Samira Marti soll VPOD-Präsidentin werden

Der Regionalvorstand schlägt ein junges Duo fürs Präsidium vor.

Bald Nationalrätin und vorher schon Gewerkschaftspräsidentin: Samira Marti.

Ein jüngeres Gesicht und mehr Durchschlagkraft, das verspricht sich der VPOD Region Basel von der anstehenden Neubesetzung des Präsidiums. Jung sind die Nominierten zweifellos: Samira Marti ist 24, Benjamin Urben, der als Vizepräsident kandidiert, ist 28 Jahre alt.

Mit dem Pflegefachmann Urben, der am Claraspital arbeitet, will der VPOD seine starke Verankerung im Gesundheitsbereich untermauern. Die angehende Ökonomin Marti ihrerseits soll der Gewerkschaft mehr politische Präsenz verleihen. Diese Rechnung dürfte aufgehen, wenn Marti als designierte Nachfolgerin von SP-Urgestein Susanne Leutenegger Oberholzer in den Nationalrat einzieht.

Die Wahl durch die Generalversammlung ist auf den 29. Mai angesetzt.

Konversation

  1. Peter Knechtli liefert auf Onlinereports etwas mehr Fleisch am Knochen:

    »Die in Ziefen aufgewachsene Links-Politikerin, letzten Dezember von der Findungskommission angefragt, verfügt zwar über eine gewisse politische Führungserfahrung als Co-Präsidentin der Baselbieter Juso. Mit dem von den bürgerlichen Parteien recht gefürchteten VPOD verbindet sie bisher nur eine einfache Mitgliedschaft.

    Nach einer Wahl gleich an die Spitze der bikantonalen Gewerkschaft will sie den VPOD „nicht umkrempeln“, wie sie gegenüber OnlineReports sagte. Viel mehr will sie mit der Stärkung der Baselbieter Vertretung und der Verjüngung der Mitglieder zwei strategische Schwerpunkte setzen. Ausserdem strebt sie – wie in der Basebieter SP, in der sie als Vizepräsidentin agiert – ein Mitgliederwachstum an.

    „SP stösst im Landrat an Grenzen“

    „Die Gewerkschaften sind wichtige Player, um Proteste zu organisieren und Gesamtarbeitsverträge auszuhandeln“, sagt Marti. Nach ihrer Wahrnehmung stösst ihre SP im Landrat „wegen der bürgerlichen Blockade-Politik gegen das Staatspersonal an Grenzen“. Mit Aktionen wie dem „stillen Protest“ auf der Landrats-Tribüne könnten die Gewerkschaften hingegen wirkungsvoll auftreten.

    Schliesslich will die Nachwuchs-Politikerin den Verband, der Rollenentwicklung folgend, stärker als Frauengewerkschaft positionieren. In ihr und im Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen wie Pflege, öffentlicher Verkehr oder Polizei sieht sie im VPOD „ein grosses Potenzial, eine progressive Gewerkschaft zu werden“.«

    Danke Empfehlen (1 )
  2. Die VPOD-Mitglieder haben keine andere Wahl.

    Die Vorschläge für die Präsidentschaft wurden von einer Findungskommission „ausgekundschaftet“ – und solch eine Findungskommission lässt „man“ nun mal nicht hängen. Nicht nur das – eine Ablehnung dieses Vorschlags an der GV wäre ein Eklat, der die Gewerkschaft – und auch die Gewerkschaftsbewegung an sich – in ihrer Aussenwirkung ausserordentlich schwächen würde.

    Also geht das einfache Gewerkschaftsmitglied – sofern es an die GV geht (die Anwesenheitszahlen sind seit Jahren deplorabel) – mit einem Grummeln an die Versammlung und nickt ab.

    Es ist auch nicht ersichtlich, ob die Idee des Doppelpräsidiums/Co-Präsidiums jemals kritisch diskutiert wurde. Dem politischen Links-Mainstream entspricht zwar dieses Geschlechterinnen-Sharing. Aber ob damit solch eine Funktion effizient ausgefüllt werden kann, bleibt fraglich. (Ein Zyniker könnte darin eine Stärkung der angestellten sogenannten „politischen Sekretäre“ zulasten des Präsidiums und der Mitglieder konstatieren.)

    Danke Empfehlen (1 )
    1. Na ja, Herr Zedermann, so unbedarft und top down gesteuert, wie Sie den VPOD hier darstellen ist er denn doch nicht. Der Findungskommission muss man zugestehen, dass sie einen interessanten Vorschlag macht: Es sind zwei junge Kandidierende, der eine seit Jahren gewerkschaftlich aktiv und kommt aus dem bzw. steckt mitten im Berufsleben, die andere auf der politischen Bühne präsent und bekannt mit gewerkschaftlichen Anliegen. Und dass in einem Präsidium beide Geschlechter – und beim vpod region basel auch beide Kantone – vertreten sind, ist zwar tatsächlich Mainstream, aber dieser hat bisher alle kritischen, verbandsinternen Diskussionen überstanden. Er entspricht also der Mehrheitsmeinung, und das ist in einem demokratisch strukturierten Verband essentiell. Fazit: Der Wahlvorschlag wird weder mit Grummeln noch mit Kopfnicken, sondern vermutlich mit einem freudigen Applaus und/oder einer Mehrheit der Stimmen genehmigt werden – und falls Sie mit einem solchen demokratischen Entscheid Probleme haben, sind Sie vielleicht tatsächlich ein Zyniker, was ich bedauern würde!

      Danke Empfehlen (2 )
  3. Frau Marti befindet sich in der Ausbildung und soll eine Gewerkschaft leiten? Schon etwas speziell das Ganze. Interessant wäre zu wissen, ob die VPOD-Mitglieder von dieser Idee begeistert sind. Ich jedenfalls wäre es nicht. Ich hätte gerne ein/e Präsident/in, die/der einen Beruf hat, eine gewisse Lebenserfahrung besitzt und weiss, was arbeiten heisst. Nur so nebenbei; ich finde auch, dass Frau Marti zu jung für den Nationalrat ist und deshalb auch nicht viel erreichen wird.

    Danke Empfehlen (3 )
    1. Ich kann es langsam echt nicht mehr hören: Zu jung, weiss nicht was arbeiten heisst, keine Lebenserfahrung, et cetera. Ich frage mich schon ein bisschen woher die betreffenden Kommentatoren (oft ohne Innen) so genau wissen ob und wo die Kandidatinnen bis anhin gearbeitet haben, was sie in ihrem Leben bereits erlebt, gehört, gelesen und erfahren haben, was sie genau für Visionen haben?
      Liebe ältere Semester: Traut der Jugend doch auch mal etwas zu. Habt ihr Angst euer politisches Übergewicht zu verlieren, wenn sich diejenigen Menschen einzumischen beginnen, die es noch ein bisschen länger etwas angeht als euch?
      Ich versteh es schlicht nicht und langsam aber sicher geht es mir auch gehörig auf den Senkel!

      Danke Empfehlen (2 )
  4. Es ist erfreulich, dass die SP endlich auch jüngeren Parteimitgliedern eine Chance gibt und Karriereoptionen öffnet. Das ist möglich, weil ein paar Dinosauriere & Sesselkleber endlich zu höheren Einsichten gekommen und zurückgetreten sind. Vielleicht hat man sie auch gedrängt. Wäre möglich…

    Dank Adil Koller wird der SP-Laden im Baselland endlich wieder auf Kurs gebracht. Langsam, aber stetig. Samira Marti und Benjamin Urben stehen als Duo zur Wahl. Nicht für die SP, sondern für den VPOD. Die Wahl ist vermutlich eine Formsache. Schade, dass die Tawo den KandidatInnen nicht die Möglichkeit gibt sich inhaltlich zu äussern. Die Gelegenheit wäre günstig: a) stehen sie für ein wichtiges Amt zur Wahl (und kein Mensch will die Katze im Sack kaufen…) und b) haben die Beiden mit Sicherheit auch etwas zu sagen. Benjamin Urben hat Erfahrungen im Gesundheitsbereich und könnte diese Erfahrungen mit uns teilen, respektive uns seine Sicht einer vernünftigen Gesundheitspolitik nahe bringen. Samira Marti hat, gemäss ihrer Website, einen Abschluss B.A. in Wirtschaftswissenschaften und in Soziologie und ist dabei mit einem M.A. of Science in Economics abzuschliessen. Also könnte sie qualifiziert Auskunft über die Wirtschaftsentwicklung im Kanton Baselland geben.

    Die beiden KandidatInnen auf ihr Alter zu reduzieren, sie damit als junge Kraft zu positionieren und ihnen ohne weiteren Erklärungen Durchschlagkraft zu attestieren, ist als Kommentärchen ziemlich schwachbrüstig. Warum gibt man den jungen Kräften nicht auch eine Stimme?

    Es geht hier nicht nur um die Verjüngung der politischen Kader, es geht hier auch um neue Ideen und es müsste auch um neue Lösungsansätze für alte Probleme gehen. Das VPOD-Präsidium ist zuständig für strategische Fragen und die zukünftige Ausrichtung der Gewerkschaft. Immerhin: Der VPOD ist die führende Gewerkschaft im öffentlichen Dienst. Der VPOD ist die treibende Kraft, wenn es darum geht die Arbeits- und Lohnbedingungen im öffentlichen Dienst zu verteidigen und zu verbessern. Also möchte man von den vorgeschlagenen KandidatInnen wissen, wo sie sich positionieren und welche politischen Projekte für sie Relevanz haben (Gesundheitspolitik, Verkehrspolitik, etc.). Das jungendliche Alter der beiden KandidatInnen ist keine hinreichende Information und wenig relevant.

    Die Tawo füttert uns mit fantasieloser Schonkost…

    Danke Empfehlen (1 )
    1. Was für «neue Ideen» sollen denn in einem schematischen, von Juristerei durchdrungenen System durchgesetzt werden können?

      Abgesehen davon, sagt blablameter.de zu Ihrem Text: «2416 Zeichen, 351 Wörter, Bullshit-Index: 0.31. Ihr Text zeigt schon erste Anzeichen heißer Luft. Für Werbe oder PR-Sprache ist das noch ein guter Wert, bei höheren Ansprüchen sollten Sie vielleicht noch ein wenig daran feilen».

      Dem schliesse ich mich gerne an.

      Danke Empfehlen (2 )
Alle Kommentare anzeigen (7)

Nächster Artikel