Der FCB trennt sich wegen unterschiedlicher Meinungen von den Old Boys

Seit drei Jahren arbeitet der FC Basel in der Nachwuchsarbeit mit den Old Boys zusammen. Auf die Saison 2016/17 gehen die beiden Vereine getrennte Wege. Verschiedene Auffassungen, wann talentierte Spieler von OB zum FCB wechseln, sind mit ein Grund dafür.

Drohnen-Aufnahme bei der feierlichen Eroeffnung des neuen Nachwuchs-Campus FC Basel auf dem Areal St. Jakob, aufgenommen am Samstag, 17. August 2013 in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

(Bild: Keystone/PATRICK STRAUB)

Im August 2013 eröffnete der FC Basel auf der Brüglinger Ebene den Nachwuchs-Campus, das in Beton gegossene Vermächtnis der ehemaligen Präsidentin Gigi Oeri. Fünf Jahre zuvor hatte sie den Planungskredit bewilligt und so den Grundstein dafür gelegt, dass einer ihrer «grössten Träume in Erfüllung geht, seit ich den FCB kenne», wie Oeri sagte.

Der Campus hob die Nachwuchsarbeit auf die nächste Stufe und wurde zum sichtbaren Element der Talentschule. Die unsichtbaren Zuarbeiter waren hingegen damals schon die Partnervereine wie beispielsweise der FC Concordia oder der FC Solothurn. Und gut zwei Monate vor der Eröffnung des Campus kam ein weiterer Partner hinzu: der BSC Old Boys, von dem einst Eren Derdiyok oder Breel Embolo den Weg zum FC Basel gefunden hatten.

Unterschiedliche Auffassungen der Zusammenarbeit

Im Sommer 2017 wird die Zusammenarbeit mit dem jüngsten Verein der Basler Nachwuchspartnerschaft enden. Das schreiben die Old Boys in einer Mitteilung, deren Inhalt darauf schliessen lässt, dass es Unstimmigkeiten zwischen dem FCB und OB gibt.

Das Communiqué des FCB

OB-Präsident Beat Fläcklin spricht von einer «nicht immer einfachen Partnerschaft». Basels Nachwuchschef Adrian Knup habe am Freitagmorgen «sehr überraschend und entgegen sämtlicher Vorgespräche» die Nachricht überbracht, «dass der FCB ab der Saison 2017/18 keine neue Partnerschaft mehr für OB beim Schweizerischen Fussballverband beantragt».

Er könne den Tonfall der OB-Mitteilung «nicht ganz nachvollziehen» sagt Knup. «Wir waren in stetigem Austausch und haben in den letzten Monaten versucht, die Zusammenarbeit auf einen positiven Weg zu bringen. Wir mussten aber nach intensiven internen Analysen in den letzten Wochen leider feststellen, dass eine Kooperation, wie wir uns das vorstellen, nicht möglich ist.»

Einer der Trennungsgründe ist, dass sich die beiden Vereine zuweilen nicht einig waren, wann ein Spieler von den Old Boys zum FC Basel wechseln soll. «Wenn wir ein Talent bei einem Partner sehen», sagt Knup, «dann ist es für uns entscheidend, dass wir über den Zeitpunkt bestimmen können, wann ein Spieler zu uns wechselt. Der FCB steht in der Verantwortung und braucht diese Entscheidungsfreiheit.»

Ob OB in der Partnerschaft ersetzt wird, ist unklar

«Der FCB akzeptiert den Wunsch der Old Boys nach Eigenständigkeit», sagt Basels Nachwuchschef. Während die Stellen der Leiter Préformation bei Concordia und dem FC Solothurn vom FC Basel bezahlt werden, hat OB von Anbeginn der Zusammenarbeit auf vertragliche Zusatzleistungen des Leadingpartners verzichtet. «Die Old Boys wollten das so, um ihre Eigenständigkeit zu wahren», sagt Knup.

Die Partnerschaft im Nachwuchs müssen die Basler jeweils in den ersten Wochen des Jahres beantragen. Vom Schweizerischen Fussballverband erhält der FCB dafür eine Empfehlung, was die Anzahl Partner betrifft. Diese entspricht der aktuellen Situation: also zwei in unmittelbarer Nähe und mit dem FC Solothurn und dem Solothurner Fussballverband zwei weitere in der Nordwestschweiz.

Ob der FC Basel die Old Boys ab der Saison 2017/18 durch einen anderen Partnerverein ersetzen wird, ist in Diskussion. Concordia und der FC Solothurn bleiben der Kooperation erhalten.

Beat Fläcklin, Präsident der Old Boys, war bis zum Erscheinen dieses Artikels für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Das zu einem späteren Zeitpunkt geführte Interview finden Sie hier.

Konversation

  1. Spielt das denn wirklich eine Rolle? Eigene Junioren in die 1. Mannschaft einzubauen, scheint beim internationalen Starensemble der Schweizer Franchise des FC Bayerns ohnehin nicht mehr ins Konzept zu passen…

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