Onlineshop «Migrantenschreck» verschickt illegal Waffen – auch in die Region

Ein deutsch-ungarischer Onlineshop betreibt rassistische Hetze und verkauft hunderte Waffen. Auch in der Region Basel finden sich Besteller.

In Videos werden die verschiedenen Schreckschusswaffen beworben.

(Bild: Screenshot Produktvideo «Migrantenschreck»)

Ein deutsch-ungarischer Onlineshop betreibt rassistische Hetze und verkauft hunderte Waffen. Auch in der Region Basel finden sich Besteller.

Es ist eine verstörende Nachricht: Hunderte Deutsche haben in diesem Jahr illegale Waffen erworben, um sich gegen Einwanderer zu «schützen». Dies zeigt eine umfangreiche Datenrecherche von «Zeit Online».

Den Journalisten der «Zeit» wurde ein Datensatz zugespielt, der die Verkaufsaktivität des deutsch-ungarischen Onlineshops «Migrantenschreck» seit vergangenem Mai dokumentiert. Über diese Webseite lässt sich beispielsweise der Schreckschuss-Revolver MS80 inklusive 25 Hartgummigeschosse für rund 350 Euro bestellen.

Hinter dem Webshop steht der Deutsche Mario Rönsch, bei den Behörden einschlägig bekannt wegen rassistischer Hetze. Neben verschiedenen Waffen finden sich auf der Webseite denn auch sogenannte News, die von kriminellen Flüchtlingen berichten.

Ein Käufer in Oberdorf

Wie der Datensatz zeigt, hat das Angebot bei «Migrantenschreck» offenbar auch einige Abnehmer in der Schweiz überzeugt. So ist etwa am 10. November 2016 ein Schreckschuss-Revolver inklusive 50 Gummigeschosse nach Oberdorf geliefert worden. Einen Käufer gefunden hat der Webshop auch in Frick.

Gemäss der Kantonspolizei Baselland hat der Waffenkäufer in Oberdorf mit seiner Bestellung gegen das Gesetz verstossen. «Die auf dieser Webseite angebotenen Waffen fallen unter das Waffengesetz. Wer diese aus dem Ausland in die Schweiz einführen will, muss über eine Einfuhrbewilligung verfügen», sagt Polizeisprecher Paul Steffen auf Nachfrage.

Polizei ermittelt

Illegal sei nicht der Kauf per se. Aber: «Wer einen solchen Revolver auf sich trägt oder im Auto mit sich führt, benötigt einen Waffentragschein», sagt Steffen. Die Kantonspolizei will den Waffenkäufer in Oberdorf nun ausfindig machen.

Ganz generell verurteilt Steffen die Website «Migrantenschreck»: «Was hier geschieht ist falsch.» Die Betreiber dieser Seite würden Hetze gegen eine bestimmte Volksgruppe betreiben und eine Angst schüren, die völlig unbegründet sei. «Dass dann mit dieser Angstmacherei auch noch ein Geschäft gemacht wird, ist doppelt falsch», sagt Steffen.



Zielübung mit Staatsoberhäuptern, die Waffendealer bei «Migrantenschreck» wissen, wie sie ihre Zielgruppe bedienen müssen.

Zielübung mit Staatsoberhäuptern, die Waffendealer bei «Migrantenschreck» wissen, wie sie ihre Zielgruppe bedienen müssen. (Bild: Screenshot Produktvideo «Migrantenschreck»)

Konversation

    1. Müsste ich jetzt darauf kontern, so wäre dies mein letzter Komentar hier, also lasse ich es lieber. Es geschehen weitaus schlimmere Verbrechen bei denen Menschen dauerhaft geschädigt werden oder gar getötet, jedoch lese ich hier (TaWo) nichts darüber da „Einzelfall“.

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