Wochenendlich im Lötschental

Das Walliser Lötschental lockt von Frühling bis Herbst mit vielen Wanderrouten. Es bietet für jede Kondition etwas.

Ausblick von der Lauchernalp aus auf das Bietschhorn (Bild: Annina Striebel)

Das Walliser Lötschental lockt von Frühling bis Herbst mit vielen Wanderrouten. Es bietet für jede Kondition etwas.

Schwarze Hänge mit weissen Gipfeln und je näher am Tal, desto grüner – in der Tallandschaft verteilen sich einige Dutzend Häuschen aus Holz und Stein auf kleine Dörfer: Das ist das Lötschental. Es ist auf der Karte gesehen von Bergen eingekesselt. Eine Reise in das abgelegene Tal ist von Basel aus mit dem öffentlichen Verkehr allerdings schon in drei Stunden möglich. Mit dem Zug fährt man über Bern bis Goppenstein. Am Bahnhof fährt ein Postauto die Lötschentaler Gemeinden Ferden, Kippel, Wiler und Blatten an. Die Endhaltestelle liegt auf der Fafleralp. Dort oben kann man wandern, zelten oder im Hotel übernachten und ein gastronomisches Angebot ist auch vorhanden.

Die Wahl des Ferienortes fiel, aus Gewohnheit, auf Blatten. Gletscher beinahe vor der Haustür, so scheint es, obwohl Blatten lediglich auf einer Höhe von 1540 Meter über Meer liegt. Bis man das Eis berühren kann dauert die Wanderung einige Stunden.

Baden im Bergsee

Für den Anfang sollte man jedoch nicht zu weit gehen. Eine nicht allzu lange Wanderung von Blatten aus ist jene an den Schwarzsee: Zuerst läuft man dem Bach Gisentella entlang bis man zur Brücke beim Kraftwerk kommt. Kurz nach der Brücke zeigt ein Wegweiser auf ein schmales Wanderweglein zum Schwarzsee, das auf einer Bergwiese beginnt. Der Aufstieg wird zwar relativ steil, kann aber mit gutem Schuhwerk und angepasstem Tempo in etwa 45 Minuten bewältigt werden.

Oben kann man im Sommer ein Bad bei angenehm kühlen 17 Grad Wassertemperatur nehmen. Es empfiehlt sich, die Badehose dabei zu haben, da man am Schwarzsee im Sommer nicht alleine ist.

Hoch hinaus

Eine anspruchsvollere Wanderung ist jene von der Fafleralp aus zur Anenhütte, die auf 2358 Metern über Meer liegt. Zur Fafleralp nimmt man das Postauto von Blatten aus. Von der Fafleralp aus gibt es zahlreiche Wanderziele, darunter auch den ziemlich kühlen Grundsee, das Gletschertor und den Guggisee, der sich auch zum Baden eignet.

Von der Fafleralp aus passiert man ein Holzgatter und läuft Richtung Gletscher. Wenn man allerdings zur Anenhütte will, muss man auf der linken Seite des Baches bleiben. Dabei lohnt es sich einen Abstecher zum Guggisee zu machen, bevor man weiter zur Anenhütte zieht. Auf der Anenhütte kann, wer will, übernachten ab 70 Franken für Erwachsene oder man stärkt sich für den weiteren Weg.

Alpenblick

Ein Ausflug auf die Lauchernalp mit der Seilbahn lohnt bei schönem Wetter immer. Dazu fährt man von Blatten aus mit dem Postauto zur Station «Wiler Seilbahn». Oben erhebt sich das Bietschhorn majestätisch von der gegenüberliegenden Bergseite. Wer eine Kurzwanderung unternehmen will kann den Weg hoch von der Seilbahnstation Lauchernalp zur gleichnahmigen Alp hochgehen. Doch Vorsicht: Die letzte Seilbahn talwärts fährt bis Oktober um 17.25 Uhr.

Wenn man etwas mehr Zeit und Kondition mitbringt, kann man auf dem «Lötschentaler Höhenweg» über Weritztafel bis zur Tellialp hinüber wandern. Von dort aus steigt man über Weissenried und Tellistafel nach Blatten hinunter.

Schlechtwetterprogramm

Sollte das Wetter gegen das Wandern sprechen, so kann man das Postauto bis «Kippel Altersheim» nehmen und dort das «Lötschentaler Museum» besuchen. Die Ausstellung mit Lötschentaler Masken, alten Alltagsgegenständen und das Leben im Tal präsentiert sich auf vier Etagen. Der Eintritt kostet 5 Franken.

Wer selbst kocht und gerne Fondue mag: Der Dorfladeninhaber in Blatten, Linus Kalbermatten, bereitet auf Bestellung eine hervorragende rezente Fonduemischung zu. Tipp: Unbedingt die «rezente» Mischung verlangen, nicht die normale.

 

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