27 Basler Einzelunternehmer reisen nach Bern

Am Sonntag (16 Uhr) trifft der FC Basel auswärts auf die Young Boys. Sportlich geht es für die beiden Teams um nichts. Zwei Tage vor dem Spiel spricht Basels Trainer Urs Fischer von kleinen Unstimmigkeiten im Team.

Einst spielte Seydou Doumbia (links, gegen Steve von Bergen) für die Young Boys. Im Dress des FC Basel hat der Ivorer gegen alle Teams getroffen. Nur gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber nicht.

(Bild: Keystone)

Am Sonntag (16 Uhr) trifft der FC Basel auswärts auf die Young Boys. Sportlich geht es für die beiden Teams um nichts. Zwei Tage vor dem Spiel spricht Basels Trainer Urs Fischer von kleinen Unstimmigkeiten im Team.

Die Ausgangslage: «Menschliche» Unstimmigkeiten

Zwei Jahre ist es her, seit der FC Basel letztmals drei Runden in Folge nicht gewonnen hat. Paulo Sousa stand damals an der Seitenlinie, und in einem dieser Spiele sicherten sich die Basler den sechsten Meistertitel in Serie: mit einem 0:0 gegen die Young Boys.

Unter Urs Fischer reihte der FCB bis am Donnerstag und dem 2:2 gegen den FC Sion drei Unentschieden aneinander. Der Trainer weiss: In den Statistiken findet man immer etwas. Nur ist für Fischer nach dem gewonnenen Meistertitel viel entscheidender, was im Moment im Verein abgeht:

«Es gibt eine neue Führung, ein neues Konzept, ein neuer Trainer kommt und möglicherweise neue Spieler. Das bringt alles Unruhe. Zum Teil haben wir diese Informationen ja vor der Öffentlichkeit, und auch deswegen muss ich sagen: Wir haben das fantastisch gemeistert. Der Club geht sehr gut mit dieser Situation um.»



Die Basler mit Trainer Urs Fischer, links, feiern nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel vom Freitag 28. April 2017 in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

«Die Menschen in diesem Club lösen die Situation ausgezeichnet, ihnen gebührt ein Kompliment.» – Urs Fischer (links) nach dem Gewinn des Meistertitels. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Der FCB hangelt sich durch die finale Phase: zwischen Meisterfeier und drohenden Motivationsproblemen in der Mannschaft, zwischen Entscheiden der neuen Führung für die kommende Saison und dem anstehenden letzten Höhepunkt der Saison in Genf beim Cupfinal.

«Das kann zu Unstimmigkeiten führen»

Einige Spieler erleben in diesen Wochen eine kleine Baisse, wie beispielsweise Manuel Akanji oder Luca Zuffi. Das kann mit einem Spannungsabfall nach der Titelsicherung zusammenhängen, einer natürlichen Leistungsschwankung geschuldet sein oder mit der persönlichen Situation der Spieler zu tun haben, die Fischer anspricht.

«Es gibt durchaus auch Ungewissheit bei den Spielern, ich unterhalte mich schliesslich mit ihnen. Am Schluss haben wir 27 Individualisten, 27 Einzelunternehmungen, die für ihre Zukunft schauen müssen. Das kann zu Unstimmigkeiten führen, was absolut menschlich ist. Die Menschen in diesem Club lösen die Situation ausgezeichnet, ihnen gebührt ein Kompliment, und ich will deswegen keinesfalls dramatisieren. Aber es soll mal gesagt sein.»

Diese 27 Einzelunternehmungen reisen nach dem 2:2 gegen den FC Sion nun nach Bern. Es wartet das Spiel gegen die Young Boys, gegen den Zweiten der Liga, der vor der Saison aussichtsreichster Kandidat war, den Baslern das Wasser zu reichen. 18 Punkte liegen zwischen den beiden – 20 Punkte beträgt der Basler Rekordvorsprung aus der Saison 2012 (vor Luzern).

Die personelle Situation beim Meister

Gegen den FC Sion verletzten sich zwei Spieler: Marc Janko musste mit Adduktorenproblemen kurz nach der Pause ausgewechselt werden. Raoul Petretta ist nach seiner Gehirnerschütterung zwar wieder zuhause, ein Einsatz kommt aber nicht in Frage. Und auch «für den Cupfinal wird es eng» für den linken Aussenverteidiger, sagt Fischer. 

Verletzte:

  • Marc Janko (Adduktorenprobleme)
  • Raoul Petretta (Gehirnerschütterung)
  • Kevin Bua (Aussenbandriss)

Gesperrte: keiner

  • Taulant Xhaka und Davide Calla wären bei einer gelben Karte für das Auswärtsspiel gegen GC (28. Mai) gesperrt.

Für die Young Boys geht es um noch weniger

Seit der 32. Runde ist bei den Young Boys alles klar: Der 4:1-Sieg gegen den FC Luzern reichte, um den zweiten Platz zu sichern. Die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation ist gemachte Sache.

YB befindet sich damit in einer ähnlichen Situation wie der FC Basel. In der Meisterschaft sind Verschiebungen in der Tabelle weder nach oben noch nach unten möglich, entsprechend schwierig ist es, die Spannung und Motivation für die Extraportion Einsatz aufrecht zu erhalten.



YB Cheftrainer Adi Huetter im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Vaduz und dem BSC Young Boys, am Mittwoch, 17. Mai 2017, im Rheinpark Stadion in Vaduz. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Licht und Schatten bei YB: Adi Hütter verliert mit seinem Team gegen den Tabellenletzten Vaduz mit 0:1 – wenige Tage, nachdem die Young Boys sich den zweiten Platz gesichert haben. (Bild: Keystone/GIAN EHRENZELLER)

» «Ich bin froh, ist Adi Hütter da» – Sportchef Christoph Spycher im Interview

Zuletzt leisteten sich die Young Boys einen Aussetzer gegen den Tabellenletzten FC Vaduz. 0:1 verlor der Vizemeister in Liechtenstein. Es war die siebte Niederlage der Saison, und die dritte in den letzten sechs Spielen.

«Sie haben gegen Luzern alles klar gemacht», sagt Basels Trainer Urs Fischer, «da ist vielleicht zwangsläufig eine Spur weniger Konsequenz vorhanden.» Zumal die Young Boys nicht noch auf einen Cupfinal hinarbeiten dürfen – für sie geht es in dieser Saisonphase um noch weniger als für den FC Basel.

 

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Konversation

  1. Was heisst da, es geht um nichts? Was ist denn das für eine – tschuldigung – gottverdammt lausige Berufseinstellung? Da sitzen Zuschauer im Stadion, die nicht wenig Geld bezahlt haben, und die ein Anrecht darauf haben, dafür nun auch eine anständige Show geboten zu bekommen.

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  2. Trotz alldem könnte man ja 90 Min Vollgas geben und sich so seine Zukunft sichern.
    Mit dem Nebeneffekt, dass man 4:0 und 6:1 gegen solch limitierte Gegner gewinnen würde…

    aber eben „irgendwoduure“

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