Regierung will Becher-Pfand für Fasnacht und Mehrwegteller für Foodtrucks

Mit einer Änderung im Umweltschutzgesetz soll die Handhabung von Mehrweggeschirr geregelt werden. Ziel der Regierung ist es, Ungerechtigkeiten zu verhindern. Allerdings gibt es weiterhin Ausnahmen.

Das Mehrweggeschirr wird in Basel bald (fast) überall Pflicht.

Am 1. Januar 2019 soll alles anders werden: Ab dann soll es im Umweltgesetz den Abschnitt «Stadtsauberkeit und Abfallvermeidung» geben, der klärt, wann Mehrweggeschirr verwendet werden muss und wann nicht. So viel schon vorweg: Es wird beinahe überall zur Pflicht.

Bereits heute kennen es die Veranstaltungen auf der Allmend, vom Tattoo über das Klosterbergfest bis zur Bundesfeier. Künftig wird es nicht nur für Veranstaltungen Pflicht sein, Mehrweggeschirr zu verwenden. Die Regierung will das Umweltschutzgesetz so anpassen, dass alle Verkaufsstände diesbezüglich gleichgestellt werden.

Wobei es hierbei Ausnahmen geben soll bei der Fasnacht und auch bei der Herbstmesse – dafür hatten sich Oskar Herzig-Jonasch und Ernst Mutschler stark gemacht.

Und auch punktuell soll es Ausnahmen geben:

«Esswaren und Getränke dürfen ausnahmsweise auch in Einweggeschirr abgegeben werden, wenn dies von Kundinnen und Kunden ausdrücklich verlangt wird, um diese an einem weiter entfernten Ort zu konsumieren.»

Zwar bekommt die Herbstmesse eine Sonderstellung, allerdings wird das Pfand auf Becher und Flaschen bleiben – und auch an der Fasnacht eingeführt.

«Wie im Anzug Oskar Herzig-Jonasch und Ernst Mutschler gefordert, wird der Herbstmesse eine Sonderstellung zugestanden, auch wenn das bereits eingeführte Mehrwegsystem bei Getränken beibehalten werden soll. Auch die Fasnacht soll weiterhin eine Ausnahmeveranstaltung bleiben, jedoch soll hier wie bei der Herbstmesse die Verwendung von Mehrweggeschirr für Getränke Pflicht sein.»

Keine Ausnahmen gibt es für die Foodtrucks auf dem Marktplatz oder auch bei den Streetfoodfestivals. Wie das Amt für Umwelt und Energie auf Anfrage bestätigt, werden diese künftig ihre Speisen im Mehrweggeschirr servieren müssen. Allerdings:

«Des Weiteren wird der Regierungsrat generelle Ausnahmen in den Ausführungsbestimmungen regeln. Zu den vorgeschlagenen generellen Ausnahmen gehört die Nutzung von Einweggebinden für Getränke mit Pfand oder Sammelsystem und die Nutzung von flachen Kartonunterlagen für Esswaren. Schliesslich soll auch die zuständige Behörde einen Ermessensspielraum für Ausnahmen im Einzelfall bekommen.»

Die Gesetzesänderung geht jetzt in die Vernehmlassung.

Konversation

  1. Wieder mal meint Basel mit einer solchen Massnahme die Welt verändern zu können. Bereits jetzt sind die Auflagen für Foodtrucks und Streetfood dermassen hoch, dass hier nicht wie in anderen Städten ein richtiger Markt entsteht. Das Obligatorium für Mehrweggeschirr ist für einen Anbieter ein sehr grosser Aufwand – organisatorisch, administrativ wie auch von den Kosten her. Für die Kunden dann natürlich auch der hygienische Teil, der nicht vergessen gehen darf.

    Noch dürfen Bäckerei die Backwaren in Tüten und Säckchen abgeben, den vielerorts beliebten Döner gibt es noch im beschichteten Papier und die Pizza in der Isolationskartonverpackung.

    Gemäss Basler Regierung soll man wohl in Zukunft einen Rucksack mit allen möglichen heimischen Gefäßen mit dabei haben, damit man die Ware am Stand/im Laden direkt in sein Gefäss abfüllen/abgeben lassen kann.

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  2. Anankasten-Festival?
    Basel 2025:
    – Wer Basel am Bahnhof betritt, nimmt ein Paar der Basler Pfand-Filzlatschen und schützt so das Trottoir und die BVB vor Abnutzung.
    Am Ende könnnen die Pfandlatschen gegen Rückgabe des Pfands (abzüglich Abnützung) wieder zurück gegeben werden. Man erhält so dann seine eigenen Schuhe wieder zurück.
    – Vor der Stadt Basel werden auf Autoreifen Filzpneus aufgezogen, die dort gegen Pfand oder Ersatzreifen zu haben sind.
    – Wer abends in die Stadt Basel kommt, sollte sich gegen Pfand eine Basler insektenschonende Taschenlampe ausleihen, da aus Umweltschutzgründen ab 20 Uhr Lichtverbot herrscht. Den Basler Bewohnern werden Stirnlampen ausgehändigt und kontrolliert, ob die heimische Beleuchtung abmontiert und ordnungsgemäss entsorgt worden ist.
    – Zum Schutz der heimischen Nachttiere herrscht ab 22 Uhr strenge Nachtruhe. Der BVB-Verkehr wird ab dann eingestellt und die Bahn umfährt Basel weitläufig. Auch die Zufahrt- und Durchfahrtsstrassen werden zu diesem Zeitpunkt stillgelegt.
    – WCs sind aus Wasserspargründen so zu platzieren, dass sie innert angemessener Zeit dreimal benützt werden können. Abziehen früher wird streng geahndet.
    – Aufgrund des weltweiten Methanproblems werden für Fleisch spezielle Abgabestellen eingerichtet, wo gegen Ausweis die wöchentliche Fleischration eingekauft werden kann. Das Einschmuggeln von ausserbaslerischem Fleisch hat Zwangsarbeit in der Grossgemüseanbauanlage Hörnli zur Folge.
    – Die hauseigene Restfleischentsorgung besorgt der Zolli. Entsprechende Reste, inklusive Kadaver sind dort gegen Pfand abzugeben.

    – … und natürlich dürfen Esswaren nur noch aus ökologisch wertvollem Karottengeschirr und -Besteck konsumiert werden, verbunden mit der absoluten Pflicht des nachherigen Verzehrs eben auch der Essutensilien, inklusive auch des Tischtuches und der Serviette aus Algenstoff.
    Es dürfen auch nur noch kulinarisch wertvolle Medien konsumiert werden.

    Das müsste doch zu schaffen sein!

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