Sieben Antworten vor dem 13. WM-Spieltag

Ist Kolumbien ein Schwergewicht? Macht Japan heute die zehn voll? Und was machen eigentlich die Engländer? Fragen über Fragen – wir haben die Antworten.

Sein Team – Kolumbien – ist bereits zuoberst angekommen. Jedenfalls in einer gewichtigen Statistik. (Bild: Keystone/JUAN JOSE HORTA)

Ist Kolumbien ein Schwergewicht? Macht Japan heute die zehn voll? Und was machen eigentlich die Engländer? Fragen über Fragen – wir haben die Antworten.

Diese Schlussrunde macht mich ganz konfus. Wer qualifiziert sich denn nun wie?

Die «New York Times» hat eine praktische Übersicht zur Ausgangslage in den verschiedenen Gruppen. Für die heutigen Spiele gilt: Kolumbien ist in Gruppe C schon sicher qualifiziert, in Gruppe D Costa Rica. Beide Teams werden mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Gruppensieger. In Gruppe D braucht es keine grosse Rechnerei, da England bereits ausgeschieden ist und Italien und Uruguay direkt aufeinander treffen. Gewinnt Uruguay, ist Uruguay weiter. Gewinnt Uruguay nicht, ist Italien weiter.

Ein wenig komplizierter ist es in Gruppe C. Die Elfenbeinküste kann sich mit einem Sieg gegen Griechenland die Achtelfinalteilnahme sichern. Spielt die Elfenbeinküste nur Unentschieden, kann Japan mit einem Zweitoresieg gegen Kolumbien vorbeiziehen. Auch Griechenland kann noch weiter kommen: Es muss gegen die Elfenbeinküste gewinnen, falls Japan gegen Kolumbien aber gewinnt, muss Griechenlands Sieg um zwei Tore höher ausfallen als der von Japan. Alles klar? Sonst einfach bei der NYT vorbeischauen

Macht Japan heute die 10 voll? 

Die 10? Wenn Japan es heute nicht schafft, die bisher makellosen Kolumbianer zu schlagen, dann bedeutet das nicht nur das Aus für die Japaner. Es wäre auch das zehnte sieglose Spiel einer asiatischen Mannschaft an dieser WM.  Der Iran, Südkorea, Japan und Australien (das seit 2006 zum asiatischen Fussballverband gehört) haben in neun Spielen bisher gerademal drei Unentschieden geschafft, bei sechs Niederlagen. Selbst bei einem Sieg können sich die Japaner aber nicht zwingend über eine Achtelfinalqualifikation freuen. Dafür brauchen Sie noch die Schützenhilfe von Griechenland (siehe oben).

Kann man Kolumbien bereits als Fussball-Schwergewicht bezeichnen?

Absolut. Zwar steht Kolumbien in der Fifa-/Coca-Cola-Weltrangliste (die heisst wirklich so) nur auf Platz 8 und ist damit hinter einer nicht genannt werden wollenden Nation klassiert, die gerne mal mit 2:5 gegen Frankreich untergeht. Und gewiss, Griechenland und die Elfenbeinküste waren für Kolumbien bis jetzt an dieser WM keine echten Gradmesser (der folgt im Achtelfinal, wo entweder Italien oder Uruguay wartet). Ein Schwergewicht ist Kolumbien so oder so, und zwar nicht nur irgendein, sondern das Schwergewicht dieser WM. Im Durchschnitt weisen die Kolumbianer nämlich den höchsten Body-Mass-Index aller Teams auf (23,93). Am anderen Ende der Skala, mit einem Durchschnitts-BMI von 22,35: die leichtfüssigen Brasilianer. Der «dickste» Spieler der WM ist bereits ausgeschieden (und nie zum Einsatz gekommen): Bailey Wright, australischer Verteidiger, mit einem BMI von 27,67.

Was machen eigentlich die Engländer?

Gegen den ehemals designierten Punktelieferanten und nun designierten Todesgruppensieger Costa Rica gilt es zu verhindern, dass England zum ersten Mal überhaupt ohne Punktgewinn von einer WM nach Hause reist. Der Blick ist bereits weiter nach vorne gerichtet. Denn wo sind Englands Chancen auf einen Titel jeweils am grössten? Richtig, beim nächsten Turnier. Immer. Seit 1966. Der «Mirror» fragt seine Leser schon mal, wie optimistisch sie diesbezüglich sind.

Grund für soviel Optimismus: Luis Suarez darf an der Europameisterschaft nicht mitspielen. Jener Suarez, der die Engländer aus der WM geschossen hat. Und von dem sich die Engländer seitdem auch noch im täglichen Berufsverkehr verspotten lassen müssen.

Und, nicht vergessen, bevor es heimwärts geht:

Ich will nach dieser mitreissenden Vorrunde für die K.O.-Phase noch nach Brasilien reisen will. Wie komme ich da hin?

Die WM hat uns bisher wirklich verwöhnt. Viele gute Spiele und ein Toredurchschnitt, höher als bei allem Weltmeisterschaften seit 1956. Jetzt noch nach Brasilien zu kommen ist einfacher als viele denken. Wir zitieren unseren Lieblingsblog «Zum Runden Leder», dessen Korrespondent die Reise eben erst absolviert hat.

Entgegen der landläufigen Meinung erreicht man Brasilien problemlos mit der Eisenbahn und dem Velo. Am besten nehmen Sie den Nachtzug Basel-Hamburg und radeln dann gemütlich via Lübeck, Neustadt und Oldenburg nach Schönberg. Dort geht es bei der Kehrichtverbrennungsanlage rechts. Anschliessend ist der Weg sehr gut beschildert.

Bon voyage.

Welche Informationen aus der Fifa-Pressemappe werde ich heute garantiert vom TV-Kommentator meines Vertrauens vorgelesen erhalten?

  • Japan hat noch nie an einer WM ein südamerikanisches Team besiegt.
  • Griechenland ist seit drei WM-Spielen ohne Torerfolg.
  • Alle drei Tore der Elfenbeinküste an dieser WM sind zwischen der 64. und 73. Spielminute gefallen.
  • Costa Rica könnte das erste Team der WM-Geschichte werden, das in einer Vorrunde drei ehemalige Weltmeister schlägt. Zwei Weltmeister zu schlagen hat bisher neben Costa Rica nur Dänemark geschafft.
  • Zweimal sind Italien und Uruguay bisher an Weltmeisterschaften aufeinander getroffen. Beide Male gelang Uruguay kein Tor (was sie heute brauchen, um weiterzukommen).

Jetzt aber Butter bei die Fische: Wie gehen die Spiele heute Abend aus?

Das ist einfach: Gemäss unserem Razinger-Index gewinnt Kolumbien gegen Japan, Griechenland und die Elfenbeinküste trennen sich unentschieden. Uruguay schlägt Italien, England schlägt Costa Rica.

 

 

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