Video zeigt Vorgehen chinesischer Sicherheitsleute gegen Tibeter

Chinesische Sicherheitskräfte haben am Basler Mondfest Tibet-Demonstranten attackiert und Flaggen beschlagnahmt. Ein Video zeigt das gewaltsame Vorgehen.

(Bild: Screenshot Youtube)

Chinesische Sicherheitskräfte haben am Basler Mondfest Tibet-Demonstranten attackiert und Flaggen beschlagnahmt. Ein Video zeigt das gewaltsame Vorgehen.

Am Mondfest auf dem Basler Münsterplatz ist es zu unschönen Szenen gekommen. Wie berichtet, wollten Demonstranten während des Auftritts der chinesischen Botschafterin Xu Jinghu auf die Situation in Tibet hinweisen. Geplant war offenbar ein stiller Protest mit Tibet-Fahnen und Plakaten. Ein Video belegt die Vorwürfe der Demonstranten, wonach chinesische Sicherheitskräfte die Mitglieder des Vereins «Tibeter Jugend in Europa» attackiert haben sollen.

Vor Ort war auch Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings Basel und beim Kanton verantwortlich für das Fest. Auf Anfrage sagte sie, «die Botschaftsmitarbeiter haben dort eingegriffen, wo Demonstranten während der Ansprache der chinesischen Botschafterin die Sicherheitsabsperrung zur Bühne umgangen haben». Die Protestaktion im Publikumsbereich habe absolut ungehindert stattgefunden.

Vielleicht stand Sabine Horvath an einem ungünstigen Ort. Ausgehend von den Videoaufnahmen wird auf jeden Fall klar, dass ihre Schilderung nicht den Tatsachen entspricht. Eine Sicherheitsabsperrung ist nicht ersichtlich. Und auch Demonstrierende in mehreren Metern Abstand zur Bühne wurden von Sicherheitskräften attackiert.

Regierungspräsident zeigt Verständnis für das Vorgehen

Beste Aussicht auf die Situation hatte Regierungspräsident Guy Morin, der neben der Botschafterin auf der Bühne stand. Über seine Informationsbeauftragte lässt er lapidar ausrichten: «Ich bedaure den Vorfall von letztem Sonntag bei dem friedlichen traditionellen chinesischen Mond-Fest in Basel. Sicherheitspersonal der chinesischen Botschaft griff ein, um den Personenschutz der chinesischen Botschafterin zu gewährleisten.»

Morin suggeriert damit, die Demonstranten hätten eine Bedrohung für die Botschafterin dargestellt, was sich anhand des Videomaterials nicht bestätigen lässt.

Bereits am Ende seines Auftrittes äusserte er sich gegenüber den Demonstranten und bat um ein friedliches Fest. Unter anderem verwies er auf die herzliche Aufnahme der tibetischen Flüchtlinge durch die Schweiz und sorgte damit für Irritation. «Er hatte die Frechheit, uns die Schuld zu geben. Dabei wollten wir absolut friedlich demonstrieren. Genau durch solche Städtepartnerschaften wie zwischen Basel und Schanghai werden schweizerische Werte verletzt», sagt eine der Demonstrantinnen.

Sie prüft nun eine Anzeige gegen Unbekannt, unter anderem wegen Nötigung.

Konversation

  1. In seinem Ursprung ist das chin. Mondfest ein Erntedankfest, heutzutage vor allem ein Familienfest. Das Standortmarketing täte gut daran, das Fest zu entpolitisieren und künftig auf die Auftritte der Basler und chinesischen Offiziellen (und deren Security) zu verzichten. Das Fest an sich war nämlich sehr schön und es steckt das Engagement einer grossen Anzahl Freiwilliger dahinter.

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  2. Das wirklich Gute an dem Vorgang ist, dass die Öffentlichkeit auf das Vorgehen der PRC in Tibet aufmerksam gemacht wurde. Dass ist gelungen. Dafür darf man den tibetischen Demonstranten danken.
    Was uns auch freuen sollte: Hier sind solche Demonstrationen möglich, ohne dass man in den Knast geht, erschossen wird, gefoltert wird. Für die PRC gilt das wohl nicht.
    Das ist mehr wert, als alle chinesischen Mondfeste zusammen.

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  3. I respect the moon festival or whatsoever and at the same time, I respect peaceful protesters. Tibetan has right to protest on any sort of Chinese festival or activities since their occupied Tibet illegally in 1959. We all aware of Chinese gradually dominating the world by using their demon power by forcing, corruptions, killing, tortureing, lying, cheating, robbing and so on. Why can’t you think of that? So far only Tibetan are the one who can defeat them, who can stand up against the power, who can literally challenging their future plan. So, at the end, do research of yourself and find out who you should support. Thank you for your time and fellow your rights. Peace

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  4. Ich fühle mich wie Cato, der stets wiederholte: „Ceterum censeo …“ Also zum x-ten Mal: Leute, die sich nicht „outen“ – etwa „chröttli“ oder „navi“ – sind nicht ernst zu nehmen. Sie verstecken sich in übler, feiger, lächerlicher Art hinter einem Pseudonym und äussern damit ihre Meinung ohne dazu zu stehen.
    Zum Thema: Wie sich chinesische Sicherheitsleute erdreisten, in Basel für Ordnung zu sorgen, ohne daran von den lokal verantwortlichen Sicherheitsleuten gehindert zu werden, erstaunt mich über alle Massen. Wo blieb die Basler Polizei? Muss ich wirklich vermuten, dass illegale Aktionen gegen harmlose Protestanten an der Art geduldet oder gar geplant werden, während „fremde Vögte“ ohne jegliche Intervention der wirklich Verantwortlichen in Basel aktiv werden dürfen? Herr Dürr: Lernen Sie irgendwann, gegen wen sich Ihre Leute wirklich wehren müssen? Wäre es nicht ratsam, Ihren Beraterstab komplett auszuwechseln?

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  5. 5 sekunden hab ich mich auch gefragt, wessen «navi» da sogar schreiben kann 😉
    tja, die pseudonyme …
    ich war NICHT dabei, finde das video nicht sonderlich aussagekräftig.
    Nun, wenn ich ein dringliches politisches anliegen hätte, würde ich nicht in china selbst demonstrieren – mein panzer ist nicht kugeldicht – vielmehr an einem möglichst wenig offiziösen anlass extern.
    Bin überzeugt, dass guy morin situativ so gut wie immer möglich reagiert hat, menschlich keine frage.
    Das setting macht’s. und das funktioniert nun mal nicht (apolitisch).
    ein lockerer mond-plausch MUSS auf andere zynisch wirken – und logo, wird genutzt.

    Rein privater konnex (macht nur ein pseudonym):
    ein familien- und kinderfest?
    Dafür hat mich die super-nanny zu sehr beschäftigt, die vorab die usa bis in die tee-partys hinein nachhaltig beeindruckt hatte mit ihrem klinisch marktorientierten frühdrill: china soll genau darin so unglaublich effizient sein, dass es da weder diese demokratie-geschuldeten lästigen umsetzungs-widerstände gäbe … noch seien die kiddies so kaibe verzooge …
    Multi-kulti-floskel: «Wir wollen der restwelt nicht länger unser westliches demokratie-verständnis aufoktroyieren!»
    naja: mir bleibt’s zu viel drill … zu einheitlich wirtschafts-«demokratur»

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  6. Je länger ich über diese Situation nachdenke, desto mehr gelange ich zur Überzeugung, dass dieser Anlass – in Bezug auf die Sicherheit – mit der Basler Polizei abgesprochen war. Wo chinesische Repräsentanten in einem freien, demokratischen Land auftreten, muss mit Protestaktionen der Tibeter gerechnet werden. Die Basler Polizei wollte im Falle eines Falles nicht (schon wieder) im Schussfeld der Kritik stehen. So arrangierte man sich eben mit dem Sicherheitspersonal der Botschaft und ist fein raus.

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  7. Für mich ist hier nicht die Tibetfrage im Vordergrund sondern einzig und alleine, dass auf unserem Boden Sicherheitsbeamte eines fremden Staates Menschen ihres Rechtes auf freie Meinungsäusserung beraubten und diese Nötigten sowie Gewalt anwendeten (wie im Video deutlich zu erkennen ging es hier nicht um die Sicherheit). Diese Kompetenz hat hierzulande nur die von uns bestellten Organe. Der Grund hierfür ist auch einleuchtend, so kann man gerichtlich gegen Lips und Dürr vorgehen und der Wähler und Bürger hat eine Möglichkeit der Einflussnahme. Im Fall der chinesischen Sicherheitsbeamten ist dies auf Grund diplomatischer Immunität quasi unmöglich.
    Die Reaktion der offiziellen Stellen (und es ist mir pupsegal welcher politischer Couleur sind eines Rechtsstaates unwürdig).
    Im Empfinde das Ganze als Skandal erster Güte und eigentlich erwarte ich ein zitieren der chinesischen Botschaftering zum Vorsteher des EDA (wobei ich mich hier keinen Illusionen hingebe)!

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