Niemand für keinen

Die BVB seien für alle da und liessen keinen im Stich, heisst es im aktuellen Geschäftsbericht. Schön wäre es!

«Einer für alle» loben sich die BVB selber – das sehen andere etwas anders. (Bild: Nils Fisch)

Die BVB seien für alle da und liessen keinen im Stich, heisst es im aktuellen Geschäftsbericht. Schön wäre es!

BVB, oh BVB. Oh BVB! Ihr wollt die Champions League ge­winnen, den gelben bösen Bruder vom Margarethen-Hügel vertreiben, Ihr wollt die Grössten und die Besten sein.

Vor ein paar Tagen habt Ihr uns den Geschäftsbericht 2012 geschickt. Mit tollen Bildern. Und ganz ganz tollen Slogans. Der ­Bericht stehe unter dem Motto «Einer für alle», habt Ihr geschrieben. Die BVB seien für alle da und liessen keinen im Stich.

Wir haben das gelesen, ein bisschen geschmunzelt und auch ein bisschen gerätselt. Einer für alle toten BVB-Bären? Oder ­einer für alle überstylten Tramsurfer, mit denen Ihr das alte Maskottchen ersetzt habt? Oder vielleicht einer für alle, die vor Euren teuren Anzeigetafeln gestanden sind und ins dunkle Nichts schauten? Vielleicht auch einer für alle Steuerzahler, die das Anzeigentafel-Debakel mit einer Millionenzahlung berappen müssen? Oder einer für alle Medienanfragen, die von Eurer «Medienstelle» nicht beantwortet werden?

Und im Stich lasst Ihr natürlich auch niemanden. Ausser vielleicht jenen Kioskbesitzer, den Ihr nach zehn Jahren und ohne Angabe von Gründen aus dem denkmalgeschützten Tramhäuschen am Kannenfeldplatz verjagt. Oh BVB. Oh BVB! Ihr macht es uns nicht leicht. Aber ­keine Sorge: Wir lassen Euch ganz ­sicher nicht im Stich. 

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Erschienen in der gedruckten TagesWoche vom 31.05.13

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