480 Tage später

Cedric Itten trifft in Chiasso als Einziger. Dank seines Tores steht der FC Basel im Cup-Achtelfinal, schöner hätte Ittens Comeback nach etwas mehr als einer Saison in Luzern nicht sein können. Andere Basler erlebten einen weit erfolgloseren Nachmittag.

Cedric Itten (links) feiert bei seinem ersten Spiel nach der Rückkehr aus Luzern mit Renato Steffen seinen Treffer gegen Chiasso. (Bild: Keystone)

Mirko Salvi | Torhüter

Stiess kurz vor Spielende mit einem Tessiner zusammen, musste gepflegt werden und Stammtorhüter Tomas Vaclik wurde doch noch zum Aufwärmen gebeten. Es brauchte den Tschechen dann nicht, der Cup-Goalie konnte die Partie zu Ende spielen. Die Partie, in der er kaum gebraucht wurde, weil Chiasso entweder das Tor nicht traf – oder den Ball. Neben der einen oder anderen Flanke, die er aus der kühlen Luft pflücken musste, machte Salvi in der 38. Minute mit einer verunglückten Befreiungsaktion auf sich aufmerksam. Er kam in dieser Situation gut heraus, hätte den Ball aber zum Mitspieler bringen müssen.

Manuel Akanji | rechter Innenverteidiger

Wurde in der 50. Minute an der Strafraumgrenze gefoult und holte den Freistoss heraus, den Renato Steffen knapp neben das Tor schoss. Ansonsten war der Jungverteidiger wenige Tage nach seinem Champions-League-Debüt über weite Strecken der sichere Wert, den es gegen diesen Challenge-Ligisten brauchte.

https://tageswoche.ch/sport/live-nach-den-sternen-der-cup-der-fcb-im-tessin-gegen-chiasso-16-uhr/

Marek Suchy | zentraler Innenverteidiger

Scheint irgendwie Gefallen an der Farbe Gelb gefunden zu haben. Oder Suchy agiert im Moment einfach ein wenig langsamer als gewohnt. Holte sich nach seiner gelbroten Karte gegen Lausanne auch in Chiasso eine Verwarnung ab, nachdem er Bruno Martignoni zurückgehalten hatte, weil dieser sonst auf das Basler Tor zugestürmt wäre. Suchy kommt zudem auf einen Stoppfehler nach wenigen Minuten, abgesehen davon: eine Leistung, die auf dem tiefen Geläuf genügte.

Eder Balanta | linker Innenverteidiger

Eigentlich ist der Kolumbianer nicht der Mann überschäumender Emotionen. Aber im Stadio Comunale hatte er sich nach knapp einer Stunde nicht mehr unter Kontrolle. Seine Tätlichkeit an Belometti hatte die rote Karte zur Folge, was Trainer Raphael Wicky in die unschöne Situation bringt, im Super-League-Spiel vom kommenden Mittwoch gegen St. Gallen gleich auf zwei Innenverteidiger verzichten zu müssen (Suchy fehlt ebenfalls gesperrt). Die Szene wird Balanta eine interne Schelte einbrocken.

Omar Gaber | rechter Mittelfeldspieler

Ist unter Raphael Wicky der Cupspieler auf der rechten Seite. Michael Lang hatte der Trainer nach dem kräftezehrenden Auftritt in Manchester gar nicht erst mit ins Tessin genommen, Gaber durfte für ihn im Mittelfeld ran. Besonders viele Argumente, öfters auf ihn zu setzten, lieferte der ägyptische Nationalspieler nicht. Abgefallen in einer durchschnittlichen Mannschaftsleistung ist Gaber allerdings auch nicht.

Alexander Fransson | zentraler Mittelfeldspieler

«Ach, der spielt auch», hiess es ungefähr in den sozialen Medien, als der Schwede in der 79. Minute für Luca Zuffi ausgewechselt wurde. Man hatte ihn tatsächlich nicht oft gesehen, was für einen zentralen Mittelfeldspieler, der eher für die Offensive gedacht war, kein Qualitätsmerkmal ist.

Das Spiel in Chiasso in der Zusammenfassung bei cupplay.ch:

Taulant Xhaka | zentraler Mittelfeldspieler

War der Einzige, der vom nominellen Mittelfeld aus dem Spiel in Manchester übrig blieb. Hielt im Zentrum zusammen, was es zusammenzuhalten gibt, und tat auf dem schlechten Rasen, was er am besten kann: den Gegnern aufsässig hinterherlaufen. Tat dies gewohnt gut, hatte dafür ungewohnt viele Ballverluste.

Raoul Petretta | linker Mittelfeldspieler

Wartet noch immer auf sein erstes Aufgebot unter Raphael Wicky für ein Spiel in der Super League. Bei den Affichen im Schweizer Cup aber ist er Fixstarter, in Chiasso auf der linken Seite eines Vierermittelfelds. Verspürte ebenda derart viel Offensivdrang, dass er insbesondere in der Anfangsphase vor allem an einem Ort anzutreffen war: in de Nähe des Tessiner Tores. Zählbares gelang im dabei nicht, seine Schnelligkeit und der unbedingte Wille, zur Grundlinie vorzustossen, stellte der 20-Jährige allerdings unter Beweis.

Renato Steffen | rechter Flügelstürmer

Wollte es nach knapp einer halben Stunde besonders schön machen, brachte bei seinem Versuch mit der Hacke aber nicht besonders viel Druck auf den Ball. Schoss in dieser Szene daneben und machte es kurz nach der Pause zwei Mal besser, aber nicht gut genug: Seine Direktabnahme nach Mohamed Elyounoussis Flanke flog an die Latte und der Freistoss kurz danach knapp neben dem Tor vorbei.

Kevin Bua | Mittelstürmer

Vergab wenige Minuten vor der Pause die beste Basler Möglichkeit bis zu diesem Zeitpunkt. Von Renato Steffen in die Tiefe geschickt, scheiterte der Mittelstürmer alleine vor Francesco Russo. Drehte ansonsten sämtliche Eckbälle von der linken Basler Angriffsseite zur Mitte und war für einige Freistösse verantwortlich. Spulte ein grosses Laufvolumen herunter und spielte den alles entscheidenden Pass, den Cedric Itten zum einzigen Tor verwertete. Wurde deswegen mit gutem Gefühl in der Nachspielzeit für Davide Calla ausgewechselt.

Mohamed Elyounoussi | linker Flügelstürmer

Wollte nach etwas mehr als einer halben Stunde seinen zweiten Saisontreffer erzielen, und das auf die gleiche Weise wie bei seinem ersten Erfolg. Doch anders als gegen den FC Luzern war sein Seitfallzieher im Stadio Communale nicht erfolgreich. Trickreich wie immer gingen seine Bemühungen gegen Chiasso etwas unter. Man hat den Norweger schon besser gesehen –beispielsweise gegen Manchester, den ungleich stärkeren Gegner aus der Champions League. Verliess das Feld in der 62. Minute für Itten.


Cedric Itten | Angriffsspitze

480 Tage musste Itten warten, bis er wieder für den FCB auflaufen durfte. In Chiasso gab der Basler ab der 62. Minute sein Comeback – und wie. Itten brachte Schwung und Druck ins Offensivspiel, holte die rote Karte gegen Delli Carli heraus und erzielt schliesslich das einzige Tor der Partie. Sein zweiter Treffer in Rotblau erinnerte den 20-Jährigen an seinen ersten: Auswärts in Lugano hatte er einst ebenso nach einer Hereingabe (Adama Traoré) getroffen wie in Chiasso.

Luca Zuffi | zentraler Mittelfeldspieler

Ersetzte in der 79. Minute Fransson, war fast ebenso unsichtbar wie der Schwede und hatte schliesslich doch entscheidenden Anteil am Basler Erfolg: Zehn Minuten vor Schluss lancierte er Kevin Bua, der Sekunden später die entscheidende Hereingabe für Torschütze Itten produzierte.

Davide Calla

Durfte in der Nachspielzeit für ein paar Minuten noch ran. Das reichte dem Routinier, um einmal auf das Tor zu schiessen, allerdings genau in Russos Arme.

Nicht eingesetzt beim FC Basel: Vaclik (Tor), Riveros, Schmid, Oberlin.

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