuell ungefähr hundert Menschen, die sich gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern zu täglich stattfindenden Workshops treffen. Ziel der Klimatage ist es, eine effiziente und nachhaltige Strategie zu entwickeln, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken. Die Workshops sind öffentlich.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/climate-games-wollen-bevoelkerung-mit-kreativer-militanz-wachruetteln/
https://tageswoche.ch/gesellschaft/wie-an-der-cote-dazur-so-veraendert-sich-basel-durch-den-klimawandel/
https://tageswoche.ch/form/kommentar/wir-koennen-den-klimawandel-nicht-mehr-stoppen/

Konversation

  1. Nicht Öl tötet, sondern der Mensch, der es fördert und verwendet. Man müsste eigentlich in erster Linie gegen den Menschen und seine Reproduktion, die Quelle allen Übels, protestieren. Also, liebe/r DemonstrantIn, mehr an der Quelle den Hebel ansetzen, dann werden solche Aktionen mittel-/langfristig von Erfolg gekrönt sein.

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