Tausende auf der Strasse – Grosseinsatz gegen Revolutionären Aufbau

Gegen 4000 Kurden und Sympathisanten protestierten in Basel gegen den türkischen Kriegszug in Syrien. Vor der Demonstration kam es zu einem Polizeieinsatz im Kleinbasel – mit fragwürdigem Ausgang.

Linke im Fokus: Polizeieinsatz am Bläsiring.

In der Basler Innenstadt kam es am Samstag zu einer der grössten Kundgebungen der vergangenen Jahre. Geschätzte 4000 Kurden und Sympathisanten zogen vom Claraplatz über die Wettsteinbrücke zum Barfüsserplatz. Dort hielten Redner verschiedene, laut beklatschte Ansprachen.

Anlass des Protests ist der neu aufgeflammte Krieg im kurdischen Teil Syriens. Dort geht der autoritäre türkische Präsident Recep Erdogan mit schwerem Gerät gegen kurdische Milizen vor. Die Folgen der Militäroperation sind Hunderte Tote und Verletzte, darunter zahlreiche Zivilisten, sowie eine Destabilisierung des bislang vom Bürgerkrieg weitgehend verschont gebliebenen syrischen Nordwestens um die Stadt Afrin.

Grösste Kundgebung seit Jahren: Kurden protestieren in Basel gegen den türkischen Präsidenten Erdogan.

Die bewilligte Demonstration, die von eigenen Ordnern der Organisatoren begleitet wurde, verlief friedlich. Beobachtet wurde sie von einem Grossaufgebot der Basler Polizei, die sich im Hintergrund hielt. Gesamthaft zehn Personen wurden durch die Polizei einer Kontrolle unterzogen.

Zu einem Polizeieinsatz kam es vor der Demonstration. Kurz vor Mittag fuhr ein Aufgebot der Basler Polizei mit rund drei Dutzend Beamten vor einem Wohnhaus am Bläsiring vor. Die für schwere Krawalle gerüsteten Polizisten wollten, gemäss Polizeiangaben, Personenkontrollen im Basler Büro des Revolutionären Aufbaus vornehmen. Seit 1993 ist die linke Organisation am Bläsiring eingemietet.

Mehrere Augenzeugen und Beteiligte schildern den Polizeieinsatz gegenüber der TagesWoche. Demnach wurde eine Person verhaftet, die sich im Gang des Gebäudes aufhielt, eine Person, welche den Einsatz fotografieren wollte und ein Mann, der sich dem Zugriff widersetzt haben soll. Alle Personen, die dem Umfeld des Revolutionären Aufbaus zuzuordnen sind, waren mit Vorbereitungsarbeiten für die Demonstration beschäftigt: Sie malten Transparente und bauten den Lautsprecher-Wagen zusammen. 

Polizeisprecher Martin Schütz begründet die Festnahmen damit, dass sich alle Personen der Amtsgewalt widersetzt hätten. In einem Fall lautet der Vorwurf: Gewalt gegen Beamte. Es soll zu einer Rempelei während dem Einsatz gekommen sein.

Transparent beschlagnahmt

Fragwürdig erscheint, mit welcher Rechtsgrundlage die Polizei das Haus sowie das Büro des Revolutionären Aufbaus betrat. Schütz erklärt, das Eindringen sei zulässig, weil sich mehrere Personen einer Kontrolle hätten entziehen wollen. Diese Darstellung wird von Augenzeugen infrage gestellt: Die Polizisten seien durch die offene Türe kurzerhand reinmarschiert.

Zu einem weiteren Vorfall kam es schliesslich im Büro. Dort konfiszierte die Polizei ein Transparent, mit dem der Demozug hätte angeführt werden sollen. Gemäss Beteiligten habe der verantwortliche Polizist eine Vorbereitungshandlung zu einer Straftat geltend gemacht. Hinweise, wonach die Kundgebung bewilligt sei, blieben wirkungslos. Der Polizist soll gesagt haben, der Aufbau sei an der Demonstration unerwünscht. Kurdische Kreise bestätigen dagegen, dass es eine gemeinsame Organisation der Kundgebung gab. 

Martin Schütz wollte zu diesem Zwischenfall keine Angaben machen.

Konversation

  1. Herr Ramseier, Sie fischen im trüben und treiben Unfug, weil ich auch an der Demo war und beobachtet habe, dass die KurdInnen überglücklich waren, dass es so viele SchweizerInnen, EuropäerInnen sich mit den KurdInnen solidarisiert haben. Ich bin selber ein Kurde und ich weiss, dass diese Solidarität die KurdInnen in ihrem Kampf gegen den genozidalen Faschismus apart verstärken wird. Egal was Sie machen und sagen werden, es ist vergebens; das Gewissen der Völker ist aufgewacht. Es ist besser, dass Sie aufhören zu hetzen. Sie scheinen einer von diesen AKP Trolle zu sein, die sich in letzter Zeit immer einen europäischen Namen geben. Mein Aufruf an alle Völker und Frauen Europas: Bleibt solidarisch mit den KurdInnen. Die Töchter und Söhne aller Völkern der Welt kämpfen Schulter an Schulter in Rojava gegen den Faschismus und sie wissen ganz genau, dass sie nicht nur für die KurdInnen kämpfen, sondern auch für Euch, für die ganze Menschheit. Das ist ein Kampf um das Eluieren der Geschichte. Die Menschheit steht actuellement gegenüber einem Barbarismus, der ROTEN-APFEL-DOKTRIN des türkischen primitiv-nationalistischen Islamo-Faschismus, welcher die ganze Welt unterwerfen möchte. Da die Gefahr sehr gross ist, muss die Solidarität auch entsprechend gross sein.

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    1. Herr VinylMan, Sie haben wohl meine Kommentare nicht gelesen. Ich unterstütze die kurdische Bewegung und ich war selbst als Schweizer an der Demo. Ebenfalls habe ich bemerkt, dass sich die Linksextremen von den Kurden eine Scheibe abschneiden sollten. Weiter habe ich die Friedlichkeit der Demo gelobt. Bitte verdrehen Sie mir nicht die Wörter im Mund. Mit der AKP habe ich so wenig zu tun wie Sie wohl auch.

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    2. Dann hören Sie bitte! auf mit Ihren bodenlosen Behauptungen der Polizei in die Hände zu spielen, die versucht einen Röstigraben zwischen der KurdInnen und der schweizerischen Linken zu schaffen.
      Und Ihre Behauptung, dass die Linken chaotisch und gewaltbereit sind, ist auch ein Unsinn. Ich kenne viele und ich als ein Pazifist habe sowas weder beobachtet noch miterlebt. Um ehrlich zu sein, habe ich mir auch schon überlegt, ob ich meine Skibrille mitnehmen soll. Was ist daran falsch, sich schützen zu wollen, wenn man bedenken würde, dass von der Polizei geschossene Gummischrot blind machen könnte. Gibts ein Gesetz, welches das Tragen der Skibrille in der Stadt verbietet?
      Wie wir alle wissen, betreibt die Polizei seit Ewigkeit eine Kriminalisierung-, und Diffamierungspolitik gegenüber der Linken. Durch diese Politik wurde dieser Nonsens bei den Menschen, wie bei Ihnen auch der Fall ist, eingebrannt. Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft ihre Vorurteile gegenüber der Linken hinterfragt. Die Linken müssen natürlich auch versuchen die Bühne der Politik zu betreten um den Weg zur Gesellschaft zu finden, weil es an der Zeit ist, dass die zwei sich finden. Sie, die Linken, sind ja auch Kinder dieser Gesellschaft. Es ist nicht meine Absicht Sie anzugreifen oder zu beleidigen. Ich versuche nur Sie zum freien Denken zu bewegen.
      Freundliche Grüsse.

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    3. Nun habe ich aber das Gefühl, dass Sie mit einer Augenbinde durch die Welt gehen. So gut wie jede Demo, wo der „Revolutionäre Aufbau“ oder die „Antifa“ beteiligt war, endete in Sachbeschädigungen (mindestens Sprayereien) oder in Verletzung von Menschen. Diese Personen haben in meinen Augen NICHTS mit „den Linken“ zu tun. Dabei handelt es sich nur um Chaoten und Krawalltouristen, welche keinerlei Rücksicht auf fremdes Eigentum und Menschenleben (ja, Polizisten sind auch Menschen) nehmen. Dies können Sie ja wohl nicht ernsthaft anzweifeln.
      Wenn sich die Situation wegen einigen Chaoten zuspitzt und die Polizei den Gummischrot androht, dann sollte man halt einfach seine sieben Sachen in die Hand nehmen und gehen. Somit erübrigt sich das Mitnehmen von Schutzartikeln oder Vermummungsmaterial.
      Friedliche Linke gibt es in Basel genug (99% der Linken). Die Regierung ist ja nicht umsonst eher links-grün. Nur erwarte ich von allen friedlichen Linken, dass sie sich von solchen aggressiven und chaotischen Vereinigungen, welche sich eher faschistisch als antifaschistisch verhalten, distanzieren. Somit könnte man „die Linken“ wieder deutlich ernster nehmen. Zivilcourage ist nun wieder gefragt!!

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    4. Diese-ihre, also die mediale, bürgerliche- Sicht zweifeln sehr wohl Menschen an.

      Wer sich „ernsthaft“ mit aktuellen gesellschaftlichen Zuständen, also der permanenten Zuspitzung von Machtverhältnissen beschäftigt,
      wer die eigene Position wahrnimmt und sich entsprechend zu Verhalten beginnt macht erst „ernsthaft“ Politik.

      Ja und diese Menschen die Politik ernsthaft „machen“ -wie z.B. auch Menschen aus der kurdischen Bewegung- gibt es zum Glück nach wie vor.
      Von Formen des unkommerziellen gemeinnützigen Engagements, ob in Vereinen, Nachbarschaften, etc., politischen Bewegungen bis zu kollektivierten selbstständigen Arbeitsformen (hier findet immer das Wort „Links“ Anwendung- ich finde diese Bezeichnung schlecht, ich will z.B. nichts zu tun haben mit Knechtschaft, Parlamenten und ihrem Links-Rechts Schema).

      Wer also nicht mehr Kreuzli machen -resp. die Propaganda bis Mensch Kreuzli machen darf- als politische Arbeit versteht sondern an der Realität schraubt, hat einen eigenen Blick auf die sozialen Zustände und muss sich nicht der trüben Stimmungsmache der Medien und sonstigen Autoritäten hingeben.

      Sie haben ja die Ansicht Ihre Meinung wäre DIE Meinung, dem ist zum Glück nicht so, es gibt nie DIE Meinung:

      a) Ist vielen Menschen die Gewalttätigkeit der heutigen Gesellschaft bewusst (unsere Lebensweise, der herrschende Gesellschaftsvertrag, Gewaltmonopole).

      b) Erübrigt sich hierdurch glücklicherweise für die Engagierten ein Auftrennen in „Böse“ und „Gute“ Protestformen da unsere aktuelle Gesellschaftsform auf Gewalt aufbaut (von häuslicher-, struktureller- bis zu psychischer Gewalt).

      c) D.h. egal wie pazifistisch der hiesige Staatsbürger auch sein will, er wird im Jetzt ohne zuerst einiges zu verändern keinen Pazifismus leben oder erleben können.
      Durch unsere hiesige Lebensweise greifen wir Mitmenschen direkt an, installieren globale Klassengesellschaften (das heutige „Lumpenproletariat“ wird bekanntlich im globalen Süden für uns schuftend gehalten) und beuten so strukturell Mensch und Natur aus.

      „Die Prämisse: Meine Freiheit endet dort wo die des Mitmenschen beginnt“ ist ein schlechter Scherz. Ein erster Schritt in diese Richtung ist eben in jedem Moment, jeder Auseinandersetzung, jedem Konflikt die jeweiligen Mittel selbst zu wählen, natürlich mit emanzipatorischen Ansätzen, einer gewaltfreieren Zukunft entgegen.

      Cheers

      Ah Ja: und fahr ab mit „Extrem“, „Krawall“ „=Fascho“- Boulevardismus.
      Das ist nicht nur frech sondern gefährliche Diffamierung. Egal welche Meinung, bei den Fakten bleiben.
      Faschistoid=Nahe an einem staatlichen, hierarchischen, nationalistischen, rassistischen Führerprinzip. Wenn fremdes Eigentum mal kaputt geht und Konflikte mit staatlichen Gewaltträger*innen (Polizei) entstehen ist nichts obenstehendes erfüllt.

      Der sog. „Mittelstand“, die Oberschicht lebt extrem und gewalttätig, beschützt durch hochgerüstete Prügel-Mannschaften die zu 90% geerbtes Privileg und Eigentum vor Umverteilung schützen.
      ah..und gell, Antifa ist dann allgemeines Understatement.

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  2. Mulmig wird einem als Demokrat und Freund der Menschenrechte bei sowas. Im Interesse von unsereins handelt die Polizei offensichtlich nicht…obwohl das ja ihr Auftrag wäre. Fragt sich, in wessen Diensten sie dann steht?

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  3. Dass unsere Polizei gerne mal abseits der Gesetze agiert, die sie eigentlich schützen sollte ist allseits bekannt.

    Ich frage mich jedoch, wozu braucht unsere Polizei einen Porsche?
    Will die Polizei BS mit Dubai gleichziehen?
    Fliesst die geforderte Million für ein gepanzertes Antiterrorfahrzeug in einen Bugatti Chiron oder ähnliches?

    Liebe Tageswoche, geht dieser sache bitte mal nach 😉

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    1. Lieber Herr Loewenherz

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Porsche der Polizei gehört. Viel mehr ist auf dem gut sichtbaren VW-Bus eine POLIZEI-Aufschrift zu erkennen.
      Da der Porsche bei diesem Leiterwagen steht, gehört er wohl viel mehr den Mitgliedern des Revolutionären Aufbaus. Ich finde das durchaus spannend. Eine „Organisation“ welche gegen den Kapitalismus und die Globalisierung mobilisiert fährt einen übermotorisierten Porsche-SUV. Dieses Auto ist für mich der Inbegriff von Kapitalismus und ein Statussymbol sondergleichen. Nun wäre es wirklich spannend, wenn durch die Tageswoche abgeklärt werden könnte, wer der Halter des abgebildeten Porsche ist und warum der Revolutionäre Aufbau solche Protzkarren fährt.
      Vermutlich kommen diese jungen Erwachsenen des RAs direkt vom Bruderholz aus den Bonzenvillen, um in der Stadt ordentlich auf die Pauke zu hauen und alles kurz und klein zu schlagen.
      Da gehört wohl der Finger draufgehalten!

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  4. Liebe Stimme der Freude, an ihrer Stelle würde ich diesen Kom­men­tar löschen. Sie scheinen nicht verstanden zu haben worum es geht. Vielleicht noch das : “Vater vergib ihnen, sie wissen nicht was sie tun.“ Lucas 23:34 Fakt ist: Die Basler Polizei wusste schon längst ganz genau, dass die Solidemo schweizweit organisiert war und dass viele schweizer DemokratInnen, SozialistInnen, KommunistInnen, Autonome und AnarchistInnen teilnehmen werden. Sie hat ganz willkürlich und unmoralisch die Menschen, vor allem SchweizerInnen, als Übungsmöglichkeit instrumentalisiert. Mit der Razzia auf das Lokal des Revolutionären Aufbaus wollte die Basler Polizei die Basler Bevölkerung einzuschüchtern um zu verhindern, dass die Bevölkerung an der Solidemo teilnimmt. Ich spüre und beobachte seit Anfang des Invasionsversuch der Türkei auf Afrin, in der schweizerischen Gesellschaft eine grosse Sensibilität. Mit der Be­schlag­nah­me des Transparents wollte die Basler Polizei, oder besser gesagt Herr Baschi Dürr, das Blossstellen der faschischtischen AKP-MHP+ROTER APFEL Block zu verhindern. In dieser Hinsicht ist auch die Frage welche Art von Beziehungen Herr Dürr zur AKP-Erdogan Regierung führt und wie viele AKP Spione in der Basler Polizei noch aktiv sind.
    Die Basler Polizei kann weder den Organisatoren noch TeilnehmerInnen vorwerfen, dass sie agressiv waren. Die OrganisatorInnen waren ganz entschlossen, sich auf die Provokationen nicht einzulassen.

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    1. Ich habe aus kurdischen Kreisen vernommen, dass die Kurden niemals eine Beteiligen von linksextremen Chaoten gewünscht hatten. Schlussändlich missbrauchen solche Chaoten die Masse der sehr friedlich und zu recht demonstrierenden Kurden um daraus Straftaten zu begehen.
      Ich war ebenfalls an der Demo und hatte am Claraplatz eine Personenkontrolle von mehreren mutmasslich linken Demonstranten beobachten können. Dabei hatten mindestens zwei davon Skibrillen und Sturmhauben im Gepäck. Dies lässt darauf schliessen, dass nicht nur friedliche Aktionen geplant waren. Ich denke, dass die Polizei hier richtig gehandelt hat. Ausserdem wurde dadurch eine eindrückliche und friedliche Demo gewährleistet, welche vorbildlich über die Bühne ging. So sollte es sein. Mehrere tausend Leute, welche friedlich ihr Recht auf Demonstration wahrnehmen. Da könnten sich die linksextremen Chaoten eine Scheibe abschneiden.

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  5. Die Bemerkungen über die Polizei sind witzig. Ich erinnere mich an den alten PD Karli Schnyder. Er hat damals immer „die politische Verantwortung“ übernommen und ist dann sitzen geblieben…

    Als Schwuler war ich in den 70er und bis in die 90er immer bei der Polizei „dazwischen“. Einesteils belangt „wegen Pornografie“, „nächtlichen Umtrieben“ und andernteils als Medienhelfer gefragt beim Aufklären von Morden an Schwulen.
    Die Schweizer Polizeien sind nicht nur rechtlich verankert, sondern auch in unserer Demokratie, in welcher sie von den Bürgern „angestellt“ sind. Daraus ergeben sich noch andere Zusammenhänge als viele Linke und Rechte nur ideologisch wahrhaben wollen!

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  6. Die Polizei hat sicherlich ihre Gründe gehabt die Zentrale vorab zu besuchen und zu filzen. Auch das selektive Kontrollieren von Einzelpersonen ist auf jeden Fall in Ordnung. So wurden vorab bereits einzelne Gewaltausbrüche resp. Vandalenakte verhindert. Die Demo war ja angekündigt und hat stattgefunden. Ein Danke den vielen Beamten, die im Einsatz waren.

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  7. Vielen Dank an VinylMan für die Veröffentlichung der Pressemitteilung in der TaWo. Die Stellungnahme der OrganisatorInnen über die Demo und den Plozeieinsatz sind wichtig! Eigentlich sollte beim so wichtigen Thema der gravierenden Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und Afrin nicht auch noch eine Berichterstattung über die Basler Polizei nötig sein. Aber die Basler Polizei schafft es wieder einmal mit einem mehr als fragwürdigen Einsatz sich negativ in die Schlagzeilen zu bringen.

    Ich habe beobachtet, wie vollkommen friedliche Menschen, die wahrscheinlich auf dem Weg zur bewilligten Demo waren, von der Polizei auf dem Claraplatz eingekesselt, kontrolliert, gefilzt und fotografiert wurden. Bei einer Gruppe habe ich beobachtet, wie die Polizei denen, die sich gegen das rechtswidrige Fotografieren friedlich wehrten, mit Festnahme und Verbringung auf den Polizeiposten drohte. Der Widerstand gegen das Fotografieren hat geholfen: Die Kontrollierten wurden offenbar ohne Fotos frei gelassen. Beschämende Repressionspraxis der Polizei!

    Ebenfalls beschämend ist das Eindringen der Polizei ohne Durchsuchungsbefehl in die Räume einer politischen Organisation und das Beschlagnahmen von Material der politischen Meinungsäusserung. Baschi Dürrs Polizei ausser Kontrolle. Wieder einmal!

    Trotz allem: Die Demo war ein starkes Zeichen gegen Unterdrückung und Repression und der gemeinsamen Solidarität. Das konnte die Polizei nicht verhindern!

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  8. Wieder mal eine einseitige Darstellung der TagesWoche, die journalistischer Redlichkeit widerspricht. Die Polizei wird wohl nicht ohne Grund kurz vor der Demonstration dort aufgetaucht sein. Sie taucht dort wohl auch nicht vor jeder Demonstration auf. Etwas mehr Recherche dürfte einen Artikel schon zugrundegelegt werden.

    Wer mit einer sektenhaften und gewalttätigen linksextremistischen Organisation gemeinsame Sache macht, disqualifiziert sich – sei es die TagesWoche oder die kurdischen Organisationen.

    Ich frage mich, ob die TagesWoche auch so kleinlich an der Polizeiarbeit herumkritteln würde, wenn es sich um Rechtsextreme handelte. Ich denke nicht. Zu Recht nicht.

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    1. Sehr tiefsinnige Analyse der Ereignisse vom Samstag in Basel und deren Kontext! Stringent in der Argumentation, äusserst klug in der Reflexion und kritischen Würdigung, fulminante im Erkenntnisteil. Weiter so Georg II!
      (Achtung: Dieser Kommentag ist ironisch gemeint!)

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  9. Pressemitteilung des „Bündnis gegen die Diktatur in der Türkei“ zur Demonstration vom 3. Februar 2018
    Am heutigen Samstag demonstrierten mehrere tausend Menschen in Basel gegen das diktatorische Regime in der Türkei. Aus aktuellem Anlass richtete sich der Protest zentral gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der türkischen Armee gegen den Kanton Afrin in Nordsyrien, Teil des emanzipatorischen Projekts „Rojava. Die Begründung der Türkei lautet, dass die KurdInnen in Syrien einen eigenen Nationalstaat errichten wollen. Dabei ist seit langem klar, dass Rojava ein Demokratisierungsprojekt des Nahen Ostens ohne nationalen Anspruch ist. Gegenwärtig finden täglich in vielen europäischen Städten Solidaritätsbekundungen mit den sich verteidigenden Menschen in Afrin statt.
    Der Angriff der Türkei reiht sich ein in diverse repressive Schläge gegen die kurdische Bewegung in der Türkei selbst, aber auch darüber hinaus. Das AKP-Regime baut systematisch demokratische Rechte ab: Seit dem gescheiterten, von Erdogan als Gottes Segen bezeichneten Putschversuch regiert Erdogan mit der ultranationalistischen, faschistischen MHP per Dekret.
    Die Demonstration wurde vom „Revolutionären Bündnis gegen die Diktatur in der Türkei“, das auch von diversen Schweizer Organisationen getragen wurde, organisiert. Die Polizei versuchte, deren Teilnahme an der Demonstration im Vorfeld und währenddessen zu verhindern. Um 12.30 wurde der Bläsiring mit mehreren Kastenwagen und vermummten PolizistInnen in Kampfmontur abgeriegelt, während sich ebenfalls vermummte PolizistInnen ohne Durchsuchungsbefehl Zutritt zum Lokal des Revolutionären Aufbaus Basel verschafften. Obwohl die Demonstration bewilligt war, beschlagnahmte die Polizei Demomaterial und brachte drei Personen ohne Angabe von Gründen auf den Polizeiposten. Im Vorfeld wurden Menschen auf dem Weg zum Besammlungsplatz verhaftet. Auch während des Umzugs und im Anschluss griff die Polizei immer wieder willkürlich einzelne Personen aus der Demonstration heraus. Die Polizei argumentiert dabei wie folgt: Es hätten in der Stadt zwei Demonstrationen stattfinden sollen, wovon nur die eine, die kurdische, bewilligt gewesen sei. Die Polizei wusste aber ganz genau, und wurde von den kurdischen Verbänden entsprechend informiert, dass es sich um ein- und dieselbe Demonstration handelte. Die Verhaftungen sind Teil eines Spaltungsversuchs, der sich gegen die gemeinsamen Kämpfe kurdischer und Schweizer AktivistInnen richtet. Die Polizei provozierte mit dem Ziel, die Demonstration eskalieren zu lassen und die linke Bewegung einmal mehr als

    gewaltbereit und chaotisch zu diffamieren. Dieses Kalkül ging nicht auf und die Bewegung demonstrierte geschlossen sowohl in Solidarität mit Afrin und der von der Repression betroffenen türkisch-kurdischen Bevölkerung in der Türkei.

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    1. Wie Sie glasklar festgestellt haben, fand diese Demonstration in Basel statt, und nicht in Ankara.

      Man nennt es «Zwergenaufstand», wenn man nicht die Eier hat, am Ort des Geschehens für seine Überzeugung einzutreten, sondern in ein paar tausend Kilometern Entfernung in einer von den Geschehnissen vor Ort nicht berührten Stadt.

      Dem «Revolutionären Aufbau» wünsche ich die Erkenntnis, dass zuerst «Kampf» stattfinden muss, bevor man über «Kampfbeteiligung» fantasiert.

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    2. Viele der Teilnehmenden würden gerne in Ankara protestieren, sind aber aus der Türkei geflohen, weil in der momentanen Diktatur dort eine solche Form der Meinungsäusserung im Gefängnis endet.

      Und solange die Schweiz und Europa mit Diktaturen kooperieren, müssen sie auf eigenem Boden auch die Proteste der davon Betroffenen dulden.

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  10. Naja, der revolutionäre Aufbau in Basel ist ja eher eine Sekte, als eine politische Kraft in Basel … Schade das unsere Medien nicht über die Inhalte der Demo berichten, sondern nur über unnötige Polizeieinsätze. …

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