Die Black Stars wollen nicht zum Zürcher Blitzableiter werden

Ein Team mit starkem Zusammenhalt, eine tolle Heimbilanz und ein Luxus-Trainer. Die Black Stars scheinen bereit für die Cuprevanche gegen den FC Zürich vom Sonntag.

Zuerichs Adis Jahovic, rechts, erzielt bei starkem Regen das 0-3, im 1/16 Cup Spiel zwischen dem FC Black Stars Basel und dem FC Zuerich, am Samstag, 10. November 2012 im St. Jakob Park Station in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub) (Bild: PATRICK STRAUB)

Ein Team mit starkem Zusammenhalt, eine tolle Heimbilanz und ein Luxus-Trainer. Die Black Stars scheinen bereit für die Cuprevanche gegen den FC Zürich vom Sonntag (14 Uhr, Schützenmatte).

Sie haben ganz genau hingesehen, die Spieler des FC Black Stars, als der FC Zürich gegen das vermeintlich schwache Apollon Limassol am Donnerstagabend eine 2:3 Niederlage kassierte. Und was sie sahen, wird den Spielern der Black Stars Selbstvertrauen eingeflösst haben: schliesslich sind sie der nächste vermeintlich schwache Gegner des FCZ, der am kommenden Sonntag zum Cup Spiel nach Basel reist.

Einzig Trainer Samir Tabakovic sah das Spiel mit gemischten Gefühlen: «Ich hoffe die kommen jetzt nicht zu uns und wollen ihren Frust abbauen», sagt er.

«Alle brennen auf dieses Spiel»

Von Frust ist zumindest bei den Black Stars vor der Neuauflage des Schlagerspiels von 2012 nicht viel zu spüren. Die Stimmung in der Mannschaft sei ausgezeichnet, sagt Tabakovic, «alle brennen auf dieses Spiel». 14 Spieler sind übrig geblieben von der Mannschaft, die dem FC Zürich im Joggeli vor zwei Jahren lange Zeit Paroli bot und dann doch 1:3 verlor.

Das sei eine enge Kiste gewesen, meint Tabakovic rückblickend. «Zwar haben wir heute ein anderes Team, aber die 14 wissen noch genau, was damals drin gelegen wäre.» 

Doch auch der FCZ hat sich seither entwickelt. Zum Besseren, ist Tabakovic überzeugt. Der Trainer der Black Stars beschreibt die Zürcher rundheraus als bestes Team der Super League. Besonders die Offensive um Chikhaoui, Chermiti, Chiumiento und Etoundi sei Extraklasse.

Umso wichtiger wird es sein, kein frühes Tor zu kassieren sagt der Trainer und formuliert eine klare Direktive: «Wir müssen vor allem die Flügel im Griff haben und dürfen die Tore auf keinen Fall so billig herschenken wie beim letzten Mal.»

Die Black Stars mit vielen Ausfällen

Einfach wird das nicht, denn die Black Stars haben nach einem durchzogenen Saisonstart (Platz Sieben nach 6 Spielen in der 1. Liga) einige Ausfälle zu beklagen. Da sind zum Beispiel die rotgesperrten Micic Branislav und Dogan Fatih, die zusammen mit dem verletzten Marco Infantino die Defensive zusammenhalten. Mit Marc Troller hat sich ein Top-Stürmer im letzten Liga Spiel den Daumen gebrochen, und dann fehlt auch noch Mickael Feghoul, der beste Torschütze der letzten Saison. 

«Den haben wir letzte Woche suspendiert» sagt Sportchef Peter Faé trocken. Er bedauert die Ausfälle, aber er weiss um den Zusammenhalt seiner Mannschaft. Gegen Zürich können die Black Stars auf die Dienste von Davide Quaranta zählen, der sonst die dritte Mannschaft trainiert. Und dann sei da ja auch noch der Trainer: Samir Tabakovic.

«Ich bin ja froh, dass wir ihn haben, aber eigentlich ist dieser Mann ein Luxus für eine Erstligamannschaft», sagt Faé. «Tabakovic arbeitet konzentriert wie ein Vollprofi, mit ihm haben die Black Stars in den letzten Jahren immer um den Aufstieg mitgespielt.»

«Dieser Mann ist ein Luxus für eine Erstligamannschaft»

 
Sportchef Faé über Black Stars-Trainer Tabakovic

Die Black Stars trainieren derweil auf dem Buschweilerhof ihre Flügelzangen. Es ist ein ganz normales Training wie vor jedem Match, ein Sonderprogramm wie die Übernachtung im Fünfsternehotel, die der CS Italien vor dem Cup-Spiel gegen den FC Basel inszenierte, gibt es bei den Black Stars nicht.

Erhalten die Spieler denn eine Belohnung, falls ihnen gegen den FCZ ein Coup gelingen sollte? «Darüber haben wir noch nicht gesprochen», sagt Tabakovic, «aber das Spiel ist schon so etwas wie ein Geschenk, da braucht es keine Extramotivation».

In sämtlichen Heimspielen gingen die Black Stars in dieser Saison als Sieger vom Feld, dem Selbstbewusstsein der Spieler dürfte das zusätzlichen Auftrieb geben. Um den Heimvorteil zu komplettieren fehlen jetzt eigentlich nur noch die Fans, 500 der bisher verkauften 660 Tickets gingen nach Zürich. 

Gut für die Bierkasse

Aber Faé ist zuversichtlich, dass das Stadion voll wird und formuliert gleich noch sein Traumresultat: Die Black Stars siegen im Penaltyschiessen. «Das Ergebnis wäre toll fürs Team und die Verlängerung gut für die Bierkasse.»

Das Bier steht kalt, die Tribünen sind aufgebaut und die Black Stars sind eine Heimmacht. Einem Fussballfest auf der Schützenmatte steht nichts mehr im Weg.

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