Linke kosten den Wahlerfolg in vollen Zügen aus – und wollen mehr

Für die SP ist klar: Jetzt können die Linken fünf Sitze in der Regierung schaffen. Die SP-Delegierten sprachen sich darum am Dienstagabend für das Zweierticket Wessels/Mück im zweiten Wahlgang aus.

Es war ein Abend im Volkshaus, an dem mehr gejubelt als gesprochen wurde.

(Bild: Jeremias Schulthess)

Für die SP ist klar: Jetzt können die Linken fünf Sitze in der Regierung schaffen. Die SP-Delegierten sprachen sich darum am Dienstagabend für das Zweierticket Wessels/Mück im zweiten Wahlgang aus.

Der Applaus galt den gewählten SP-Regierungsräten Eva Herzog und Christoph Brutschin, der Einzige, der aufstand war jedoch Hans-Peter Wessels. Der Nichtgewählte ging genau im falschen Moment Bier holen. Das war ihm jedoch egal.

Sichtlich gut gelaunt – so wie man den «Hampe» eben kennt – schritt er kurz darauf ans Mikrofon und erklärte den SP-Delegierten, warum es die richtige Entscheidung war, mit einem Fünferticket für die Wahlen anzutreten. Es sei keine Anmassung der Linken gewesen, wie manche behaupteten. «Es ist der Auftrag der Wahlbevölkerung, dass wir nun mit einem Zweierticket antreten», sagte Wessels.

Kampfansage von Mück

Zwei Tage nach dem Wahlsonntag sind die Linken voller Übermut: Sie könnten fünf Sitze im Regierungsrat kriegen. Wessels, daran zweifelt bei den Genossen niemand, wird die Wahl problemlos schaffen. Und Heidi Mück vom Grünen Bündnis traut man am 27. November einen Coup zu.

Sie selbst gab sich vor den SP-Leuten zurückhaltend: «Ich bin mir bewusst, dass ich in der schwächsten Position bin. Es braucht ein Wunder im zweiten Wahlgang.» Eine Kampfansage machte sie dann doch: «Ich habe keine Lust, den Sitz den Bürgerlichen zu überlassen.»

Denn das Traumszenario der Bürgerlichen für diesen Wahltag ging so: Beide schlechtergestellten Kandidaten – Heidi Mück und Lorenz Nägelin – würden sich zurückzuziehen, damit Baschi Dürr und Hans-Peter Wessels ungehindert in die Regierung flutschen könnten. Das berichtete die «bz Basel». Diesem Szenario erteilten die Linken jedoch eine Abfuhr.

«Wir machen es für ‹Hampe›!»

So war der Entscheid, dass Wessels, Mück und Elisabeth Ackermann (fürs Präsidium) auch im zweiten Wahlgang antreten, reine Nebensache. Die SP-Delegierten stimmten mit einem tosenden Applaus dafür. Die roten Kärtchen, die die Parteileitung für die Abstimmung an allen Plätzen verteilt hatte, brauchten sie erst gar nicht mehr für die Abstimmung.

Christoph Brutschin, der bereits wiedergewählt wurde, heizte den Saal am Ende nochmals ein. Man werde gemeinsam in den Wahlkampf zum zweiten Wahlgang gehen: «Wir machen es für ‹Hampe›!»

Und: «Ich bin überzeugt, dass wir am Ende des zweiten Wahlgangs ein noch viel grösseres Fest machen werden.»

Konversation

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