Ajeti kann der neunte Torschützen-König im Dress des FC Basel werden

Albian Ajeti bleiben zwei Spiele, um den Berner Guillaume Hoarau auf Distanz zu halten. Doch der hat eine unglaubliche Quote gegen die zwei letzten Gegner der Young Boys – während Ajeti kaum getroffen hat gegen die Mannschaften des Basler Restprogramms.

Zwei Tore gegen Thun, eines gegen St. Gallen und zwei gegen YB – Albian Ajeti hatte in den letzten drei Spielen einen Lauf.

Ein bisschen ist es beim FC Basel wie in der letzten Saison: Für die Mannschaft geht es in den letzten Saisonspielen um nichts mehr, aber was das individuelle Glück betrifft, so kann sich einer einen kleinen Traum erfüllen. Jenen vom Torschützenkönig der Super League.

In der Saison 2016/17 war es Seydou Doumbia, der Ivorer, der leihweise für ein Jahr in die Schweizer Liga zurückgekehrt war. Wie schon in seinen zwei Jahren bei den Young Boys wurde er bester Torschütze in der Schweizer Liga, und im Basler Dress schaffte er diese Leistung mit einem unvergleichlichen Endspurt: Sechs Tore erzielte der damals 29-Jährige in den letzten drei Spielen und überholte damit Guillaume Hoarau von den Young Boys.

Es war Doumbias fünfte Auszeichnung als Torschützenkönig. Neben den zwei Titeln bei den Young Boys (2008/09 und 2009/10) stand er auch in Russland 2011/12 und 2013/14 ganz zuoberst.

Auf den Spuren von Hitzfeld und Petric

Nachfolger Doumbias, der in der portugiesischen Liga heuer noch überhaupt nicht getroffen hat, könnte mit Albian Ajeti ein nächster Basler werden. Mit seinen zwei Treffern im Spiel gegen die Young Boys hat er wie Doumbia Hoarau überholt, mit 15 Toren steht der 21-Jährige nun vor dem Franzosen mit 14 Treffern. Zwei Partien bleiben Ajeti, um den knappen Vorsprung über die Runden zu bringen.

Neben der Verpflichtung des griechischen Innenverteidigers Konstantinos Dimitriou, der am Freitag einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat, ist Ajetis Chance auf die Torjägerkrone das dominierende Thema im FCB-Umfeld. Entsprechend musste Ajeti nach der Partie gegen die Young Boys immer und immer wieder die gleiche Frage beantworten, was ihm denn dieser persönliche Titel bedeuten würde.

Mit seiner monotonen Stimme, bei der der (keineswegs zutreffende) Eindruck entstehen könnte, dass dieser junge Mann ein klein wenig gelangweilt ist, sagt er: «Ich habe mir nicht zum Ziel gesetzt, Torschützenkönig zu werden, sondern bin in die Saison gegangen, um der Mannschaft mit vielen Toren und Assists zu helfen. Für die Torjägerkrone mache ich erst Platz im Trophäenschrank, wenn es soweit ist. Momentan läuft es halt einfach, und wenn es am Schluss reicht, dann freut mich das.»

Ajeti wäre der neunte Torschützenkönig aus den Reihen des FC Basel. Und wenn er nicht noch drei Tore in den verbleibenden Partien erzielt, wäre er jener mit den wenigsten Treffern. Mit 18 Treffern wurde Ottmar Hitzfeld 1972/73 Torschützenkönig, Mladen Petric ist der andere Basler, der die Auszeichnung mit weniger als 20 Toren entgegennahm.

Nicht nur Ajeti läuft es derzeit gut, sondern der ganzen Basler Offensive. 15 Tore in den letzten drei Spielen sind ein Hinweis darauf, dass die Entscheidung in der Meisterschaft diese Mannschaft befreit hat. Am Sonntag spielt der FCB gegen den FC Zürich im Letzigrund, wo die Basler im ersten Aufeinandertreffen keinen Treffer erzielten.

Hoaraus Quote gegen die letzten zwei Gegner ist beeindruckend

Zumindest Ajeti weist aber eine gute Quote auf gegen den FC Zürich: In vier Spielen hat er zwei Tore erzielt. Gegen Luzern, den letzten Basler Gegner dieser Saison, hat Ajeti in sieben Spielen noch nie getroffen. Ajetis erster Verfolger Hoarau darf sich also Hoffnungen machen. Vor allem, wenn er auf seine Quoten gegen die verbleibenden Gegner anschaut: Gegen Lugano traf der Franzose in sieben Spielen vier Mal, gegen die Grasshoppers in zehn Spielen sieben Mal.

Bei dieser unglaublichen Quote des Franzosen gegen die letzten beiden Gegner der Young Boys muss Ajeti Angst und Bange werden. Mit fünf Toren in den letzten drei Spielen scheint der Basler aber ein klein wenig besser in Form zu sein als Hoarau mit einem Tor in der gleichen Zeitspanne.

In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Raphael Wicky Albian Ajeti möglicherweise weniger Einsatzzeit als erhofft zugestehen werde, weil der Stürmer drei gelbe Karten auf dem Konto hat und der Trainer nicht will, dass er bei einer weiteren gelben Karte im ersten Spiel der Saison 2018/19 fehlen würde.

Diese Regelung ist allerdings veraltet. Im Sommer 2017 entschied die SFL, dass gelbe Karten nicht in die neue Saison mitgenommen werden. Hier gehts zum Communiqué der SFL.

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