Nicht nur am Rheinufer: SP will Buvetten auch in der Innenstadt

Die Basler SP fordert mobile Beizen in der Innenstadt. Künftig soll es auch Buvetten bei der Schifflände, auf dem Theaterplatz und Claraplatz geben.

Die Basler Regierung soll prüfen, inwiefern mobile Beizen in der Innenstadt möglich sind.

(Bild: Nils Fisch )

Die Basler SP fordert mobile Beizen in der Innenstadt. Künftig soll es auch Buvetten bei der Schifflände, auf dem Theaterplatz und Claraplatz geben.

Sie sind vom Kleinbasler Rheinufer nicht mehr wegzudenken: Die Buvetten, derer zwischen Mittlerer Brücke und Dreirosenbrücke bereits vier existieren. Bald kommen auch die Rheinufer oberhalb der Wettsteinbrücke zum Zuge. Konkret sucht die Allmendverwaltung Betreiberinnen und Betreiber für zwei neue Buvetten am Schaffhauserrheinweg und direkt gegenüber im St. Alban-Tal.

Geht es nach der SP Basel-Stadt, soll die Buvette-Offensive der Verwaltung weitergehen – und zwar in der Innenstadt. Grossrätin Salome Hofer reicht einen Vorstoss im Grossen Rat ein, mit dem sie «mobile Beizen» in der Innenstadt fordert. Im Visier hat sie insbesondere den Theaterplatz, den Rümelinsplatz, die Schifflände, den Theodorskirchplatz und den Claraplatz. Die Regierung soll prüfen, inwiefern diese Orte für «mobile Gastronomiekonzepte insbesondere in den Sommermonaten» geöffnet werden könnten.

Für Hofer steht fest: «Eine attraktive Innenstadt, die lebendig ist und zum Flanieren einlädt, braucht neben Geschäften und Sehenswürdigkeiten auch mehr Gastronomie. An und auf diversen Plätzen wird dieses Potential in der Basler Innenstadt noch zu wenig oder gar nicht genutzt», schreibt sie in ihrem Vorstoss. Ihre Idee begründet sie damit, dass mit dem Buvettenkonzept im Kleinbasel in den vergangenen Jahren positive Erfahrungen gesammelt worden seien.

Mehrere Vorstösse

Keine Freude an Hofers Vorstoss dürfte der Wirteverband Basel-Stadt haben. Der Verband liess in der Vergangenheit immer wieder durchblicken, dass er nicht viel von Buvetten hält. «Es ist keine Staatsaufgabe, jeden erdenklichen Standort mit Buvetten und Verkaufsständen zu belegen», schrieb etwa Sprecher Maurus Ebneter in einem Kommentar.

Hofer ist nicht die einzige in der SP, die unzufrieden mit der jetzigen Situation in Basel ist. Ihre Partei reicht gleich mehrere Vorstösse ein, die die Innenstadt attraktiver machen sollen. So fordert Christian von Wartburg ein «radikal neues Trottoirkonzept, um die Innenstadt attraktiver zum Flanieren zu gestalten», Fraktionschefin Beatriz Greuter will spezielle Aussenmöbel für die Innenstadt (in Wien etwa gibt es im Museumsquartier sogenannte «MQ Hofmöbel») und Franziska Reinhard verlangt die Sperrung der Wettsteinbrücke für Autos einmal im Monat.

Weiter will Thomas Gander eine fixe Veranstaltungsbühne in Basel und Tanja Soland einen zweiten Hundepark in der Stadt, der zum «Treffpunkt für Hunde und ihre Besitzer werden soll». Das alles rund drei Monate vor den Grossratswahlen in Basel-Stadt.

Konversation

  1. Kleiner Bericht aus einer Stadt in Serbien, wo ich gerade meine Ferien verbringe: Innenstadt auto- und busfrei. Drumherum überall Velowege und breite Trottoirs. Mehr brauchts nicht, um gemütlich flanieren zu können.
    Ach ja, die Donau-Uferpromenade habe ich vergessen: drei Bahnen, eine für Velos (richtungsgetrennt), eine für FussgängerInnen (breit, gemütlich), eine Tartanbahn für die Sportlichen. Keine einzige Buvette, Gott sei Dank, dafür in regelmässigen Abständen Popcorn- und Glacestände. Vielleicht könnte die Basler Regierung mal ein Bildungsreisli auf den Balkan absolvieren?

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  2. Sommerloch bei der SP ! Mein Vorschlag:
    Die Innenstadt sollte attraktiver werden? Könnte man nicht auch die Geschäfte und Sehenswürdigkeiten buvettenmässig gestalten 😉 ? Käme billiger als feste Mieten und ist dann offen, wenn’s gerade gebraucht wird!

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  3. Die Auswirkungen der staatlichen Alkförderung-auch Veranstaltungen mit Alkausschüttungen-sehen wird täglich. Und es wird munter weitergemacht. Es wird Zeit diese Leute bei den Wahlen auszuwechseln!

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  4. Attraktive Innenstadt bedeutet offenbar materielle Wertschöpfung bis zum Abwinken.
    Für mich bedeutet eigentlich in der Stadt nach draussen gehen „Menschen begegnen“ oder etwas besorgen das ich benötige.
    Das darf ich offenbar nicht zu laut sagen, sonst werde ich noch vertrieben.

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  5. Ihr Bürgerlein, konsumsiert und konsumiert mehr, noch mehr! Wer nicht konsumiert, schädigt Staat und Gesellschaft.
    Richtig, auch die Grundeinkömmler werben mit dem goldenen Tesla!

    Frage am Rande notiert: Findet mich das Glück in der …ette?

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  6. Die SP macht alles Erdenkliche um die Wahlen zu verlieren.
    Bitte sucht danach aber nicht undurchsichtige Entschuldigungen dafür.

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  7. Velowege habt Ihr vergessen! Es stimmt aber wirklich. Basel könnte an Geselligkeit gewinnen.. Was es schon hat, versteckt sich. Jetzt entdecke ich durch den Tramgleisumbau zwischen Markt- und Barfüsslerplatz wunderbare Beizli am Gerbergässli, wo ich verbotenerweise mit dem Velo durchfahre..

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  8. Die SP fordert mit einem Vorstoss auch, dass einmal pro Monat am Sonntag die Wettsteinbrücke gesperrt wird für den Autoverkehr. Hirnrissig! Das trägt nichts zur lebendigkeit bei

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