Der Donnerhall fällt diesmal aus – Punktsieg für Gjergjaj gegen den ungarischen Doppeldecker

Erstmals nach 13 K.o.-Siegen in Serie muss Arnold Gjergjaj in einem Boxkampf wieder über die volle Anzahl Runden. Der Prattler schlägt den Ungarn Zoltan Csala nach Punkten. Der Weg nach ganz oben bleibt steil.

Arnold Gjergjaj gegen Zoltan Csala, Boxen, 27. Februar 2015. (Bild: Florian Raz)

Erstmals nach 13 K.o.-Siegen in Serie muss Arnold Gjergjaj in einem Boxkampf wieder über die volle Anzahl Runden. Der Prattler schlägt den Ungarn Zoltan Csala nach Punkten. Der Weg nach ganz oben bleibt steil.

Angetreten war Zoltan Csala mit dem Kampfnamen «Furioso», wegen seines Gesichts-Tattoos wird er auch gerne als «Mini Tyson» bezeichnet. In seinem Kampf gegen den Prattler Schwergewichtsboxer Arnold «the cobra» Gjergjaj verdiente sich der bis zu diesem Abend in all seinen sechs Kämpfen siegreiche Csala dann aber eher den Übernamen «Doppeldecker».

Gut geerdet stand der Ungar im Ring, die beiden Fäuste tapfer zur Doppeldeckung erhoben, bereit, die Schläge des Lokalmatadoren des Boxclub Basel über sich ergehen zu lassen. Und stets dann, wenn Csala die Arme zu schwer zu werden drohten, ging er pro Runde einmal mit schweren Schwingern auf seinen Kontrahenten los.

Der Traum der Kobra

Die Geschichte des Prattler Boxers Arnold «the cobra» Gjergjaj haben wir an dieser Stelle ausführlich beschrieben:

Ein Titel soll Arnold Gjergjaj Türen öffnen, die ihm sein Name versperrt

So war schnell klar: Arnold Gjergjaj konnte diesen Kampf nur verlieren, wenn er in einen dieser wilden Haken liefe. Derart drückend war der Prattler Csala boxtechnisch und auch von der Fitness her überlegen.

Ohne das letzte Risiko

Entsprechend entwickelte sich der Kampf wie ein Fussballspiel, in dem der Favorit gegen den Underdog gleich zu Beginn in Führung geht: Gjergjaj tat, was er tun musste, er hielt Csala unter Druck. Aber er nahm nicht das letzte Risiko, suchte nicht mit aller Macht den Niederschlag, um nicht seinerseits in einen Lucky Punch seines Gegners zu laufen.



Wenn Csala mal in den Angriff ging, dann mit wilden Schwingern.

Wenn Csala mal in den Angriff ging, dann mit wilden Schwingern. (Bild: Florian Raz)

So nutzte Gjergjaj die acht Runden, um zu zeigen, dass er offensichtlich an seinem Jab und an seiner Defensivarbeit gearbeitet hat. Die Chance, die unkontrolliert wirkenden Angriffe seines Gegners für einen Konter zu nutzen, liess er dafür aus.

Es reichte auch so für seinen 27. Sieg im 27. Einsatz als Profi (20 K.o.). Auch wenn er erstmals seit 13 Kämpfen wieder über die volle Distanz gehen musste. 78:74, 79:73 und 79:73 lautete das Urteil für Gjergjaj. Und dass einer der Schweizer Punktrichter seinem Gegner Csala in der Abrechnung tatsächlich zwei gewonnene Runden zugestand, konnte eigentlich nur übertriebener Gastfreundschaft geschuldet sein.

Die Luft wird dünner

Mit den Punkten aus dem Sieg über den immerhin als Nummer 59 geführten Csala könnte Gjergjaj in der Weltrangliste der unabhängigen Organisation Boxrec von Rang 50 in die Gegend von Rang 42 vorstossen. Der Weg nach ganz oben, dem sich Gergjaj und sein Manager und Trainer Angelo Gallina verschrieben haben, bleibt also weiterhin steil.

Und die Luft wird immer dünner. Bloss noch ein bis zwei Kämpfe soll Gjergjaj laut Gallina 2015 bestreiten. Soll also das Ziel, ein Platz in den Top 20 noch in diesem Jahr erreicht werden, dann müssen die kommenden Kontrahenten eine sehr gute Rangierung aufweisen.

Noch steht der nächste Gegner der Kobra nicht fest. Klar ist dagegen, dass er in seinem nächsten Kampf ganz offiziell als Schweizer in den Ring steigen wird. Der gebürtige Kosovare erhält am Montag das Bürgerrecht von Pratteln.

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