Sterben und dann Gutes tun

Gemeinnützige Organisationen sind darauf angewiesen, dass sie auch bei Erbschaften berücksichtigt werden. Da dies noch selten geschieht, lanciert MyHappyEnd einen Ideenwettbewerb für Kreative.

Nach dem Sterben Gutes tun und dafür in Erinnerung bleiben: MyHappyEnd sucht Ideen. (Bild: Screenshot)

Gemeinnützige Organisationen sind darauf angewiesen, dass sie auch bei Erbschaften berücksichtigt werden. Da dies noch selten geschieht, lanciert MyHappyEnd einen Ideenwettbewerb für Kreative.

Der 13. September ist der internationale Tag des Testaments – und niemand weiss davon. Genau deshalb hat die Organisation MyHappyEnd, ein Zusammenschluss von 18 Schweizer Non-Profit-Organisationen (NPO), pünktlich einen Ideenwettbewerb lanciert. MyHappyEnd hat es sich zum Ziel gesetzt, die Möglichkeiten die sich bieten, in einem Testament NPO zu berücksichtigen, bekannter zu machen.

Heute geschieht dies gemäss der der Organisation nämlich in sehr geringem Masse, nur rund ein Prozent der jährlich vererbten Vermögen gehen zu Gunsten einer gemeinnützigen Organisation oder eines Hilfswerkes. Diesen Anteil will MyHappyEnd natürlich erhöhen, eine entsprechende Fernsehkampagne unter dem Slogan «Mit uns bleiben Sie in bester Erinnerung» läuft bereits.

Kunst kann auch Tabus ansprechen

Ergänzend dazu nun eben ein Ideenwettbewerb. Die Ausschreibung fordert schweizweit Kreative auf, ihre Ideen einzureichen. Gesucht wird ein «Zeichen der Erinnerung» das denjenigen gedenkt, welche in ihrem letzten Willen gemeinnützige Organisationen berücksichtigten. Projektleiterin Barbara Dill sieht in der Kunst das ideale Medium zum feinfühligen und gleichzeitig kritischen Umgang mit den Themen Tod und Sterben: «Kunst darf vieles und erreicht viele». Was die Form dieses «Zeichens» betrifft, gibt es bewusst keine Einschränkungen, Dill kann sich eine Skulptur vorstellen, aber auch eine Videoarbeit oder eine Performance. «Wir sind auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem, noch immer tabuisierten, Thema des Sterbens gespannt.»

Bekannte Gesichter in der Fachjury

Mediale Aufmerksamkeit verspricht die prominent besetzte, fünfköpfige Fachjury, allen voran Werber, Fernsehmoderator und Satiriker Frank Baumann. «Baumann schien uns doppelt geeignet, erstens ist er ein bekanntes Gesicht, zweitens als Satiriker prädestiniert dafür, auch heikle Themen anzusprechen», sagt Dill. Gewohnt bissig dann auch sein Statement in der Medienmitteilung. Bezogen auf den Tod sagt er: «mit etwas Gottvertrauen darf man davon ausgehen, dass Kost und Logis gratis sein werden». Man könne sein Geld also getrost einer NPO vermachen.

Auch die anderen Jurymitglieder sind nicht unbekannt, darunter der Tibet- und Dalai Lama-Fotograf Manuel Bauer und die Chefredakteurin des Kunstbulletin, Claudia Jolles.

Ausstellung im 2013

Noch bis zum 13. Dezember können Ideen online auf der Website von MyHappyEnd eingereicht werden. Danach werden per Onlinevoting die besten drei Ideen ausgesucht, zwei weitere erhalten von MyHappyEnd die Wildcard. Diese fünf Finalisten haben dann bis zum nächsten Tag des Testaments (13. September 2013) Zeit, ihre Idee ausstellungsreif zu konkretisieren. Die vollständige Realisierung gebührt dann der, von der Fachjury bestimmten, Siegeridee. Dafür stellt MyHappyEnd dann ein Umsetzungsbudget von bis zu 15 000 Franken zur Verfügung.

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